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04.05.2017 | Hygiene | Nachrichten

Zu wenig Zeit für saubere Hände

Welthändehygienetag am 5. Mai 2017: Tipps für eine hygienische Händedesinfektion

Wie werden Krankheitserreger in der Pflege übertragen? Über die Hände der Beschäftigten. Deshalb muss eine wirksame Händehygiene einen hohen Stellenwert haben. Das ist unter Fachleuten unbestritten. "Mit einfachen Hygienemaßnahmen hat es jeder im wahrsten Sinne selbst in der Hand, das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren und Infektionskrankheiten vorzubeugen", sagt Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

© Volker Witt / fotolia.com

Händehygiene: Worauf kommt es an?

Die wichtigsten Empfehlungen für erfolgreiche Händehygiene nennt Johanna Knüppel, Sprecherin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), in einer aktuellen Meldung. Darin beruft sich der DBfK auf die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) für die Händedesinfektion.

  • Zu einer korrekten Händedesinfektion gehört eine Mindestmenge an Desinfektionsmittel. Diese muss flächendeckend und in der richtigen Benetzungstechnik aufgetragen werden.
  • Entscheidend ist eine Einwirkzeit von etwa 30 Sekunden.

Die DBfK-Sprecherin kritisiert, diese Zeit werde Pflegenden allerdings kaum zur Verfügung gestellt. Wer sich darauf verlasse, dass mit steigendem Verbrauch an Desinfektionsmittel automatisch die Händehygiene verbessert werde, liege falsch, so Knüppel: "Das ist eine große Gefahr für kranke und pflegebedürftige Menschen."

Fünf Anlässe für Händedesinfektion in der Pflege

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benennt fünf Anlässe für eine hygienische Händedesinfektion:

  1. Vor Patientenkontakt
  2. Vor einer aseptischen Tätigkeit
  3. Nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material
  4. Nach Patientenkontakt
  5. Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung.

Hinzu kommt die grundsätzliche Vorgabe, auch nach dem Abstreifen von Schutzhandschuhen eine Händedesinfektion durchzuführen.

Doch im Pflegealltag fehlt häufig die Zeit für wirksame Händehygiene, bemängelt der DBfK. Lege man "die in Deutschland üblichen Personalschlüssel auf Normal- und Intensivstationen zugrunde", entstünden pro Schicht und Pfleger allein für die fachgerechte Händedesinfektion "ein Zeitbedarf von bis zu zwei Stunden".

Ausführliche Informationen zu Hygiene in der Pflege finden Sie auch im Heilberufe Spezial "Hygiene leben".

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