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01.10.2013 | Originalien | Ausgabe 7/2013

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 7/2013

Geriatrietypische Multimorbidität im Spiegel von Routinedaten

Teil 3: Prävalenz und prädiktiver Wert geriatrietypischer Merkmalskomplexe in einer systematischen Altersstichprobe

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie > Ausgabe 7/2013
Autoren:
Dr. M. Meinck, N. Lübke

Zusammenfassung

Hintergrund

Geriatrietypische Multimorbidität (GtMM) hat in unterschiedlichen Zusammenhängen eine Bedeutung bei der Abschätzung von Risiken und der Auswahl entsprechender zielgruppenspezifischer Versorgungsangebote. Die GtMM bestimmt sich aus geriatrietypischen Merkmalskomplexen (GtMK), die bei Versicherten aus Diagnosedaten unterschiedlicher Versorgungssektoren ermittelt und um weitere relevante Routinedaten (z. B. Pflegestufen, Hilfsmittel-/Arzneimittelverordnungen) ergänzt werden können.

Methode

Mittels einer anonymisierten Stichprobe der AOK (Alter ≥ 60 Jahre, n= 957.447) wurde die Prävalenz von 15 GtMK versichertenbezogen in Abrechnungsdiagnosen (vertragsärztliche Versorgung und Krankenhausbehandlungen) eines Kalenderjahres (2008) ermittelt und ihr Zusammenhang mit den Parametern „Versterben“, „Heimübertritt“, „höherer Pflegebedarf“ und „Krankenhausbehandlungen im Folgejahr“ untersucht. Die Ergebnisse wurden für die Bevölkerung Deutschlands ≥ 60 Jahre alters- und geschlechtsstandardisiert.

Ergebnisse

„Schmerz“ und „Seh-/Hörstörung“ waren bei einer sektorenübergreifenden Diagnoseauswertung die beiden mit Abstand häufigsten GtMK (> 25%), gefolgt von hohem Komplikationsrisiko, Sturzneigung/Schwindel und kognitivem Defizit (8–14%). Fünf GtMK wiesen Anteile von < 1% auf („verzögerte Rekonvaleszenz“, „herabgesetzte Belastbar-/Gebrechlichkeit“, „Medikationsprobleme“, „Immobilität“ und „Fehl-/Mangelernährung“). Für die überwiegende Anzahl der GtMK zeigte sich ein deutlich positiver Zusammenhang mit ansteigendem Alter. Lediglich 37% der Versicherten wiesen keinen der 15 GtMK auf, während für 31% ein, für 17% zwei und für immerhin noch 15% drei und mehr GtMK ermittelt werden konnten. Mit Ausnahme von „Schmerz“ und „Seh-/Hörstörung“ waren alle GtMK deutlich mit „Versterben“, „Heimübertritten“, „höheren Pflegestufen“ und mit Abstrichen auch mit „Krankenhausbehandlungen im Folgejahr“ assoziiert.

Schlussfolgerungen

Der eingesetzte Operationalisierungsvorschlag der geriatrischen Fachgesellschaften erwies sich unter Berücksichtigung beschriebener geringfügiger Adaptationen grundsätzlich als praktikabel und geeignet für die Identifikation geriatrietypischer Risikokonstellationen in Routinedaten. Lediglich die Merkmalskomplexe „Schmerz“ und „Seh-/Hörstörung“ leisten hierzu keinen spezifischen Beitrag. Weitere Routinedatenanalysen zu geriatrietypischen Multimorbiditätsrisiken sollten daher auf diese beiden Merkmalskomplexe verzichten. Unter Berücksichtigung der verbleibenden 13 GtMK weisen 16% der Versicherten mindestens 2 GtMK auf (≥ 80 Jahren 24,4%, ≥ 85 Jahren 38,5%). In Abhängigkeit von der konkreten Fragestellung können angepasste Anforderungen an die Spezifität und Anzahl individuell vorliegender GtMK (2, 3 oder mehr) die Sicherheit einer erkannten geriatrietypischen Multimorbidität zusätzlich erhöhen.

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