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Impfung RSV-Impfung schützt auch Senioren

Jedes Jahr infizieren sich viele Menschen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV). Das Risiko für schwere Verläufe ist besonders für Säuglinge und ältere Menschen hoch. Eine Auswertung verschiedener Studien zeigt, dass eine Impfung davor schützen kann.

Das weit verbreitete RS-Virus kann Erkältungen und Husten, aber auch schwere Infektionen der unteren Atemwege verursachen. In der EU, in Norwegen und in Großbritannien müssen jährlich insgesamt etwa 250.000 Kinder unter fünf Jahren wegen RSV im Krankenhaus behandelt werden – einige davon sogar intensivmedizinisch. Bei den Erwachsenen sind es jedes Jahr etwa 156.000. Jährlich infiziert sich einer von 20 Senior*innen in Europa mit dem Virus. Zur Risikogruppe gehören Frühgeborene und Säuglinge unter einem halben Jahr sowie Ältere über 65 und Menschen mit geschwächter Immunabwehr, Diabetes, Herz- und Lungenkrankheiten sowie anderen Grunderkrankungen.

Impfung schützt vor Lungenentzündung und Bronchitis

Für Neugeborene und Säuglinge empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine passive Immunisierung mit langwirksamen monoklonalen Antikörpern. Für ältere Menschen gibt es verschiedene Impfstoffe zur aktiven Immunisierung. Die STIKO empfiehlt derzeit die Impfstoffe ABRYSVO (Pfizer) oder AREXVY (GSK) – und die Impfung idealerweise spätestens Anfang Oktober und für alle ab 75 Jahren bzw. schon ab 60, wenn bestimmte Grunderkrankungen vorliegen.

Der nun veröffentlichte Cochrane Review stützt diese Empfehlung: Er hat vier randomisiert kontrollierte Studien mit rund 100.000.Teilnehmer*innen gepoolt und analysiert, ob und wie gut die Impfstoffe vor dem RS-Virus schützen. Diese gepoolte Analyse zeigt: In der ersten RSV-Saison nach der Impfung sind ältere Erwachsene wirksam vor RSV-bedingten Erkrankungen der unteren Atemwege geschützt – also etwa vor Lungenentzündung und Bronchitis.

In konkreten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Von 1.000 geimpften Menschen über 60 Jahre erkrankte in der darauffolgenden Infektionssaison nur etwa eine Person an einer RSV-bedingten Infektion der unteren Atemwege. Bei den Ungeimpften traf es dagegen rund fünf von 1.000 Personen. Mit Blick auf leichte Atemwegsinfekte – also die „ganz normalen“ Erkältungen – ist der Effekt sogar noch ein wenig größer: Hier ersparte die RSV-Impfung sechs von 1.000 Senioren eine Erkrankung.

cochrane.de

Bildnachweise
Seniorin beim Husten mit der Hand vor dem Mund/© mheim3011 / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)