Hebammenhilfe bei exzessivem Säuglingsschreien
- 11.11.2025
- Studentische Arbeiten
- Verfasst von
- Mia Frank
- Erschienen in
- Zeitschrift für Hebammenwissenschaft | Ausgabe 2/2025
Auszug
Die meisten Neugeborenen stoßen unmittelbar nach ihrer Geburt den ersten Schrei aus. Was am Geburtstag zu Erleichterung führt, kann Wochen später zu einer starken Belastung für die Familie werden. Exzessiv schreiende Säuglinge, umgangssprachlich „Schreibabys“, werden nach den Rom-IV-Kriterien (Diagnosekriterien für funktionelle gastrointestinale Störungen auf Grundlage von Expert*innenkonsens) durch vermehrte Schrei- und Unruhephasen ohne eine organische Ursache bei Säuglingen unter fünf Monaten definiert [13]. Während des Schreiens, welches überwiegend abends und nachts auftritt, lassen sich die Säuglinge kaum oder gar nicht beruhigen [2]. Exzessiv schreiende Säuglinge schlafen durchschnittlich weniger, sind angespannter und reizempfindlicher als nicht betroffene Säuglinge [2]. Häufig nimmt das Schreien nach den ersten drei Monaten ab [3]. Die Ursache für das verstärkte Schreien ist nicht eindeutig geklärt [13]. Teilweise werden Bauchschmerzen, sog. „Dreimonatskoliken“, als Auslöser angeführt [13]. In der aktuellen Fachliteratur jedoch gelten diese als alleinige Auslöser als überholt [2, 21]. Die Psychiaterin Mechthild Papoušek prägte die Ursachenforschung sowie den Umgang mit exzessiv schreienden Säuglingen mit ihrem Modell der Symptomtrias [2, 21]. Sie sieht nicht allein Faktoren aufseiten des Säuglings, sondern ein Zusammenwirken von Säugling, Eltern und einer dysfunktionalen Eltern-Kind-Beziehung als Ursache des exzessiven Schreiens [21]. Das exzessive Schreien kann zu einer großen psychischen Belastung werden, die Stillbeziehung verkürzen [12, 13] und das Risiko für Kindesmisshandlungen mit schwerwiegenden Folgen wie z. B. einem Schütteltrauma vergrößern [13]. …
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- Titel
- Hebammenhilfe bei exzessivem Säuglingsschreien
- Verfasst von
-
Mia Frank
- Publikationsdatum
- 11.11.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Erschienen in
-
Zeitschrift für Hebammenwissenschaft / Ausgabe 2/2025
Elektronische ISSN: 2366-3766 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s44476-025-00022-4
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