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Geschlechtersensible Medizin Frauengesundheit wird eigenes Ressort im BMFTR

Das Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFTR) richtet zum 1. November ein Referat für Frauengesundheit ein. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) begrüßt den Schritt als klares Signal für mehr geschlechtersensible Medizin in Forschung und Versorgung.

Mit dem neuen Organisationsplan des Bundesministeriums für Forschung und Technologie erhält die Gesundheitsforschung eine wichtige Erweiterung: ein eigenes Referat für Frauengesundheit. Der Plan, der am 10. Oktober veröffentlicht wurde, tritt am 1. November 2025 in Kraft. Eine Leitung steht noch nicht fest.

Signal für geschlechtersensible Medizin

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) bezeichnet die Einrichtung des Referats als „wichtiges und notwendiges Signal“ zur Stärkung geschlechtersensibler Medizin. Diese berücksichtigt biologische und soziale Unterschiede zwischen den Geschlechtern und deren Einfluss auf Krankheitsverläufe, Symptome und Therapieerfolge.

„Biologische Unterschiede und geschlechtsspezifische soziale Prägungen gewinnen für die hochwertige und möglichst individualisierte Versorgung aller Patientinnen und Patienten zunehmend an Bedeutung“, betont DGIM-Vorsitzende Professorin Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel. Sie verweist darauf, dass sich Erkrankungen bei Frauen häufig anders äußern als bei Männern und auch Medikamente geschlechtsspezifisch wirken können – Aspekte, die in der Forschung lange zu wenig Beachtung fanden.

Führer-Sakel begrüßt, dass das Ministerium die Forschung zu diesen Fragen nun strukturell bündelt: „Dass das BMFTR die Forschung zu solchen Fragestellungen mit einem eigenen Referat vorantreibt, ist ein wichtiges Signal. Um die geschlechtersensible Medizin weiterzuentwickeln, bedarf es allerdings entsprechender koordinierter Forschungsprogramme, die jetzt angestoßen werden müssen.“

DGIM baut eigene Expertise aus

Auch die DGIM selbst treibt das Thema aktiv voran. Anfang 2025 gründete sie die Kommission „Geschlechtersensible Medizin“, die internistische Expertise aus verschiedenen Fachbereichen bündelt. Ziel ist es, wissenschaftliche Evidenz zu geschlechtsspezifischen Unterschieden in Epidemiologie, Diagnostik und Therapie zu erfassen und aufzubereiten. Eine erste Mitgliederbefragung zur Geschlechtersensibilität in Lehre und Versorgung läuft bereits. Die Ergebnisse sollen Anfang 2026 vorgestellt werden. Zudem plant die Kommission im Januar ein Symposium zu geschlechtsspezifischen Aspekten in der Medizin und deren Umsetzung in die Versorgung.

dgim.de

Bildnachweise
Frau hält weibliches Geschlechtszeichen /© New Africa / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)