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Gestaltung des Beziehungsaufbaus zwischen Hebamme und werdender Mutter im Setting der außerklinischen Geburtshilfe im deutschsprachigen Raum – eine qualitative deskriptive Studie

  • Open Access
  • 27.03.2026
  • Original

Zusammenfassung

Hintergrund

In der Literatur sind zahlreiche Erkenntnisse über die Charakteristiken einer gelungenen Beziehung zwischen Hebamme und Schwangerer zu finden. Auf welche Weise jedoch der Beziehungsaufbau von der Hebamme angegangen werden kann, ist bisher unklar.

Ziel

Ziel der Untersuchung war es, konkrete Aktivitäten von Hebammen zur Gestaltung des Beziehungsaufbaus zu Schwangeren im Kontext einer kontinuierlichen Begleitung zu erfassen. Außerdem war von Interesse, inwiefern sich im Beziehungsaufbau eine professionelle Vorgehensweise durch Hebammen abzeichnet.

Methodik

Vor dem Hintergrund des qualitativ deskriptiven Designs wurden mittels teilnarrativem Interview nach Kruse 14 Hebammen befragt, die in einem kontinuierlichen Betreuungssystem mit Bezugssystem im deutschsprachigen Raum arbeiteten. Die Datenanalyse erfolgte über eine inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz.

Ergebnisse

Die ersten Begegnungen mit Schwangeren nutzen Hebammen zur Erarbeitung eines gemeinsamen Auftrags und zum Eingehen einer zwischenmenschlichen Verbindung. Mit der beidseitigen Zusage zur Betreuung entsteht ein Arbeitsbündnis, aus dem anschließend ein reziprokes Vertrauensverhältnis wachsen kann.

Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse zeigen, dass Hebammen den Beziehungsaufbau zu Schwangeren bewusst planen und gestalten, jedoch auch in einigen Bereichen Unsicherheit aufweisen und sich dort ein Bedarf an mehr Professionalität abzeichnet.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Hintergrund

Eine frauzentrierte und partnerschaftliche Beziehung steht im Zentrum der Hebammentätigkeit [24, 37, 45, 54, 66]. Sie beeinflusst maßgeblich das Geburtserlebnis, indem sie Gebärende in ihrer Autonomie, ihren Wahlmöglichkeiten, ihrem Kontrollgefühl und ihrem Selbstvertrauen stärkt [11, 17, 18, 48, 61, 62]. Zugleich fördert sie die Arbeitszufriedenheit von Hebammen [34, 39, 51]. Frauzentrierte Beziehungsgestaltung bedeutet, die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der einzelnen Frau zum Ausgangspunkt der Betreuung zu machen [8, 10, 19, 37, 44, 53]. Partnerschaftliche Zusammenarbeit entsteht, wenn Hebammen die Kompetenzen, Werte und Erfahrungen der Frau als grundlegend anerkennen und ihre eigene fachliche Expertise gleichwertig mit der Expertise der Frau zusammenführen [8, 37, 43, 44, 46].
Damit dies gelingen kann, bedarf es der gegenseitigen Offenheit und des Willens von Hebamme und Frau, sich kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen [8, 19, 35, 44]. Vonseiten der Hebamme verlangt dies die Bereitschaft, die Frau gleichberechtigt an der Gestaltung der gemeinsamen Arbeit zu beteiligen sowie Entscheidungen respektvoll auszuhandeln und gemeinsam zu verantworten. Vonseiten der Frau ist die Motivation zentral, eigene Anliegen einzubringen und aktiv mitzuwirken [37, 47]. Zugleich wird in der Literatur die Herausforderung für Hebammen diskutiert, dass die Intensität der Beziehung professionelle und persönliche Anteile miteinander verflechten kann [12, 46].
Um professionelle Distanz und persönliche Beteiligung auszubalancieren, benötigen Hebammen eine hohe emotionale und soziale Intelligenz, Reflexionsfähigkeit, Achtsamkeit und Erfahrung [3, 12, 13, 35]. Der Aufbau von Vertrauen und gegenseitigem Verständnis ist dabei ein Prozess, der Zeit voraussetzt, welche insbesondere in kontinuierlichen Betreuungssituationen („relational continuity of care/continuity of carer“) zur Verfügung steht [3, 6, 11, 15, 37, 51]. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann eine stabile Beziehung entstehen, die auch in herausfordernden Situationen trägt [3, 15, 20, 53].
In der hebammenwissenschaftlichen Literatur wird diese Beziehungsqualität häufig zwischen den Polen professioneller Beziehung und Freundschaft verortet. Während Hebammen in kontinuierlichen Betreuungssituationen die Beziehung zu Frauen primär als professionell charakterisieren, die situativ auch Intimität zulassen und persönlich werden kann [27, 44, 46, 59], bezeichnen Frauen nach Geburtshaus- oder Hausgeburten die Beziehung zur Hebamme teilweise als freundschaftlich, gleichzeitig jedoch als durch Rahmenbedingungen (z. B. zeitliche Terminierung) professionell strukturiert [15, 36, 65].

Theoretischer Rahmen

Aus sozialpsychologischer Perspektive liegt eine zwischenmenschliche Beziehung vor, wenn sich zwei Personen in Denken, Fühlen und Handeln wechselseitig aufeinander beziehen und sich sozial beeinflussen [8, 67]. Die Machtverteilung kann dabei symmetrisch oder asymmetrisch sein. Die Bedeutung von Beziehungsarbeit in den Gesundheitsberufen wird in dem Arbeitsbündnis von Oevermann [49, 50] hervorgehoben. Das Arbeitsbündnis als Handlungslogik stellt einen Teil seiner revidierten strukturalen Theorie professionalisierten Handelns [49, 50] dar und dient dieser Arbeit als theoretischer Rahmen. Für Beziehungen zwischen Gesundheitsfachpersonen und Patient:innen, in diesem Fall schwangeren und gebärenden Frauen, liefert Oevermann wichtige Impulse, insbesondere mit Blick auf Rollen, Anforderungen und Machtasymmetrien [28, 50]. Das Arbeitsbündnis beschreibt eine zeitlich begrenzte, anlassbezogene Beziehung, die Patient:innen aufgrund von Leidensdruck eingehen und die mit der Bewältigung der Krise endet [28, 49, 50]. Kennzeichnend ist die Einheit von Spezifität und Diffusität: Einerseits sind die Rollen klar definiert, andererseits entsteht eine diffuse, vielgestaltige Beziehung, in der sich vor allem die hilfesuchende Person als Privatperson öffnet [28, 49, 50]. Ergänzend wird dieses Spannungsfeld durch Übertragung und Gegenübertragung geprägt und setzt einen beidseitigen Vertrauensvorschuss voraus [50]. Aufgabe der Fachperson ist es, dieses Spannungsverhältnis so zu gestalten, dass eine tragfähige, handlungsfähige Arbeitsbeziehung möglich wird.
Ergänzend wird das Human-to-Human Relationship Model nach Joyce Travelbee herangezogen. Während das Arbeitsbündnis nach Oevermann auf einer übergeordneten Ebene die Beziehung zwischen Gesundheitsfachperson und Patient:in charakterisiert, bietet das Human-To-Human Relationship Model nach Travelbee vor dem Hintergrund von Beziehungsarbeit in der psychiatrischen Pflege [2, 63] einen Bezugsrahmen für die Einordnung differenzierter Arbeitsschritte im prozesshaften Beziehungsaufbau zwischen Hebamme und schwangerer Frau.
Im Mittelpunkt des Modells steht die zwischenmenschliche Begegnung zwischen Patient:in und Pflegefachperson, die sich in 5 aufeinander aufbauenden Phasen entwickelt [38, 52, 63]:
1.
Erstbegegnung – Die Pflegefachperson zielt darauf ab, Vertrauen aufzubauen und Sorgen sowie Erwartungen der Patient:innen zu erfassen.
 
