Roses Revolution – Gewalt in der Geburtshilfe verhindern
- 25.11.2020
- Geburtshilfe
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Der Roses Revolution Day soll heute ein Zeichen setzen gegen Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe. Auch der Deutsche Hebammenverband sieht Handlungsbedarf: Nur neue Strukturen und mehr Personal könnten traumatische Erfahrungen unter der Geburt verhindern helfen.
Ein positives Geburtserlebnis ist auch in Deutschland für viele Frauen keine Selbstverständlichkeit. © philipus / Fotolia
Wenn eine Geburt zum Trauma wird: Weltweit legen Frauen am 25. November rosafarbene Rosen vor die Kreißsaaltüren, hinter denen sie Gewalt erlebt haben. Dazu werden beispielsweise Bewegungseinschränkungen, nicht indizierte oder ohne Einverständnis durchgeführte Untersuchungen und Interventionen gezählt. Aber auch das Alleingelassenwerden während der Geburt sowie geringschätziger und respektloser Umgang mit den Müttern und Begleitpersonen werden von den Betroffenen als verletzend erlebt. Solche Ereignisse sind offenbar keine Seltenheit. Schätzungen zufolge machen zehn bis 25 Prozent der Frauen in Deutschland unter der Geburt solche traumatisierenden Erfahrungen.
Entscheidend ist die Perspektive der Frau
„Was immer eine Frau als übergriffig oder gewaltvoll empfindet, muss ernst genommen und vermieden werden“, erklärt die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands (DHV) Ulrike Geppert-Orthofer anlässlich des Roses Revolution Days. Alle Beteiligten hätten die Pflicht, jede Frau bei der Geburt ihres Kindes bestmöglich zu begleiten. Seit Jahren fordert der DHV einen offenen Umgang und einen Diskurs zum Thema Gewalt in der Geburtshilfe. Erst im Februar hat der Verband ein Positionspapier dazu veröffentlicht.
Personalmangel macht in vielen Kliniken eine Eins-zu-eins Betreuung unmöglich
Ziel des DHV ist eine gewaltfreie, interventionsarme, sensible und frauenzentrierte Geburtshilfe. Bei Frauen, die keine selbstbestimmte Geburt erleben, seien schwerwiegende psychische und physische Folgen möglich, die sich auch auf die Entwicklung des Kindes auswirken können. „Alle Entscheidungen des medizinischen Personals müssen für die Frauen in jedem Schritt nachvollziehbar sein“, macht DHV-Präsidiumsmitglied Andrea Ramsell deutlich.
Aus Sicht des DHV tragen vor allem strukturelle Fehlentwicklungen in der Geburtshilfe zu der Problematik bei. Dazu zählen starre Hierarchien im Kreißsaal ebenso wie ein berufsübergreifender Personalmangel, der zu permanenter Überforderung und Stresssituationen führt. Die vielgewünschte Eins-zu-eins-Betreuung, bei der eine Hebamme die Geburt einer Frau vom Beginn bis zum Ende begleitet, könne deshalb oft nicht stattfinden.
Die Aktion „Roses Revolution“ findet in diesem Jahr bereits zum achten Mal in Deutschland statt. (ne)
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