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„Familienkonferenz Pflege“  Gemeinsam für individuelle Pflegelösungen

Um die familiäre Pflege zu stärken, setzt Sachsen-Anhalt in einem Modellprojekt auf moderierte „Familienkonferenzen“. Im Verbund sollen individuelle Pflegelösungen erarbeitet werden.

Gesprächsrunde © OneLineStock / shutterstockGemeinsam individuelle Pflegelösungen erarbeiten - darauf zielt das Modellprojekt "Familienkonferenz Pflege" in Sachsen-Anhalt.
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In Sachsen-Anhalt ist das Modellprojekt „Familienkonferenz Pflege – Für gute Pflege Zuhause“ gestartet. Wie das Sozialministerium mitteilt, soll das neue Format die häusliche Versorgung pflegebedürftiger Menschen stärken und die Lebensqualität von Betroffenen und pflegenden An- und Zugehörigen verbessern.

Überforderung von Einzelnen vermeiden

Im Mittelpunkt stehen strukturierte Gesprächsrunden: Pflegebedürftige, Angehörige, Freund*innen, Nachbar*innen und bei Bedarf professionelle Pflegeakteur*innen entwickeln dabei Lösungen für die jeweilige Pflegesituationen. Ziel sei es, laut Ministerium, Pflegeaufgaben klar zu verteilen und eine Überforderung von Einzelnen zu vermeiden.

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DPR fordert Umbau der Langzeitpflege

Der Deutsche Pflegerat will die Langzeitpflege grundlegend neu organisieren. In einem Positionspapier präsentiert der Pflegedachverband neun Schritte hin zu einer personen- und familienzentrierten Versorgung. 

Eine koordinierende Fachkraft moderiert die Gespräche, in denen die individuelle Pflegesituation, Unterstützungsbedarfe und die verfügbaren Ressourcen ermittelt werden. Sorgen und Konflikte werden frühzeitig angesprochen. Der Zugang zu regionalen Beratungsangeboten und Pflegedienstleistungen wird angebahnt.  

Das Angebot ist niedrigschwellig, freiwillig und kostenfrei. Es adressiert sowohl Menschen, die bereits im häuslichen Umfeld pflegen als auch Menschen, die künftig Pflege organisieren müssen. Alle Leiter*innen der Familienkonferenzen werden für ihre Aufgabe geschult. Im Anschluss sollen bis zu zehn Familienkonferenzen pro Jahr stattfinden.

Ziel: Versorgung im vertrauten Umfeld

Landessozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) verwies auf die enormen Herausforderungen, die familiäre Pflege bedeutet. Pflegende Angehörige stünden häufig vor emotionalen, körperlichen und finanziellen Belastungen, die sie nicht selten an ihre Grenzen führten. „Mit den Modellprojekten sorgen wir dafür, dass Pflege nicht als Last, sondern als Teil des gesellschaftlichen Zusammenhalts erkannt wird.“ Yvonne Jahn vom Projektpartner PiA betonte, mit dem Modellprojekt werde eine langfristige pflegerische Versorgung im vertrauten Wohnumfeld angestrebt.

Das Projekt „Familienkonferenz Pflege“ wird mit rund 1,42 Millionen Euro durch das Land Sachsen-Anhalt und die Pflegekassen gefördert. Grundlage ist das Pflegeunterstützungs- und Entlastungsgesetz (PUEG), das die Flexibilisierung und Stärkung der häuslichen Pflege in den Fokus rückt. Perspektivisch sollen weitere Träger und Fachkräfte Familienkonferenzen anbieten. (ne)

Bildnachweise
Gesprächsrunde/© OneLineStock / shutterstock