2.
Entstehende Identitäten – Beide Beteiligten nehmen Persönlichkeit, Werte und Erfahrungen des Gegenübers wahr und erkennen diese wechselseitig an.
 
3.
Empathie – Gefühle werden geteilt; die Pflegefachperson begegnet den Emotionen der Patient:innen mit Mitgefühl, ohne selbst mitzuleiden.
 
4.
Sympathie – Eine emotionale Beteiligung der Pflegefachperson wird deutlich und zeigt sich in dem Wunsch, das Leiden der Patient:innen zu lindern.
 
5.
Rapport – Es entsteht eine zwischenmenschliche Verbindung, in der die Pflegefachperson dem/der Patient:in unvoreingenommenen und respektvollen begegnet und diese Haltung in Interventionen zur Linderung von Leiden umsetzt.
 
Mit der letzten Phase des Rapports agieren Pflegefachperson und Patient:in, basierend auf Vertrauen und Respekt, als Einheit und schließen den Beziehungsaufbau ab.

Forschungsstand zum Beziehungsaufbau zwischen Hebamme und schwangerer Frau im kontinuierlichen Betreuungssetting

Um den Forschungsstand zum Beziehungsaufbau zwischen Hebamme und schwangerer Frau zu erfassen, wurde im Rahmen der Masterarbeit eine systematische Literaturrecherche zwischen Juni und Oktober 2023 in 5 internationalen Fachdatenbanken durchgeführt. Die Analyse zeigt, dass der ersten Begegnung und dem ersten Eindruck große Relevanz für das Gelingen des Beziehungsaufbaus zwischen Hebamme und schwangerer Frau zugeschrieben wird [1, 27, 35, 59]. Als Faktoren, die den Beziehungsaufbau beeinträchtigen oder zum Scheitern führen können, werden mangelnde Kommunikationsfähigkeit, unvereinbare Erwartungen oder fehlendes Vertrauen genannt [15, 19, 27, 35, 46]. Die Befunde zeigen, dass Initiierung und Aufbau der Beziehung sowie spezifische Gelingensfaktoren bislang nicht direkt untersucht wurden. Neben den begrenzten Einblicken in den Prozess und die Dynamik des Beziehungsaufbaus im kontinuierlichen Betreuungssetting [3, 5, 35] fehlen zudem spezifische Erkenntnisse zum Beziehungsaufbau zwischen Hebamme und Frau im deutschsprachigen Raum.

Ziel und Fragestellung

Ziel dieser Studie ist, konkrete Aktivitäten von Hebammen zur Gestaltung des Beziehungsaufbaus mit schwangeren Frauen im Rahmen einer kontinuierlichen Begleitung im deutschsprachigen Raum zu erfassen und diese im Kontext der Professionalität des Hebammenberufs zu betrachten. Durch die Befragung von Hebammen soll implizites Wissen über den Prozess des gelungenen Beziehungsaufbaus beschrieben werden. Es wurde der Forschungsfrage nachgegangen, wie Hebammen den Beziehungsaufbau zu Schwangeren im Kontext einer kontinuierlichen Betreuung gestalten.

Methodik

Design

Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde der Ansatz der qualitativen deskriptiven Forschung gewählt, da dieser sich für Fragestellungen eignet, bei denen Erfahrungen in ihrer Alltagsnähe und aus Sicht der Beteiligten möglichst dicht beschrieben werden sollen [21]. Der explorative Charakter der Studie dient dazu, das Erfahrungswissen von Hebammen in Bezug auf den durch sie gestalteten Beziehungsaufbau zu Schwangeren systematisch zu erschließen und besser zu verstehen [16, 26, 57].

Zielgruppe und Sampling

Eingeschlossen wurden Hebammen, die in der außerklinischen Geburtshilfe (Hausgeburt, Praxisgeburt, Geburtshaus) oder als freiberufliche Hebammen im Begleit-Belegsystem arbeiten. Weiteres Einschlusskriterium war eine mindestens 2‑jährige Berufserfahrung in dem jeweiligen Betreuungsmodell, um gemäß dem Modell From Novice To Expert nach Benner als praktizierende Hebamme über das Stadium der/des Noviz:in und fortgeschrittenen Anfänger:in hinausgewachsen zu sein [7]. Nach Benner beginnen Gesundheitsfachkräfte dann, die Ziele ihrer Arbeit zu sehen, bewusst zu planen und zu priorisieren [7]. Als Samplingstrategie wurde eine zielgerichtete Auswahl von Hebammen unterschiedlicher Settings und Erfahrungen im Rahmen der beschriebenen Einschlusskriterien geplant, um eine möglichst breite Vielfalt an Vorgehensweisen im Beziehungsaufbau erfassen und Ergebnisse formulieren zu können, die für die Hebammenpraxis im gesamten kontinuierlichen Betreuungssetting von Relevanz sind [55]. Der Forschungsplan wurde von der Ethikkommission der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften geprüft und genehmigt (Nr. 23-026).

Rekrutierung

Die Rekrutierung erfolgte von September bis Dezember 2023. Es wurden Aufrufe auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft, im Newsletter des Netzwerks der Geburtshäuser sowie per Mail über regionale Verteiler des Deutschen Hebammenverbands lanciert, ergänzend wurden potenzielle Teilnehmende persönlich angesprochen. Um innerhalb des Erhebungszeitraums genügend Teilnehmende zu rekrutieren, wurde die Rekrutierung auf die Deutschschweiz ausgeweitet. Interessierten Hebammen wurden schriftliche Studieninformationen bereitgestellt und ein klärendes Telefongespräch angeboten. Bei Zusage erhielten sie ein Aufklärungs- und Einwilligungsformular. Vor Beginn des Interviews lag der Autorin die schriftliche informierte Einwilligung zur Durchführung des Interviews und zur Verwendung pseudonymisierter Daten vor.

Datenerhebung

Zur Datenerhebung wurden teilnarrative Interviews nach Jan Kruse durchgeführt [30, 40]. Diese gliedern sich in zwei Teile, wobei der erste Teil narrativ erfolgt, der zweite Teil nachfragend und vertiefend. Das Vorgehen ermöglicht den Befragten, selbst zu entscheiden, was für sie relevant ist, und gibt ihren Erfahrungen Raum, ohne dass die interviewende Person das Erzählte mit eigenem Vorwissen beeinflusst. Im Nachfrageteil kann jedoch die interviewende Person strukturierter vorgehen und mehr inhaltliche Impulse bieten als in einem klassisch narrativen Interview. Der Interviewleitfaden wurde nach Küsters [42] unter Berücksichtigung der aus der Forschungsfrage ableitbaren Unterfragen entwickelt und enthält Erzählstimuli sowie immanente Fragen (Tab. 1). Immanente Fragen wurden eingesetzt, um die Studienteilnehmerinnen anzuregen, konkreter auszuführen oder zu erklären. Im Rahmen des deskriptiven qualitativen Designs wurden mit zunehmendem Erkenntnisgewinn die Interviewführung stärker strukturiert und der Leitfaden angepasst. Im Anschluss an das Interview wurden soziodemographische Daten erfasst [30] und Feldnotizen zur Gesprächsatmosphäre sowie zum Interviewverlauf erstellt, um Besonderheiten für die spätere Analyse festzuhalten [16]. Es wurden 14 Interviews mit einer Länge zwischen 41 und 79 min (im Mittel 53 min) durchgeführt, davon 12 Interviews auf Wunsch via Microsoft Teams Videotelefonie und jeweils ein Interview per Telefon und in Präsenz am Arbeitsort der Studienteilnehmerin. Als Nachteil der Online‑/Telefon-Interviews kristallisierte sich heraus, dass der fehlende Einfluss der Interviewerin auf die Wahl des Interviewortes der Studienteilnehmerinnen zum Teil erhebliche Störfaktoren zur Folge hatte (Funklöcher auf einem Waldspaziergang mit Hund, laute Hintergrundgeräusche in einem Café oder zeitgleiche Beaufsichtigung von Kindern).
Tab. 1
Interviewleitfaden
Erzählstimulus: Ich möchte Dich bitten, mir davon zu erzählen, wie Du den Beziehungsaufbau zu Schwangeren gestaltest. Also nicht, wie Du die Beziehung allgemein gestaltest, sondern die ersten Schritte möglichst konkret, wie Du beginnst eine Beziehung zur Schwangeren aufzubauen. Was machst Du zuerst, wenn ihr euch das erste Mal persönlich begegnet? Du kommst zur Türe rein – und dann? Der Schwerpunkt liegt hier also auf dem ersten Kennenlernen und deiner Gestaltung des Beziehungsaufbaus
Darüber hinaus interessieren mich folgende Fragen: Was ist Dir grundsätzlich wichtig beim Beziehungsaufbau, worauf zielst Du ab? Kannst Du einzelne Phasen oder Abschnitte im Prozess des Beziehungsaufbaus sehen? Wann ist der Beziehungsaufbau abgeschlossen? Woran bemerkst Du, dass er nicht gelungen ist? Was machst Du dann?
 
