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Gewaltschutz für Menschen mit Pflegebedarf

Praxisrelevante Ergebnisse und Implikationen des Forschungsprojektes „Pflege als Risiko“

  • 03.12.2025
  • Themenschwerpunkt
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Gewalt in der Pflege ist ein komplexes, wachsendes Phänomen mit strukturellen und individuellen Ursachen. Systematische Analysen zur polizeilichen Bearbeitung einschlägiger Fälle fehlten bislang weitgehend.

Ziel der Arbeit

Das Projekt untersucht, welche Risikofaktoren und Tatkonstellationen bei Pflegegewalt vorliegen, und mit welchen Herausforderungen die Strafverfolgung konfrontiert ist. Ziel sind Lösungsansätze für einen verbesserten Umgang mit Gewalt in der Pflege.

Material und Methoden

Die Datenbasis umfasst eine Analyse von 106 Fällen sowie eine Interviewstudie mit 64 Expertinnen und Experten verschiedener Fachbereiche. Auf dieser Basis wurden in multidisziplinären Workshops praxisrelevante Lösungen für einen verbesserten Gewaltschutz von Menschen mit Pflegebedarf entwickelt. Aussagekraft und Generalisierbarkeit der Ergebnisse sind aufgrund verschiedener Limitationen begrenzt.

Ergebnisse

Die Mehrheit der Opfer war weiblich (69 %), im Schnitt 80 Jahre alt und wurde zu gleichen Teilen ambulant oder stationär gepflegt. Es waren 73 % der Tatverdächtigen professionell Pflegende. Die angezeigten Delikte umfassen hauptsächlich Taten körperlicher Gewalt und Freiheitsberaubung. Die Einstellungsquote beträgt 89 %, u. a. aufgrund eingeschränkter Aussagefähigkeit der Betroffenen und fehlender gerichtsfester Dokumentation. Polizeiliche Optimierungsansätze wurden umgesetzt und das interdisziplinäre Netzwerk Gewaltfreie Pflege gegründet.

Diskussion

Zentrale Erkenntnisse des Netzwerks sind die Notwendigkeit institutionsübergreifender Zusammenarbeit sowie kontinuierlicher Sensibilisierung und Qualifizierung. Das Netzwerk setzt sich für klare Meldewege, Schutzangebote und ein strukturiertes Fallmanagement für pflegebedürftige Opfer ein.
Titel
Gewaltschutz für Menschen mit Pflegebedarf
Praxisrelevante Ergebnisse und Implikationen des Forschungsprojektes „Pflege als Risiko“
Verfasst von
Johanna Erlbeck, M.Sc. Gesundheits- und Pflegewissenschaft
Clara Ackermann
Publikationsdatum
03.12.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie / Ausgabe 1/2026
Print ISSN: 0948-6704
Elektronische ISSN: 1435-1269
DOI
https://doi.org/10.1007/s00391-025-02532-3
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