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16.10.2018 | Originalien | Sonderheft 1/2019

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 1/2019

Inanspruchnahme medizinischer Rehabilitation im Vorfeld der Erwerbsminderungsrente

Vergleich ausländischer und deutscher Staatsangehöriger unter besonderer Berücksichtigung von (Spät‑)Aussiedler/‑innen

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie > Sonderheft 1/2019
Autoren:
MSc, EMPH Prof. Dr. Patrick Brzoska, MSc Prof. Dr. Oliver Razum

Zusammenfassung

Hintergrund

Bisher ist wenig über die Inanspruchnahme medizinischer Rehabilitation bei ausländischen Staatsangehörigen und (Spät‑)Aussiedlern/(Spät‑)Aussiedlerinnen bekannt.

Ziel der Arbeit (Fragestellung)

Vergleich der Inanspruchnahme medizinischer Rehabilitation bei deutschen und ausländischen Staatsangehörigen im Vorfeld der Erwerbsminderungsrente unter besonderer Berücksichtigung von (Spät‑)Aussiedlern/(Spät‑)Aussiedlerinnen.

Material und Methoden

Analyse von Routinedaten der Deutschen Rentenversicherung. Informationen von 17.369 Personen standen zur Verfügung, die 2015 erstmalig eine Erwerbsminderungsrente erhielten. Der (Spät‑)Aussiedler-Status wurde über das Fremdrentenmerkmal definiert. Outcome war die Inanspruchnahme medizinischer Rehabilitation in den letzten 5 Jahren vor der Erwerbsminderungsrente. Der Einfluss demografischer/sozioökonomischer Faktoren wurde mithilfe einer logistischen Mehrebenenregression kontrolliert.

Ergebnisse

Ausländische Staatsangehörige wiesen im Vergleich zu Deutschen ohne (Spät‑)Aussiedler-Status eine geringere Chance der Inanspruchnahme medizinischer Rehabilitation auf. Die adjustierten Odds Ratios (OR) betrugen 0,79 (95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI]: 0,67–0,92) für türkische und 0,56 (95 %-KI: 0,45–0,71) für EU-Ausländer/‑innen. (Spät‑)Aussiedler/‑innen hatten demgegenüber eine höhere Chance der Inanspruchnahme von Rehabilitation (adjustiertes OR = 1,40, 95 %-KI: 1,20–1,64).

Schlussfolgerung

Ausländische Staatsangehörige nehmen die Rehabilitation im Vorfeld der Erwerbsminderungsrente seltener als deutsche Staatsangehörige in Anspruch. Dies ist vermutlich durch Barrieren beim Zugang zur Rehabilitation zu erklären, die durch Schnittstellenprobleme beim Übergang von der Hausarztversorgung in die Rehabilitation sowie durch Informationsdefizite verursacht werden. (Spät‑)Aussiedler/‑innen scheinen beim Zugang nicht benachteiligt zu sein.

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Literatur
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