Was frage ich? Worum geht es?
Wie frage ich?
Erzählgenerierende Gesten und Fragen
Erzählung generieren
Bitte erzähle mehr davon
Kannst Du mir ein Beispiel nennen?
„Hm“/Nicken/Blickkontakt/aufmunternd lächeln/Emotionen der erzählenden Person teilen
Nimm Dir ruhig einen Moment Zeit zum Nachdenken
Mich interessiert dabei … Vielleicht kannst Du darüber etwas erzählen
Nachfragephase 1: immanente Fragen
Erzähllücken
Kannst Du das konkretisieren?
Vorgänge, die nicht auserzählt werden
Kannst Du darüber noch ein bisschen mehr erzählen? Kannst Du das noch näher ausführen?
Du erwähntest vorhin … Kannst Du mir diese Situation einmal genau schildern?
Nachfragephase 2: exmanente Fragen
Subfragen der Forschungsfrage, wenn Themen vorher nicht genügend vertieft worden sind:
Welche Ziele verfolgst Du als Hebammen beim Beziehungsaufbau? Welche Werte sind Dir als Hebammen dabei wichtig?
Wann beginnst du genau den Beziehungsaufbau? Und wie beginnst Du ihn?
Kannst Du einzelne Phasen oder Abschnitte im Prozess des Beziehungsaufbaus benennen? Z. B. „dass ein ‚Mindestmaß‘ an Beziehung erreicht ist, mit dem man arbeiten kann.“ Oder: „Dann ist Vertrauen erreicht.“ Wenn ja, wie würdest du diese Abschnitte beschreiben?
Gibt es für Dich einen Zeitpunkt in der Betreuung, wo du sagst, dann ist der Aufbau der Beziehung abgeschlossen, dann ist eine Beziehung hergestellt? Z. B. „dann herrscht wechselseitiges Vertrauen“ oder „eine tiefere Beziehung wäre zwar wünschenswert, wird aber nicht mehr erreicht werden“
Woran bemerkst Du, dass der Beziehungsaufbau nicht gelungen ist? Welche Strategien hast Du, damit umzugehen?
Was für eine Bedeutung hat deine Berufserfahrung im Beziehungsaufbau für Dich?
Was für eine Bedeutung hat das Arbeitssetting für den Beziehungsaufbau für Dich?
Kurzfragebogen
Alter in Jahren
 
Jahr des Hebammen-Examens
 
Anzahl an Berufsjahren in diesem Setting
 
Welches Setting?
 
Auf welche Weise wird eine kontinuierliche Betreuung umgesetzt?
 
Inwiefern findet Bezugsdienst statt?
 

Analyse

Die Analyse der Daten erfolgte nach der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker [41] in Form einer deduktiv-induktiven Inhaltsanalyse. Diese Methode lässt Offenheit für unvorhergesehene Informationen während des Forschungsprozesses zu und ermöglicht die Gewinnung komplexer Informationen aus dem Material. Sie zielt auf eine detaillierte Beschreibung, Kategorisierung und strukturierte Zusammenfassung des Materials ab [41].
Zunächst wurden die Interviews wörtlich gemäß den Transkriptionsregeln nach Dresing und Pehl transkribiert [22] und in einem Gesamtüberblick gesichtet (auf begründete Anfrage bei der Erstautorin sind die Transkripte in der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften [ZHAW] einsehbar). Anschließend wurden aus der Forschungsfrage und dem Interviewleitfaden deduktiv Hauptkategorien abgeleitet. In einer ersten Strukturierung wurde die Haltung der Hebamme fokussiert und das weitere Interviewmaterial gemäß dem chronologischen Ablauf eines Beziehungsaufbaus geordnet. Mit Rückgriff auf Oevermann und Travelbee wurde eine Differenzierung zwischen einer Arbeitsbeziehung (Arbeitsbündnis) und einem Vertrauensverhältnis vorgenommen. Subkategorien wurden darauffolgend induktiv, d. h. aus dem vorstrukturierten Interviewmaterial entwickelt. Die Kategorienbildung erfolgte in einem zyklischen Prozess, bis auf der ersten Ebene drei zentrale und auf der zweiten Ebene neun Hauptkategorien herausgebildet wurden. Auf der dritten Ebene umfasste jede Hauptkategorie bis zu vier Subkategorien. Abschließend wurde ein ausführliches Kategorienhandbuch mit Kategoriendefinitionen und Ankerzitaten erstellt. Der Analyseprozess erfolgte computergestützt mit der Software MAXQDA (VERBI – Software. Consult. Sozialforschung. GmbH, Berlin, Deutschland; [64]).

Kritische Reflexion der methodischen Vorgehensweise

Zur Sicherstellung der Qualität der Studie wurden die Gütekriterien nach Strübing et al. [60] angewandt und die Vorannahmen der Erstautorin fortlaufend reflektiert. Aufgrund der erschwerten Rekrutierung von Interviewteilnehmenden wurde die geplante Samplingstrategie erweitert. Zur Reduktion eines Selektions-Bias wurden Hebammen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands und der Deutschschweiz sowie aus unterschiedlichen Settings mit kontinuierlicher Betreuung einbezogen (Tab. 2). Die Rekrutierung erfolgte u. a. über persönliche Bekanntschaft zur Forscherin oder aufgrund eines besonderen Interesses am Thema, sodass ein Volunteer-Bias nicht auszuschließen ist. Es ist jedoch anzunehmen, dass auch der Forscherin bekannte Teilnehmende ehrliche Auskünfte gaben und Hebammen mit einem besonderen Interesse am Thema reichhaltige Erfahrungsberichte lieferten. Die Erstautorin, selbst Hebamme, legte besonderen Wert auf eine kollegiale zwanglose Interviewatmosphäre. Zudem gewährte der teilnarrative Interview-Ansatz den Teilnehmenden Gestaltungsspielraum. Es wurden Interviews geführt, bis eine empirische Sättigung erreicht war. Der Datenanalyseprozess wurde durch regelmäßige Rücksprachen im Autor:innenteam geschärft und nachvollziehbar gehalten.
Tab. 2
Soziodemographische Daten der Teilnehmenden
Altersgruppe
20–29
4
30–44
3
45–59
6
Ab 60
1
Jahr des Hebammenexamens
1980–1989
1
1990–1999
2
2000–2009
3
2010–2019
5
Ab 2020
2
Anzahl Berufsjahre im aktuellen Setting
2–5
4
6–10
6
11–20
1
21–30
2
Ab 31
1
Land
In Deutschland tätig
11
In der Schweiz tätig
3
Setting – Art der Geburtshilfe
Hausgeburtshilfe
6
Hausgeburtshilfe und Geburtshaus-Geburtshilfe
4
Geburtshaus-Geburtshilfe
1
Begleit-Beleghebamme in einem Geburtshaus mit Schichtsystem, zusätzlich Schichtdienst im Geburtshaus ohne Bezugssystem
2
Begleit-Beleghebamme in Klinik
1
Setting – Bezugssystem
Hebamme arbeitet allein, keine Vertretung möglich
4
Hebamme arbeitet allein, im Bedarfsfall springen unbekannte Kolleg:innen ein, bzw. Gebärende wendet sich dann an restliches Geburtshaus
5
Die Schwangere lernt Kolleg:innen der Hebamme kennen, falls die Hebamme zur Geburt vertreten werden muss
4
Im Doppel-Bezugssystem mit 2 Hebammen gleichzeitig, die sich abwechseln
1

