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10.01.2022 | Originalien

Gewahrsamsfähigkeitsuntersuchungen in der Notaufnahme

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin
Autoren:
Dr. med. Florian Dengler, Dr. med. Johannes Heymer, Dr. med. Matthias Ott, Nora Hosszu, Prof. Dr. med. Tobias Schilling, Prof. Dr. med. Martina Müller-Schilling, Dr. med. Alexander Krohn
Wichtige Hinweise

Zusatzmaterial online

Zusätzliche Informationen sind in der Online-Version dieses Artikels (https://​doi.​org/​10.​1007/​s10049-021-00971-0) enthalten.
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Zusammenfassung

Hintergrund

Notaufnahmen werden regelmäßig mit Gewahrsamsfähigkeitsuntersuchungen konfrontiert. Diese sollen dazu beitragen, gesundheitliche Schädigungen im Polizeigewahrsam zu vermeiden. Jedoch fehlen Richtlinien über Umfang und Indikation einer Gewahrsamsfähigkeitsuntersuchung sowie entsprechende Qualitätsindikatoren.

Ziel der Arbeit

Retrospektive Analyse der durchgeführten Gewahrsamsfähigkeitsuntersuchungen und Erstellung einer Standardvorgehensweise (standard operating procedure, SOP), die eine strukturierte Untersuchung sowie eine entsprechende Dokumentation gewährleisten soll.

Methode

Retrospektive Auswertung der Gewahrsamsfähigkeitsuntersuchungen im Zeitraum zwischen Januar 2011 und März 2021 in einer großen Stuttgarter Notaufnahme. Die Dokumentation wurde dabei auf die Vollständigkeit folgender Qualitätsmerkmale hin untersucht: Anamnese, Vitalparameter, neurologischer Status, körperliche Untersuchung.
Nach einer Literaturrecherche wurde eine praktikable und strukturierte SOP erarbeitet.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 4567 Gewahrsamsfähigkeitsuntersuchungen ausgewertet. In 54,26 % ist eine körperliche Untersuchung dokumentiert worden, eine Anamnese nur in 5,98 %. Die Vitalwerte wurden in nur neun Fällen vollständig erfasst. In 62 % der Untersuchungen wurden keine Vitalwerte dokumentiert. Von den Patienten wurden 80,67 % gewahrsamsfähig erklärt.

Diskussion

Die analysierten Gewahrsamsfähigkeitsuntersuchungen zeigen viele Defizite und insbesondere die Dokumentation muss deutlich verbessert werden. Die systematische Untersuchung dazu, vor allem aus Sicht von klinisch tätigen Ärzten, ist in Deutschland lückenhaft. Die vorgeschlagene SOP orientiert sich an der aktuellen Literatur und bietet ein praktikables und standardisiertes Vorgehen zur Gewahrsamsfähigkeitsuntersuchung und zu deren korrekter Dokumentation an. Hierbei wird sowohl den Ansprüchen der Mediziner als auch der Polizei Rechnung getragen.

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