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1. Historische Beispiele für Pandemien und daraus folgende Präventionsmaßnahmen

  • 2021
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Erschienen in:

Zusammenfassung

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Die meisten Präventionsmaßnahmen, die heute in der Bekämpfung der SARS-CoV-2-Pandemie zur Anwendung kommen, haben bereits eine lange Geschichte. Schon im Zuge der Pestpandemie im 14. Jahrhundert trugen Quarantäne, Versammlungsverbote sowie die Reinigung von Gegenständen, mit denen Kranke in Berührung gekommen waren, wesentlich zur Eindämmung der Seuche bei. Im 19. Jahrhundert wurden Wohn- und Lebensbedingungen der Stadtbevölkerung untersucht, um die Entstehung bzw. Verbreitung von gefährlichen Seuchen wie der damals ausbrechenden Cholera zu verhindern. Im ausgehenden 18. Jahrhundert kam mit der Entstehung der „Medicinischen Polizey“, einem obrigkeitlichen Konzept mit dem Ziel der Förderung und Kontrolle des Gesundheitsverhaltens der Bevölkerung, die Impfung als Präventionsmaßnahme gegen Seuchen hinzu. Den im 19. Jahrhundert erlassenen Impfgesetzen folgte als Reaktion auf den staatlichen Zugriff auf den Körper die Entstehung einer Impfgegnerbewegung. Am Beispiel des Impfens lässt sich in besonderem Maße ablesen, dass präventive Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit auch stets als Eingriff in die private Selbstbestimmung und die Integrität des Körpers wahrgenommen wurden und daher auch immer Protest und Gegenbewegungen hervorriefen.
Titel
Historische Beispiele für Pandemien und daraus folgende Präventionsmaßnahmen
Verfasst von
Prof. Karen Nolte
Copyright-Jahr
2021
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-63722-7_1
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