Ergebnisse

Insgesamt nahmen n = 14 Hebammen teil, davon arbeiteten 11 Hebammen in Deutschland und 3 in der Schweiz. Die befragten Hebammen arbeiteten zwischen drei und 36 Jahren in der außerklinischen Geburtshilfe. Sechs der befragten Hebammen boten Hausgeburtshilfe an, vier Hausgeburtshilfe und Geburtshaus-Geburtshilfe, eine ausschließlich Geburtshaus-Geburtshilfe und drei arbeiteten im Begleit-Belegsystem einer Klinik oder eines Geburtshauses. Diese und weitere soziodemographischen Charakteristika der Studienteilnehmerinnen sind in Tab. 2 dargestellt.
Aus der Auswertung der Interviews gingen die zentralen Kategorien „Ziele des Beziehungsaufbaus“, „Planung und Initiieren der Beziehung – auf dem Weg zur Arbeitsbeziehung“ und „Aufbau eines reziproken Vertrauensverhältnisses“ hervor. Eine Übersicht über das entwickelte Kategoriensystem bietet Tab. 3.
Tab. 3
Zentrale Kategorien, Haupt- und Subkategorien
Zentrale Kategorien
Hauptkategorien
Subkategorien
1. Ziele des Beziehungsaufbaus
1.1 Ziele im Beziehungsaufbau
1.1.1 Förderung des Wohlbefindens der Schwangeren
1.1.2 Etablieren eines klaren Rollenverständnisses
1.1.3 Eingehen einer intensiven, vertrauensvollen Beziehung
1.1.4 Gute Zusammenarbeit in Notfallsituationen
2. Planung und Initiieren der Beziehung – auf dem Weg zur Arbeitsbeziehung
2.1 Herstellung des initialen Kontakts
2.1.1 Die erste Kontaktaufnahme
2.1.2 Der erste Eindruck
2.1.3 Beginn des Beziehungsaufbaus
2.2 Die erste Begegnung
2.2.1 Gesten der Gastfreundschaft
2.2.2 Raum für das Kennenlernen
2.2.3 Abgleichen von Erwartung und Angebot
2.3 Entwicklung einer Verbindung
2.3.1 Begegnung von Mensch zu Mensch
2.3.2 Einbeziehen des Gespürs
2.3.3 Die hergestellte Verbindung
2.4 Eingehen einer Arbeitsbeziehung
3. Aufbau eines reziproken Vertrauensverhältnisses
3.1 Umgang mit herausfordernden Situationen
3.1.1 Barrieren im Vertrauensaufbau
3.1.2 Fortfahren in der Betreuung
3.1.3 Ansprechen der Bedenken
3.1.4 Beenden der Arbeitsbeziehung
3.2 Elemente der Vertrauensbildung
3.2.1 Gemeinsames Erleben der Schwangerschaft
3.2.2 Körperliche Berührung
3.2.3 Berufliche Erfahrung
3.2.4 Persönlichkeitsentwicklung
3.3 Ausbalancieren zwischen Nähe und Distanz
3.4 Erreichen eines Vertrauensverhältnisses

Ziele des Beziehungsaufbaus

Die befragten Hebammen beschreiben Ziele, welche die Art und Weise, wie sie den Beziehungsaufbau zu Schwangeren eingehen, beeinflussen. Ein prioritäres Ziel ihrer Arbeit stellt das Wohlbefinden der Schwangeren dar. Der Beziehungsaufbau dient dazu, ein „gutes Gespür“ für die Schwangere und ihre Situation zu entwickeln, um dann eine individuell zugeschnittene Betreuung leisten zu können:
„Also mein Ziel ist eigentlich für mich, […] dass ich ein Gespür habe, ihre Situation gut einschätzen zu können und sie dann gut unter der Geburt betreuen zu können.“ (Annette, Absatz 9)
Zur Förderung des Wohlbefindens möchten die befragten Hebammen außerdem Empathie und Wertschätzung zeigen sowie Vertrauenswürdigkeit vermitteln, um Schwangeren damit zu signalisieren, dass sie mit ihren Bedürfnissen im Zentrum der Betreuung stehen.
Als weiteres Ziel im Beziehungsaufbau wird das Etablieren eines klaren Rollenverständnisses genannt. Auf der einen Seite möchten die befragten Hebammen als Fachfrauen wahrgenommen werden:
„Aber dass sie das auch wahrnehmen, dass das tatsächlich nicht einfach nur, eine herzliche Freundschaft ist, wo man mal hingehen kann, wo man sich mal, vielleicht, weil man nicht so ganz zufrieden war beim Frauenarzt, eine andere Meinung holt und sich mal ein bisschen ausmeckern kann. Und dann in den Arm genommen wird“ (Barbara, Absatz 20)
Zum anderen umfasst das Rollenverständnis eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Das Machtgefälle zwischen den befragten Hebammen als Fachpersonen und Schwangeren soll nivelliert werden, indem die Expertise der Schwangeren für sich selbst, ihre Werte und Ziele als gleichwertig anerkannt und damit Selbstbestimmung gefördert werden.
Mehrmals wird der explizite Wunsch geäußert, mit den Schwangeren in eine intensive, vertrauensvolle Beziehung eintreten zu wollen:
„Ich bin Hausgeburtshebamme […]. Das heißt, ich will die BEZIEHUNG zu den Frauen.“ (Diana, Absatz 7)
Gegenseitige Sympathie wird für die Intensität der Beziehung wiederholt als bedeutsam wahrgenommen:
„Also früher hab ich eher die Haltung gehabt: Naja, also du bist Hebamme, du begleitest sie bei der Geburt. Du musst dich jetzt nicht in sie verlieben, […] Und aber die Erfahrung hat gezeigt, dass das dann auch für die Frauen nicht wahnsinnig schön ist. […] Aus heutiger Sicht muss ich die mögen.“ (Katja, Absatz 47f.)
Nicht alle befragten Hebammen sehen eine Notwendigkeit in gegenseitiger Sympathie. Eine Teilnehmerin erklärt, dass vor allem gemeinsame Werte wichtig für eine gute Zusammenarbeit seien und mangelnde gegenseitige Sympathie ausgeglichen werden könne:
„[…] eine Frau kann in einem für mich vielleicht völlig fremden Lebenskontext leben. So. Also ich muss das auch nicht verstehen, das ist nicht mein Anspruch. Aber wir müssen sozusagen zu dem, was unser gemeinsamer Auftrag ist, […] da brauchen wir eine gute Arbeitsbasis, die eben von Respekt, Wertschätzung, Achtung, Empathie geprägt ist. Und da finde ICH, das geht aus meiner Sicht mit jeder Frau.“ (Eva, Absatz 19)
Als Prüfpunkt für den Beziehungsaufbau wird von zwei befragten Hebammen eine gute Zusammenarbeit in Notfallsituationen genannt:
„Sehe ich, dass wir in eine Beziehung kommen, wo wir fähig sind sozusagen, auch in Notfallsituationen miteinander zu agieren? Das ist eigentlich mein Ziel.“ (Eva, Absatz 8)

