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23.06.2022 | HSK | Nachrichten

Gesundheitssystem im Krisenmodus – gemeinsam agieren

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Ukrainekrieg, Pandemie und Klimawandel – gleich drei Krisen fordern auch das Gesundheitswesen heraus. Der Umgang damit stand am Mittwoch im Mittelpunkt der Eröffnung des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit (HSK) in Berlin. Dieser findet erstmals seit 2019 wieder in Präsenz statt.

Zentrale Frage für Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist: „Wie schaffen wir es, künftigen Generationen das zu erhalten, was wir zuletzt in einer großen Gesundheitskrise als unverzichtbar erlebt haben: hochwertige Gesundheitsversorgung?“ Wegen der Gesundheitsministerkonferenz in Magdeburg war der Minister per Videobotschaft der Eröffnungsveranstaltung zugeschaltet.

Lauterbach machte deutlich, dass zur Bewältigung der enormen Herausforderungen das gemeinsame Agieren aller Akteure im Gesundheitswesen notwendig ist. Strukturen müssten langfristig und mit nachhaltiger Wirkung verbessert werden. Die Krankenhausversorgung sei stärker am Bedarf auszurichten und es müssten mehr stationäre Leistungen ambulant erbracht werden. Auch der Abbau von „vermeidbaren Doppelstrukturen“ sei notwendig.

Eine weitere Herausforderung liege darin, die Arbeitsbedingungen in den Gesundheitsberufen „langfristig“ zu verbessern, sagte Lauterbach. Das gelte insbesondere für die Pflegeberufe.

Ukraine braucht medizinische Hilfe

Den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verurteilte Lauterbach auf Schärfste und sicherte dem Land medizinische Hilfe zu. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir der Ukraine auch auf Gesundheitsebene helfen wollen“, erklärte der Minister. Nach Austausch mit dem ukrainischen Gesundheitsminister unterstütze man bereits mit hochwertigen Prothesen und beim Aufbau von Traumazentren. Zudem würden Schwerstverletzte ausgeflogen und in deutschen Krankenhäusern versorgt. Allen, die diese Hilfe ermöglichten, gelte sein Dank, so Lauterbach. Es sei gut, „dass auch dieser Hauptstadtkongress im Zeichen von Humanität und Solidarität mit der Ukraine steht.“

Wie notwendig das ist, machte der ukrainische Gesundheitsminister Viktor Liashko in einer bewegenden Videobotschaft deutlich. Demnach sind mehr als 700 medizinische Einrichtungen in der Ukraine bisher angegriffen worden, 115 davon komplett zerstört. In vielen Gebieten gibt es für die Menschen keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Deutschland sei bereits sehr engagiert, betonte Liashko und könne der Ukraine weiterhelfen, etwa durch Material oder durch Zugang zu Technologie. (ne)

Hauptstadtkongress 2022

Unter dem Motto „Ein resilientes Gesundheitssystem – Mythos oder Möglichkeit?“ werden zu dem Branchentreffen bis Freitag rund 4.000 Besucher aus Medizin, Pflege und Klinikmanagement erwartet. Knapp 130 Aussteller der Gesundheitswirtschaft sind vertreten.

www.hauptstadtkongress.de

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