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25.01.2023 | Gewalt | Nachrichten

Gewalt gegen Pflegende

Pflegekammer NRW fordert mehr Prävention

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Um Pflegekräfte besser vor Gewalt und Übergriffen zu schützen, ist aus Sicht der Pflegekammer NRW ein ganzes Bündel an Maßnahmen notwendig. Dazu zählen die Förderung der Fachexpertise, Deeskalationstrainings und ein runder Tisch für Gewaltprävention.

Ablehnung © Miriam Dörr / stock.adobe.com "Gewalt darf kein Berufsrisiko im Gesundheitswesen sein", so die Pflegekammer NRW. Deeskalationstrainings sind ein Schritt, um Pflegende besser vor Gewalt und Übergriffen zu schützen.

„Gewalt darf kein Berufsrisiko im Gesundheitswesen sein“, erklärte Sandra Postel, geschäftsführende Vorsitzende der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen vergangene Woche bei einer Anhörung des Gesundheitsausschusses im Düsseldorfer Landtag. Anlass für die Anhörung war der Antrag „Respekt für unser Gesundheitspersonal sicherstellen!“ der SPD-Fraktion im nordhein-westfälischen Landtag.

Verschiedene Formen der physischen und psychischen Gewalt gegenüber Pflegefachpersonen sind keine Seltenheit, stellt die Pflegekammer NRW in ihrer Stellungnahme fest. Im Rahmen der Versorgung pflegebedürftiger Menschen könne es täglich zu verbalen, körperlichen und sexuellen Übergriffen kommen

Wie Postel in der Anhörung ausführte, sehen sich Pflegefachpersonen mit sexuellen Belästigungen, in Form von verbalen Aussagen, unwillkommenen Berührungen und Annäherungen bis hin zu Übergriffen und Missbrauch konfrontiert. Ein geschütztes Umfeld und wirkungsvolle Maßnahmen zur Gewaltprävention für die Berufsgruppe seien daher unabdingbar.

Vom Deeskalationstraining für Pflegende bis hin zum runden Tisch

Zum besseren Schutz der professionell Pflegenden plädiert die Pflegekammer für ein Bündel an Maßnahmen. Die Stärkung fachlicher und personaler Kompetenzen bei den beruflich Pflegenden hält sie dabei für besonders wichtig. Darüber hinaus seien eine Enttabuisierung des Themas Gewalt bei Arbeitgebern und gezielte Deeskalationstrainings notwendig. Die unterschiedlichen Facetten von Gewalt müssten thematisiert und Pflegefachpersonen auch für „leise Gewaltformen“ sensibilisiert werden. Unverzichtbar für die Punkte Deeskalation und Beweisführung seien geschultete Führungspersonen.

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Zudem unterstützt die Pflegekammer die Einrichtung eines runden Tisches zur Gewaltprävention im Gesundheitswesen, um die Problematik berufsgruppenübergreifend anzugehen. Ziel sei die Entwicklung einer gemeinsamen Präventions-Leitlinie für NRW. Eine Kameraüberwachung in pflegerischen Einrichtungen lehnt die Kammer ab.

Rahmenbedingungen begünstigen Gewalt

Wie die Pflegekammer betont, können die derzeitigen Rahmenbedingungen in der Pflege und der Personalmangel Gewaltsituationen begünstigen. Über die genannten Maßnahmen hinaus müsse daher auch die strukturelle Verbesserung der Rahmenbedingungen gefördert werden.

Postel kündigte zudem an, die Pflegekammer NRW werde bei der Erarbeitung von Fort- und Weiterbildungsordnungen den Erwerb von Fachexpertise zum Schutz vor Gewalt berücksichtigen. (ne)

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