Planung und Initiieren der Beziehung – auf dem Weg zur Arbeitsbeziehung

Mit der Planung des Erstkontakts stellen die befragten Hebammen die Weichen für die Art und Weise der Annäherung an die Schwangere. Ihre Werte und Ziele leiten diese Planungsphase.
Den befragten Hebammen ist ein früher Erstkontakt, meist per Telefon oder per Mail, wichtig, um möglichst frühzeitig in der Schwangerschaft mit dem Beziehungsaufbau beginnen zu können und ausreichend Zeit dafür zu haben. Sie möchten sich frühzeitig als Ansprechpartnerinnen positionieren:
„Dann versuche ich, so schnell wie möglich, nachdem sie sich bei mir gemeldet hat, […] das Treffen für das erste Kennenlernen zu legen. Damit sie einfach direkt schon so früh wie möglich Kontakt hat mit mir und weiß, wer ich bin. Und weiß, dass ich an ihrer Seite bin und ihr Ansprechpartner bin.“ (Gabriele, Absatz 3)
Der frühe Erstkontakt soll zudem dazu beitragen, einen Eindruck von der Persönlichkeit der Schwangeren zu erhalten, um mögliche Sympathie oder Antipathie sowie besondere Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen:
„Es ist der erste Eindruck, den sie von mir haben oder ich von ihnen. So, sagt viel. […] Wir urteilen unbewusst, bewusst. Wir scannen. Und das passiert am Telefon nur mit der Stimmlage: Wirkt sie gestresst, abgelenkt, sind Hintergrundgeräusche? […] Oder hat sie wirklich Zeit?“ (Mareike, Absatz 23)
Ob der Erstkontakt per Mail oder Telefon bereits den Beginn eines Beziehungsaufbaus markiert oder ob es dafür erst ein direktes persönliches Treffen zwischen Hebamme und Schwangerer braucht, hängt davon ab, wie viel Frauen im Vorfeld bereits von sich erzählen, so die befragten Hebammen.
Die erste Begegnung wird räumlich und inhaltlich sorgfältig inszeniert und folgt einer bestimmten Choreographie:
1.
Einladung zur Beziehungsaufnahme
 
2.
geschützter Raum für die Schwangere
 
3.
Raum für die Hebamme
 
4.
Assessment und Fragen
 
5.
ggf. Eingehen einer Arbeitsbeziehung
 
Zu Beginn der ersten Begegnung legen die befragten Hebammen Wert darauf, eine einladende Haltung einzunehmen, Schwangere namentlich zu begrüßen und das „Du“ anzubieten, um Nahbarkeit und gleichberechtigte Kommunikation zu signalisieren. Anschließend geben die befragten Hebammen durch einen großzügig bemessenen Zeitrahmen und eine zugewandte Haltung Raum für das gegenseitige Kennenlernen:
„Und dann erzählt sie meistens und ich höre zu und lass sie reden. Und ich glaube, ich gebe dann sehr viel Zeit erstmal und halte die Klappe, bis auf aufmunternde Worte, dass sie weitersprechen darf. Also ich geb ihr diesen Raum. Ich glaube, das, was die Frauen lieben, ist, […] dass vor allem ein Raum entsteht, ein zeitlicher Raum auch und ein Raum des aktiven Zuhörens.“ (Katja, Absatz 4)
Den befragten Hebammen ist es wichtig, dass Schwangere diesen Gesprächsraum einnehmen und aktiv mitgestalten. Entsprechend ermutigen sie die Schwangeren, eigene Wünsche und Vorstellungen zu formulieren. Nach den Erfahrungen der Befragten öffnen sich Schwangere in einer Atmosphäre des Willkommenseins häufig rasch und berichten offen über ihre Familiensituation sowie ihre Motivation für eine außerklinische Geburt. Die befragten Hebammen stellen sich selbst und ihre Angebote vor, um Schwangeren Orientierung zu geben und sich als kompetente Fachperson zu präsentieren. Dann werden offene Fragen besprochen. An dieser Stelle schätzen die befragten Hebammen Risiken und Potenziale in Bezug auf eine außerklinische Geburt ein. Ist eine außerklinische Geburt möglich, stimmen die befragten Hebammen ihre Erwartungen und Angebote mit der Schwangeren ab, um einen gemeinsamen Auftrag zu formulieren. Es werden Vorstellungen über die Zusammenarbeit ausgetauscht und Ansprüche formuliert:
„Denen rüberzubringen, was ich mir erwarte von einer Begleitung, was für mich eine gute Begleitung ist. Natürlich genauso zu hören, was sie sich vorstellen an Begleitung, was sie sich wünschen an Leistungen überhaupt zu bekommen. Und DAS muss halt übereinstimmen. Sonst weiß man ja von dem Moment schon an, dass es nicht funktionieren wird, wenn man keine gleichen Erwartungen hat.“ (Clara, Absatz 7)
Neben der fachlichen Ebene begegnen sich Hebamme und Schwangere auch auf einer persönlichen Ebene von Mensch zu Mensch. Hier versuchen die befragten Hebammen, ein Bild der Persönlichkeit der Schwangeren zu erhalten und die zwischenmenschliche Dynamik einzuschätzen. Sie berücksichtigen dabei Stimmung, Körpersprache, Mimik, Gestik sowie Fragen oder Reaktionen der Schwangeren. Für den Verbindungsaufbau nutzen die befragten Hebammen auch gezielt ihre private Seite:
„Auf der anderen Seite wäge ich es auch so ein bisschen ab, wieviel ich von mir gebe. Also sie fragen ja manchmal auch nach persönlichen Dingen […] dass ich manchmal das Gefühl habe, dass ich von mir etwas geben muss. Damit sich aus ihrer Seite die Beziehung noch mal […] verfestigt. Oder sie mich noch mal anders sehen und annehmen können.“ (Annette, Absatz 32)
Zur Beurteilung, ob ein emotionaler Verbindungsaufbau gelungen ist, nutzen die befragten Hebammen ihr Gespür. Dieses bewerten sie als ein wichtiges Werkzeug von ihnen im Beziehungsaufbau.
„Und ich finde, das Gespür ist so eines von meinen Hauptkompetenzen.“ (Ida, Absatz 22)
Sie beschreiben, dass sie nun ein Gefühl für die Schwangere hätten, den Kontext kennen würden und es sich stimmig anfühlen würde. Als Anzeichen für eine erfolgreich hergestellte zwischenmenschliche Verbindung bewerten die Befragten, dass Schwangere ihre Emotionen zeigen, Wertvorstellungen übereinstimmen sowie Rollen und Expertisen von Hebamme und Schwangerer geklärt seien.
Eine Arbeitsbeziehung kommt nach Aussagen der Hebammen zustande, wenn Rahmenbedingungen vereinbart sind, ein gemeinsamer Auftrag an die Hebamme besteht und eine Beziehungsbasis entstanden ist. Annette beschreibt dies als Zusammenspiel einer formalen Zusage und einer emotionalen Verbindung. Wenn die Schwangere weitere Betreuung wünscht, ist das für sie ein Zeichen, dass bereits „ein bestimmtes Level an Beziehung“ erreicht ist (Annette, Abs. 31–33).

