Skip to main content
main-content

16.05.2019 | Häusliche Pflege | Nachrichten

Bayern: Pflegesituation wie im Alltag vorab proben

Deutschlands erstes Pflegeübungszentrum wurde in Unterfranken eingeweiht.

© Springer Pflege AkademieWenn eine Pflegesituation eintritt, ist plötzlich alles ganz anders. In Bayern können Angehörige die Versorgung jetzt unter "Realbedingungen" üben. (Symbolbild)

Im Landkreis Rhön-Grabfeld hat ein nach Angaben der Initiatoren bundesweit einzigartiges Pflegeübungszentrum seinen Betrieb aufgenommen. In dem Modellprojekt im unterfränkischen Mellrichstadt sollen Pflegebedürftige und Angehörige lernen können, ob und wie Pflege in den eigenen vier Wänden möglich ist. Dafür können sie sich bis zu 21 Tage in das Haus einmieten und dort leben.

Konkret soll in dem Pflegeübungszentrum möglichst wohnungsgetreu geübt werden. Deshalb können entsprechende Barrieren, wie sie in einer Wohnung oder einem Haus vorhanden sind, individuell eingebaut werden. Den Angehörigen soll damit aufgezeigt werden, wie in den eigenen vier Wänden für die Pflegesituation umgebaut werden muss.

Durch professionelle Anleitung sollen außerdem Wege aufgezeigt und Hilfen koordiniert werden, die unter Umständen auch stationär oder teilstationär im Ergebnis sein können, um eine Situation zu schaffen, mit der alle Beteiligten zufrieden leben können. Aktuell ist das Pflegeübungszentrum für zwei Übungsplätze ausgelegt, eine Ausweitung auf vier Plätze ist nach eigenen Angaben möglich.

Nach den Worten von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) ist es das Ziel, mit dem Pflegeübungszentrum „eine optimale Pflegesituation für alle Beteiligten“ zu schaffen und dabei auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie der Angehörigen zu ermöglichen. Mithilfe des „innovativen Konzeptes“, das den „Häusliche Pflege Innovationspreis“ erhalten hat, soll zudem die ambulante Versorgung im ländlichen Bereich qualitativ weiterentwickelt und für die Zukunft ausgerichtet werden.

Das bayerische Gesundheitsministerium fördert das Projekt mit rund 200.000 Euro. Darüber hinaus kommen das Deutsche Hilfswerk und der Caritasverband des Landkreises für die Finanzierung auf. Außerdem nimmt das Zentrum Spenden entgegen. (sct)

Bildnachweise