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27.09.2017 | Hautpflege | Onlineartikel

Die Haut: Aufbau, Funktion und Krankheiten

Autor:
Dr. Yvette Zwick

Die Haut (Derma) grenzt unseren Körper nach außen hin ab. Sie schützt ihn vor Umwelteinflüssen wie Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Wind, Staub, Schmutz, Austrocknung, UV-Strahlung, schädlichen Substanzen, Keimen und vielem mehr (Barrierefunktion der Haut). Sie bestimmt unser Erscheinungsbild und gilt als "Spiegel unserer Seele". Hautprobleme wiederum können unser Wohlbefinden derart beeinflussen, dass wir uns "in unserer Haut nicht mehr wohl fühlen". Daher sollte auch in der Pflege der Haut besonderes Augenmerk geschenkt werden.

Überblick: Aufbau der Haut

Die Haut ist schichtartig aufgebaut. Von außen nach innen umfassen die einzelnen Hautschichten, die Oberhaut (Epidermis), die Lederhaut (Dermis, Corium) und das Unterhautfettgewebe (Subcutis), eine Schicht aus Fettzellen und lockerem Bindegewebe.

© Peter Hermes Furian / stock.adobe.comGrafik: Querschnitt der Haut

Von außen sichtbar ist nur die Oberhaut, die aus einem mehrschichtigen verhornenden Plattenepithel besteht. Diese Hornschicht ist an Handinnenflächen und Fußsohlen verdickt. Die Oberhaut kann von außen nach innen weiter unterteilt werden in die Hornschicht (Stratum corneum), die Glanzschicht (Stratum lucidum), die Körnerzellenschicht (Stratum granulosum), die Stachelzellschicht (Stratum spinosum) und die Basalschicht (Stratum basale).

Funktionen der Haut

Welche Aufgaben erfüllt die gesunde Haut? Ist die Haut intakt, kann sie uns gegen schädliche äußere Einflüsse abschirmen (zum Beispiel durch Verdickung der Hornschicht, Pigmentbildung, Erweiterung oder Verengung der Gefäße). Sie schützt vor äußeren Einflüssen und reguliert den Wärmehaushalt. Die Haut nimmt nicht nur Wirkstoffe auf, speichert Wasser, Fett und Salze und scheidet Stoffwechselprodukte aus, sondern ist auch an der körpereigenen Vitamin-D-Synthese beteiligt.

Die Oberhaut ist ständig äußeren Einflüssen ausgesetzt und unterliegt daher einem steten Erneuerungsprozess. In ihrer untersten Zellschicht werden permanent neue Zellen gebildet, die nach oben geschoben werden, verhornen und absterben. Diese Hornschicht besitzt einen Säureschutzmantel (Hautschutzmantel) mit einem pH-Wert von circa 5,5. Sie bildet eine widerstandsfähige Schutzschicht gegen schädigende Einflüsse. Die darunter liegende Lederhaut sorgt mit ihrem dichten Bindegewebe für Elastizität und Festigkeit der Haut. In ihr liegen Nerven- und Muskelfasern, Schweiß- und Talgdrüsen, Blut- und Lymphgefäße, Haarwurzeln, Tastsinneszellen, Wärme- und Kälterezeptoren. Ihre Gefäße versorgen die Oberhaut mit Nährstoffen. Das Unterhautfettgewebe ist ein Wärme- und Nährstoffspeicher, polstert darunterliegende Strukturen, dämpft äußeren Druck und Stöße ab und schützt vor Wärmeverlust.

Hautprobleme: Allergien, Ekzeme, trockene Haut und Dekubitus

Gesunde Haut bietet ausreichenden Schutz. Doch Haut ist verletzlich, insbesondere dort, wo sie stark und längere Zeit beansprucht wird, zum Beispiel durch mechanische und thermische Beanspruchung, UV-Licht, Nässe, hautreizende Stoffe wie Desinfektionsmittel, häufiges beziehungsweise aggressives Reinigen oder aber pathogene Keime. Ist die Barrierefunktion der Haut beeinträchtigt, kann es zu Hauterkrankungen kommen. Allergien, Ekzeme (Kontakt-, Handekzeme), schuppige und trockene Haut(stellen), Inkontinenz-assoziierte Dermatitis oder Dekubitus (Druckgeschwüre) sind nur einige der möglichen Folgen. Unter günstigen Voraussetzungen regeneriert sich die Haut nach Schädigung von selbst. Allerdings benötigt sie hierfür Zeit. Wirken jedoch weiterhin Noxen (schädigende Stoffe) auf sie ein, wird die Regeneration behindert.

Empfindliche Haut im Kindesalter und Hautveränderungen im Alter

Im Kindesalter und bei Senioren treten gehäuft Hautprobleme auf, sei es durch Wundliegen im Windelbereich oder an besonders gefährdeten und exponierten, (über)empfindlichen Hautarealen (Steißbein). Diese Veränderungen werden erst als Rötungen wahrgenommen.

Im Alter verliert die Haut zudem Feuchtigkeit, nicht zuletzt auch wegen vermindertem Durstgefühl und verringerter Flüssigkeitszufuhr. Doch auch trockene Altershaut verdient es, besonders gut gepflegt zu werden.

Welche Rolle spielt die Haut in der Pflege?

In der Pflege sind daher regelmäßige Untersuchungen der Haut, Dokumentation des Hautstatus sowie die adäquate Pflege der Haut essentiell, damit diese ihre Funktionen aufrechterhalten kann.

Der Umgebungshaut chronischer Wunden, von PEG-Sonden und Stomata sollte dabei besonderes Augenmerk geschenkt werden. Bei Diabetikern ist eine genaue Untersuchung der Füße unerlässlich. Bei bettlägerigen Patienten obliegt es den Pflegekräften, verdächtige Rötungen rechtzeitig zu erkennen, damit eine adäquate Therapie initiiert werden kann, noch bevor sich ein Dekubitus entwickelt.

Desinfizieren und Waschen: Wie lässt sich die Haut schonen?

Problematisch kann sich in der Pflege häufiges Desinfizieren gestalten, da hierdurch der Säureschutzmantel der Haut angegriffen wird, was es Keimen erleichtert, Fuß zu fassen. Behandlungen zielen daher darauf ab, die Schutzfunktion der Haut wiederherzustellen. Weniger ist dabei oft mehr. Bei Inkontinenz sind zur täglichen Reinigung warmes Wasser und eine weiche Windel, die als Waschlappen dient, Feuchttüchern mit potenziell reizenden Duft- und Konservierungsstoffen und Seifen oder desinfizierende Zusätzen, die den Säure- und Fettschutzmantel der Haut zerstören, vorzuziehen. Werden pH-neutrale Waschlotionen verwendet, muss jedoch unbedingt mit klarem Wasser nachgespült und trockengetupft werden. Bei Stuhlinkontinenz ist problematisch, dass in Stuhlresten Verdauungsenzyme enthalten sind, die die Haut besonders angreifen können.

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