Aufbau eines reziproken Vertrauensverhältnisses

Mit dem Eingehen einer Arbeitsbeziehung werden in erster Linie die äußeren Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit festgelegt und es findet eine emotionale Annäherung statt. Parallel entsteht ein initiales Vertrauen zwischen Hebamme und Schwangerer. Die Befragten scheuen sich jedoch davor, bereits von einem Vertrauensverhältnis zu sprechen – dieses muss erst gemeinsam erarbeitet werden.
Der Prozess des Beziehungsaufbaus gestaltet sich weitestgehend ohne Störungen. Dennoch berichten einige Hebammen von Barrieren, die eine weitere Vertiefung erschweren. Genannt werden distanziertes Verhalten (z. B. das ausschließliche Nennen medizinischer Fakten) oder Misstrauen gegenüber der Hebamme und ihren Kompetenzen. Dies verstehen die Hebammen als Anlass, gezielt Beziehungsarbeit zu leisten und die Passung zu prüfen bzw. Entscheidungen für das weitere Vorgehen zu treffen. Eine Option ist, das Verhalten als Ausdruck der Persönlichkeit der Schwangeren zu deuten und die Betreuung fortzusetzen:
„Aber auch das sehe ich professionell, weil meine Idee ist, die Paare INDIVIDUELL, in ihrer Individualität auch zu begleiten. Und so zu nehmen, wie sie sind. Und deswegen ist es nichts, was ich irgendwie persönlich nehme oder wo ich denke: Warum ist das jetzt so?“ (Juliane, Absatz 8)
Andere Hebammen thematisieren ihre Bedenken explizit und regen die Schwangere dazu an, bestehende Zweifel oder emotionale Vorbehalte zu verbalisieren. In größeren Teams bieten die befragten Hebammen an, weitere Kolleg:innen kennenzulernen, um eine bessere Passung zu finden. Verfestigt sich jedoch die Einschätzung, dass eine fachlich angemessene Betreuung unter den gegebenen Bedingungen nicht gewährleistet werden kann, beenden die befragten Hebammen die Arbeitsbeziehung:
„Wenn sich das für mich so SCHLECHT anfühlt und dass ich das Gefühl habe, nicht gut betreuen zu können, […] bin ich zu mir auch so ehrlich. Es fühlt sich nicht gut an und ich beende das.“ (Barbara, Absatz 47)
Zwischen Julianes und Barbaras Aussagen zeigt sich die Bandbreite, wie die befragten Hebammen mit Schwierigkeiten im Beziehungsaufbau umgehen. Auf der einen Seite steht eine klar professionell eingeordnete Haltung (individuelle Betreuung), auf der anderen Seite spielt das eigene Gefühl als wichtiger Orientierungspunkt für das weitere Vorgehen eine zentrale Rolle.
In der Vertiefung der Beziehung hin zu einem reziproken Vertrauensverhältnis benötigt es vor allem Zeit. Die befragten Hebammen erleben den Zeitfaktor in der kontinuierlichen Betreuung als Ressource:
„Und eben auch zu merken, in dieser Art der Betreuung erlebe ich, erwächst das Vertrauen einfach über die Zeit. Und das ist der Vorteil, den ich habe in der kontinuierlichen Betreuung, das muss nicht alles beim ersten Mal passieren, sondern ich habe Zeit.“ (Eva, Absatz 17)
Die Zeit wird u. a. für gemeinsames Erleben der Schwangerschaft genutzt, z. B. indem mit Körperarbeit und Berührung gezielt weitere Ebenen des Vertrauensaufbaus einbezogen werden.
Die berufliche Erfahrung hilft den befragten Hebammen beim Vertrauensaufbau, indem sie häufig auf ihre Intuition zurückgreifen sowie dezidierter wahrnehmen können. Einige befragte Hebammen sehen ihre Persönlichkeitsentwicklung als größere Ressource für den Vertrauensaufbau:
„Also, die Berufserfahrung ist das eine. Ich bin jetzt über 40 Jahre [murmelt, rechnet nach], ja, 41 Jahre Hebamme. […] Aber ich denke, […] es ist die Auseinandersetzung mit sich selber, […] mit den eigenen Themen, die man mitbringt, mit den eigenen Schattenseiten. […] Persönlichkeitsentwicklung finde ich wichtiger.“ (Diana, Absatz 49f.)
Sie unterstreichen damit die Beteiligung der Persönlichkeit und der Emotionen der Hebamme in diesem komplexen Prozess. Dabei wird sichtbar, dass sich die Mehrheit der befragten Hebammen in die Beziehung zur Schwangeren stark emotional involviert fühlt und mit der Balance zwischen Professionalität und Betroffenheit Schwierigkeiten hat:
„Ich möchte ihnen alles bieten, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht. So. Auch das Abgeben fällt mir schwieriger.“ (Mareike, Absatz 26)
Drei der befragten Hebammen deuten im Rahmen des Interviews auf die Notwendigkeit des Ausbalancierens zwischen Nähe und Distanz in der Beziehung hin. Sie erklären, dass zu viel Sympathie die professionelle Handlungsfähigkeit gefährden kann:
„Aber ich merke, dass mir das eigentlich als Hebamme besser tut, da auch eine gewisse Distanz zu wahren, weil man sonst sehr schnell da so komplett weggezogen wird und das Gefahren bietet […]. Also weißt du, dass ich in der Vergangenheit mich auch von Frauen […] so ein bisschen hab einlullen lassen. Und man sich dann auch zu Dingen hat breitschwätzen lassen, die man eigentlich aus professioneller Sicht nicht machen sollte.“ (Franka, Absatz 36)
Dies wird insbesondere dann relevant, wenn es notwendig ist, schwierige fachliche Entscheidungen zu treffen.
Für die befragten Hebammen zeigt sich das Erreichen einer Vertrauensbeziehung darin, dass die Schwangere offen und unverstellt über ihre Befürchtungen oder Probleme spricht. Die Befragten heben Herzlichkeit und Intimität hervor, dass „die Türen offen sind“ (Diana, Absatz 13), sie miteinander „warm“ (Ida, Absatz 58) geworden sind und auch Momente des Schweigens sein dürfen.
Für die meisten befragten Hebammen ist der Prozess des Beziehungsaufbaus entweder vor der Geburt oder durch die Geburt abgeschlossen:
„Und DA finde ich dann schon, wenn wir das [die Geburt] sozusagen miteinander bewältigt haben, dann ist irgendwie klar, cool, jetzt steht es [die Beziehung] irgendwie. So. […] Aber sozusagen die Erfahrung trägt das, was wir weiter miteinander machen.“ (Eva, Absatz 31)
Mehrere befragte Hebammen deuten an, dass die gemeinsam erlebte Geburt die Beziehung verwandelt und sie auf beiden Seiten selbstverständlich werden lässt. Damit zeichnen die Interviews ein Bild eines prozesshaften Beziehungsaufbaus, der in der gemeinsam erlebten Geburt einen qualitativen Wendepunkt erfährt.

