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18.11.2022 | Intensivstation | Nachrichten

Kinderbesuche auf ITS: DIVI veröffentlicht Leitfaden

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Sollen Kinder ihre Eltern auf der ITS oder in der Notaufnahme besuchen dürfen? Über diese Frage wird nach wie vor gerungen. Ein Expert*innenteam der DIVI hat dazu jetzt Empfehlungen veröffentlicht.

Intensivstation  © K-H Krauskopf, WuppertalNach wie vor haben Kinder und Jugendliche vielerorts keinen Zutritt zur Intensivstation.

Seit Jahren wird kontrovers darüber diskutiert, ob Kindern und Jugendlichen Besuche bei kritisch kranken nahestehenden Menschen ermöglicht werden sollen. Die Angst vor einer Traumatisierung der Kinder oder wechselseitige Infektionsgefahren gelten als Gegenargument. Es gibt aber auch viele Hinweise darauf, dass ein Besuch unter bestimmten Bedingungen für alle Beteiligten gesundheitsförderlich sei, betont die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

In dem am 17. November veröffentlichten Leitfaden „Kinder als Angehörige und Besuchende auf Intensivstationen, pädiatrischen Intensivstationen und in Notaufnahmen“ gibt die DIVI Empfehlungen zum Thema.

Zwar stelle die lebensbedrohliche Erkrankung eines nahestehenden Menschen für Kinder ein hoch belastendes Erlebnis dar, der Besuch der Bezugsperson könne hier jedoch eine "wertvolle korrigierende Erfahrung sein und eine gesunde kindliche Verarbeitung unterstützen", heißt es darin. Wichtig seien eine gute Vorbereitung mit Abwägung von Risiken, die Begleitung des Kindes und ein achtsamer Blick auf die Folgezeit, damit diese Erfahrung nicht zur zusätzlichen Belastung wird.

Zehn Empfehlungen für die Praxis

Das 57 Seiten starke Papier wendet sich an Mitarbeitende aller Professionen sowie Eltern und Sorgeberechtigte. Intensivstationen und Notaufnahmen soll es als „roter Faden“ dienen, um künftig einheitliche Besuchsregeln für Kinder entwickeln und implementieren zu können.

Der Leitfaden umfasst zehn Empfehlungen von der Planung eines Kinderbesuches im interprofessionellen Team, über die Stärkung elterlicher Kompetenzen bis hin zur Aufbereitung von kindgerechten Informationen.

Erarbeitet wurden die Empfehlungen unter Federführung der Intensivpflegerin Maria Brauchle, der Psychologin Teresa Deffner und des Pflegewissenschaftlers und Intensivpflegers Peter Nydahl. Beteiligt waren neben der DIVI auch weitere Fachgesellschaften und Expert*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dadurch konnten verschiedene professionelle Blickwinkel, aber auch persönliche Erfahrungen in die Empfehlungen einfließen, so Brauchle. Die Autor*innen hoffen, dass diese Empfehlungen Verbreitung finden und Anstoß sind, um die Praxis zum Besseren zu verändern. (ne)

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