Diskussion

Ausgehend von der Forschungsfrage, wie Hebammen den Beziehungsaufbau zu Schwangeren im Kontext kontinuierlicher Betreuung gestalten, zeigen die Ergebnisse, dass Beziehungsarbeit für die befragten Hebammen ein professionelles Handlungsfeld darstellt, welches sie zielgerichtet planen und gestalten. Zentral ist der Wunsch nach einer reziproken, vertrauensvollen Beziehung, die zugleich fachlich gerahmt wird und die Frau in Autonomie, Sicherheitsgefühl und Selbstvertrauen stärken soll [1, 3, 37, 43, 48, 62]. Die Daten legen nahe, dass Hebammen den Prozess als Entwicklungslinie verstehen und zunächst ein Arbeitsbündnis mit Schwangeren eingehen, das anschließend in eine reziproke Vertrauensbeziehung hineinwächst, die in ihrer Tiefe über einen reinen „Vertrauensvorschuss“ hinausgeht.
Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit können auf zwei Ebenen diskutiert werden. Auf einer strukturellen Ebene beschreibt Oevermann mit dem Arbeitsbündnis zentrale Merkmale professionalisierter Beziehungspraxis (Rollen, Machtasymmetrie und die Einheit aus spezifischen und diffusen Anteilen; [28, 49, 50]). Auf der interaktionalen Mikroebene bietet Travelbee einen Bezugsrahmen [52, 63], um den schrittweisen Aufbau einer tragfähigen Beziehung bis hin zu Rapport zu verstehen.
Die beschriebenen Ziele (Wohlbefinden der Frau, Stärkung des Sicherheitsgefühls, Selbstbestimmung – „die Frau im Zentrum“, Kommunikation und Entscheidungen auf Augenhöhe, sich als professionelle und kompetente Fachperson positionieren) machen sichtbar, dass Hebammen den Beziehungsaufbau entlang einer doppelten Zielrichtung strukturieren: (a) personenzentrierte Beziehung und (b) professionelle Rahmung. Diese Verschränkung ist in der Literatur als Kernelement von Kontinuitätsmodellen beschrieben [1, 37, 43, 51] und wird durch die befragten Hebammen in konkrete Handlungen übersetzt. Dazu gehören frühe Kontaktaufnahme, großzügige Zeitplanung, eine einladende Haltung einnehmen, Ermutigung zum Erzählen, aktives Zuhören, einen geschützten Raum kreieren sowie Offenheit für Zweifel und Sorgen. Damit werden bewusst die Anfangsbedingungen hergestellt, die später das Entstehen von Vertrauen, Offenheit und geteilten Entscheidungsprozessen wahrscheinlicher machen [5, 27, 35, 46]. Zeit und gemeinsame Erlebnisse werden bewusst eingesetzt, um ein tiefes gegenseitiges Vertrauen entwickeln zu können, das auch in Notsituationen trägt. Damit erhält Vertrauen eine explizite sicherheits- und handlungspraktische Dimension als Ressource, die Koordination, schnelles Handeln und Akzeptanz notwendiger Maßnahmen in kritischen Situationen ermöglicht.
Der Beziehungsbeginn wird von den Hebammen als gelungen beschrieben, wenn innerhalb der ersten Kontakte ein gemeinsamer Auftrag und tragfähige Rahmenbedingungen entstehen und beide Seiten Bereitschaft signalisieren, daran anknüpfen zu wollen. Darin sind die zentralen Elemente des Arbeitsbündnisses nach Oevermann erkennbar. Dazu gehören die Klärung von Auftrag, Rollen und Verantwortlichkeiten und die Herstellung einer Arbeitsgrundlage, die professionelles Handeln unter Bedingungen von Unsicherheit ermöglicht [28, 49, 50]. Zugleich ist professionalisierte Beziehungspraxis durch eine widersprüchliche Einheit geprägt: Rollen sind einerseits klar definiert (spezifisch), während sich andererseits – insbesondere auf Seiten der hilfesuchenden Person – ein Öffnen als Privatperson und damit diffuse Anteile zeigen. Diese Spannung muss so gestaltet werden, dass eine tragfähige Arbeitsbeziehung möglich wird [28, 49, 50].
Anders als in vielen klinischen Kurzbegegnungen sind im Setting der kontinuierlichen Betreuung Beziehungsdauer und -verlauf absehbar. Dies erlaubt Hebammen, den Einstieg strukturiert zu planen und Erwartungen früh zu verhandeln. Dass die Aushandlung von Erwartungen und Rahmenbedingungen als eine notwendige Voraussetzung verstanden wird, wird von internationalen Studienergebnissen gestützt, wonach Transparenz und Authentizität zu Beginn als zentral gelten, um implizite Haltungen nachvollziehbar zu machen, die Passung zu prüfen und spätere Enttäuschungen zu reduzieren [5, 27, 35, 46]. Gleichzeitig integrieren die befragten Hebammen bereits in dieser frühen Phase eine erste „emotionale Annäherung“. Zahlreiche Forschungsarbeiten heben hervor, dass der Aufbau einer Vertrauensbeziehung in Stufen erfolgt, bei dem eine erste Verbindung als „Türöffner“ fungiert und Vertrauen anschließend als Prozess vertieft werden kann [1, 14, 19, 37, 51].
Die Ergebnisse zeigen, dass Hebammen die Etablierung eines Arbeitsbündnisses als Ausgangsbasis nutzen, um eine tiefere Vertrauensbeziehung aufzubauen. Hier entfernt sich der Beziehungscharakter teilweise von Oevermanns Fokus, der Vertrauen vor allem als notwendige Voraussetzung (Vertrauensvorschuss) für professionelle Hilfe versteht, nicht jedoch als eigenständiges Ziel oder als emotional-reziprokes Beziehungsgeschehen [28, 49, 50]. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Vertrauen Ziel und Medium zugleich darstellt, indem das Vertrauen so stabil werden soll, dass es auch bei Unsicherheit, Notfallentscheidungen oder Konflikten trägt. In der Literatur wird bestätigt, dass Vertrauen gegenseitiger Natur sein sollte und dafür kontinuierlicher Pflege und Aufmerksamkeit durch Hebamme und Frau bedarf [35, 51].
Travelbees Human-to-Human-Relationship Model bietet einen prozessualen Bezugsrahmen auf Mikroebene, mit dem die in den Interviews beschriebene Beziehungsentwicklung nachvollzogen werden kann. Das Modell beschreibt, wie aus einer ersten Begegnung – über das gegenseitige Kennenlernen, empathisches Verstehen, eine spürbare persönliche Zuwendung bis hin zu einem stabilen Rapport – schrittweise eine tragfähige Verbindung entsteht. Dabei wird deutlich, dass Gefühle und emotionale Beteiligung im Beziehungsaufbau eine wichtige Rolle spielen [52, 63]. Was Travelbee weniger betont, ist die formale Arbeitsbasis der Betreuung, wie sie in Oevermanns Konzept des Arbeitsbündnisses ausformuliert wird. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen auf, dass kontinuierliche Hebammenarbeit eine klare Arbeitsgrundlage als Basis sicherer Zusammenarbeit und zudem eine darauf aufbauende Beziehung, die über Vertrauen und Verbindung vertieft wird, benötigt.
Ein weiterer zentraler Befund ist der Aspekt der Reziprozität. Wie Fleming beschreibt, handelt es sich dabei um eine zentrale Kernkompetenz, mit der Hebammen und Frauen ihre jeweiligen Ziele und Perspektiven zusammenführen und so eine gemeinsame Basis für die Betreuung schaffen [25]. In den Interviews zeigt sich Reziprozität als ein fortlaufendes Wechselspiel, indem die Hebammen einerseits strukturiert vorgehen (z. B. Rahmen klären, Vorgehen erläutern, Erwartungen besprechen) und sich andererseits konsequent an den Wünschen und Bedürfnissen der Frau ausrichten. Reziprozität stellt eine professionelle Grundhaltung der Hebammen dar, aus der heraus sie Wissen, Werte und Kompetenzen der Frau ausdrücklich anerkennen, auf eine Reduktion des Machtgefälles hinarbeiten und Entscheidungen als Aushandlungsprozess auf Augenhöhe gestalten [8, 25, 31]. Die befragten Hebammen nehmen auch das Wechselspiel zwischen emotionaler Nähe und professioneller Distanz als reziproken Prozess wahr, wobei verschiedene Meinungen darüber bestehen, wann emotionale Nähe bewusst zur Beziehungsförderung eingesetzt werden kann und ab wann zu viel emotionale Nähe die eigene Professionalität zu behindern scheint. Dies äußert sich beispielsweise in dem von befragten Hebammen geäußerte Bedürfnis, Sympathie zwischen sich und der Schwangeren zu empfinden. Auch im Human-To-Human-Relationship Model nach Travelbee kennzeichnen Sympathie und emotionale Beteiligung wichtige Entwicklungsschritte im Vertrauensaufbau [52, 63]. Andere formulieren den professionellen Anspruch an sich, individuelle Frauen individuell zu betreuen und fehlende Sympathie stellt dabei kein Kriterium für eine gelungene Arbeitsbeziehung dar. Oevermann bietet mit Übertragung und Gegenübertragung ein Konzept an, um emotionale Dynamiken zu reflektieren und Grenzen professionell zu sichern [28, 49, 50]. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass beides in der Praxis relevant ist. Sympathie kann als Beschleuniger wirken, Reflexion von Übertragungsdynamiken als Schutz vor Verstrickung. Damit knüpfen die Befunde an Hunter und Deery [33] an, dass Betreuungsarbeit emotionale Prozesse auslöst, die professionell eingeordnet und gesteuert werden müssen, um Nähe zu ermöglichen, ohne Grenzen zu verlieren [33]. Die in den Interviews geäußerte Frage, „wie viel Nähe professionell ist“, kann vor diesem Hintergrund als eine typische Herausforderung kontinuierlicher Betreuung verstanden werden.
Für die befragten Hebammen ist ihr „Gespür“ von großer Bedeutung, zum einen ihr Gespür für die Frau und ihre Situation sowie dafür, was sie persönlich situativ einsetzen muss, damit sich eine tragfähige Beziehung entwickeln kann oder ob ein tiefes Vertrauensverhältnis möglich erscheint. Aus den Daten wird deutlich, dass der Erwerb der von den Hebammen als „Kernkompetenz“ verstandenen Fähigkeit, über ein situatives Gespür für Frau, Kontext und Beziehungsaufbau zu verfügen, wesentlich auf Erfahrung, Selbstreflexion und persönlicher Entwicklung beruht. Dieses Gefühl kann als implizites, erfahrungsbasiertes Wissen verstanden werden, das in komplexen Situationen Mustererkennung, Antizipation und situative Anpassung ermöglicht. Nach Schön [58] umfasst professionelles Handeln in der „Ungewissheit“ eine Reflexion im Handeln („reflection in action“), in der Deutungen fortlaufend justiert und Interventionen situativ angepasst werden.
Die Ergebnisse zeigen die Relevanz von kommunikativer Kompetenz, Reflexivität und Emotionsarbeit auf, die systematischer Förderung bedürfen [4, 18, 23, 25, 29, 32, 33, 68]. Professionelle Beziehungsgestaltung umfasst die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, zu halten, bei Brüchen zu reparieren und zugleich Grenzen zu setzen. Aus den Daten leitet sich außerdem ab, dass Weiterbildungen nicht nur „Techniken“ vermitteln sollten, sondern Lerngelegenheiten für situatives Urteil und Selbstklärung brauchen (z. B. fallbasiertes Lernen, Supervision, Rollenspiele, angeleitete Reflexion nach Praxiseinsätzen, Achtsamkeits- und Emotionsregulationsangebote; [10, 23, 3133, 68]). Das erscheint besonders relevant, weil Unsicherheiten im Umgang mit Emotionen, Sympathie, Grenzarbeit und schwierigen Beziehungen insbesondere dort sichtbar werden, wo kontinuierliche Betreuung Nähe wahrscheinlicher macht.

Limitationen

Die Rekrutierung von Teilnehmenden aus Deutschland gestaltete sich schwierig. So hatte sie fast ausschließlich über private Kontakte Erfolg, proaktive Rückmeldungen auf Aufrufe über Netzwerke waren rar. Infolge von knappen zeitlichen Ressourcen musste die Rekrutierung auf die Deutschschweiz ausgeweitet werden, weil auch hier Kontakte bestanden. Die schweizerdeutschen Interviews wurden in der Transkription ins Hochdeutsche überführt, was womöglich zu Ungenauigkeiten geführt haben könnte. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob Unterschiede zwischen den beiden Gesundheitssystemen Einfluss auf die vorliegenden Studienergebnisse gehabt haben könnten. In Anbetracht dessen, dass auch in Deutschland eine Pluralität von Möglichkeiten besteht, wie Hebammen in Geburtshäusern, Praxen und bei Hausgeburten allein oder in Teams kontinuierliche Betreuung anbieten, hat der Blick in die Deutschschweiz keine zusätzliche Heterogenität erzeugt. Es wurden keine Merkmale identifiziert, die Hebammen aus der Schweiz andere Grundvoraussetzungen im Beziehungsaufbau geboten hätten.
Die Ergebnisse sind im außerklinischen Setting entstanden, in dem Hebammen im Vergleich zur klinischen Geburtshilfe die Rahmenbedingungen selbst gestalten und die Klientinnen oft eine hohe Motivation für selbstbestimmte, beziehungsorientierte Betreuung mitbringen [56]. Damit sind die Befunde nicht eins zu eins auf klinische Settings übertragbar, in denen Beziehung angesichts von Zeitdruck und kurzfristiger Begegnung unter anderen Voraussetzungen herzustellen ist [14]. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Kontinuität zwar strukturelle Chancen eröffnet, Beziehungsqualität aber weiterhin aktiver Gestaltung und Vertrauenspflege bedarf.

Schlussfolgerung

Die Studie zeigt, dass Beziehungsaufbau in der kontinuierlichen Hebammenarbeit einen gezielt gestalteten Prozess darstellt. Zunächst wird über Auftrag, Rahmen und Passung ein Arbeitsbündnis etabliert [49, 50], das anschließend in eine reziproke Vertrauensbeziehung hinein vertieft wird [52, 63]. Gegenseitiges Vertrauen fungiert dabei als zentrale Ressource für die Autonomie der Frau und, aus Hebammen-Perspektive, für tragfähiges Handeln in herausfordernden Situationen. Gleichzeitig werden Unsicherheiten im professionellen Umgang mit Emotionalität, Sympathie und Grenzen sichtbar, die auf einen Qualifizierungsbedarf in Reflexivität und Emotionsarbeit hinweisen [33]. Für Professionalisierung, Lehre und Praxis kann gefolgert werden, dass Beziehungsarbeit als Kernkompetenz systematisch gelehrt, reflektiert und durch Supervision sowie fortgeschrittene Fallarbeit weiterentwickelt werden muss [4, 10, 18, 23, 25, 29, 3133, 68].

Förderung

Keine.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

R. Pröhmer und A. Krahl geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autorinnen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Rahel Pröhmer

Hebamme MSc, MA Pflegepädagogik, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin
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Titel
Gestaltung des Beziehungsaufbaus zwischen Hebamme und werdender Mutter im Setting der außerklinischen Geburtshilfe im deutschsprachigen Raum – eine qualitative deskriptive Studie
Verfasst von
Rahel Pröhmer
Dr. Astrid Krahl
Publikationsdatum
27.03.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Hebammenwissenschaft
Elektronische ISSN: 2366-3766
DOI
https://doi.org/10.1007/s44476-026-00038-4
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