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Bevölkerungsschutz Hebammen in Krisensituationen mitdenken!

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Kommt es in Deutschland zum Ernstfall, greifen komplexe Pläne für den Bevölkerungsschutz – doch Hebammen werden hier bislang nicht mitgedacht. Dabei sind sie gerade in Notlagen eine unverzichtbare Unterstützung für Schwangere, Gebärende und junge Familien.

Während globale Kriege, Hungersnöte und Extremwetter die Schlagzeilen beherrschen, kommt man um den Gedanken „Was wäre, wenn?“ auch in Deutschland nicht herum. Sind wir ausreichend vorbereitet auf unerwartete Ereignisse? Wer ist zuständig, wenn das Chaos ausbricht? Und wer sorgt für die medizinische Versorgung – nicht nur von akuten Notfällen, sondern auch in der regulären Versorgung?

Ein Dreh- und Angelpunkt des Bevölkerungsschutzes ist das Gesundheitssystem, damit Verletzte und Kranke betreut werden können. Auch die Versorgung von Schwangeren und Säuglingen muss weiterhin sichergestellt sein, doch in den aktuellen Plänen werden Hebammen nicht benannt. Dabei könnten sie den Bevölkerungsschutz sinnvoll ergänzen.

Wer macht eigentlich was im Krisenfall?

In Deutschland sind die Zuständigkeiten im Zivil- und Katastrophenschutz klar definiert: Praktische und technische Hilfe im In- und Ausland leistet das Technische Hilfswerk. Auch die Bundeswehr und Bundespolizei kann hier unter bestimmten Voraussetzungen hinzugezogen werden. Feuerwehren, Katastrophenschutzzüge und Rettungsdienste hingegen sichern die Gesundheitsversorgung. Je nach Schadenlage können sie mit dieser Aufgabe schnell überlastet sein. Medizinische Versorgung zu gewährleisten, die über die Notfallversorgung hinausgeht, wird in einem solchen Fall schwierig. Vor allem Schwangere, Gebärende oder junge Familienerhalten dann keine ausreichende Versorgung oder notwendige Unterstützung.

Hebammen stärken die medizinische Versorgung

Klar ist: Die fachkundige Betreuung von Frauen und ihren Kindern, die Stillberatung sowie die Geburtshilfe im Ernstfall muss ein fester Bestandteil der Pläne zum Bevölkerungsschutz sein – denn Kinder werden auch in Kriegs- und Krisengebieten geboren.

Die Profession der Hebammen in weitere Bereiche des Bevölkerungsschutzes einzubeziehen, würde die Gesundheitsversorgung sicherer gestalten. Neben der Geburtshilfe können Hebammen Rettungskräfte unterstützen, indem sie als Ersthelfer*innen fungieren. Durch ihren Berufsalltag sind sie in Stresssituationen gut erprobt und können in der Notfallversorgung einen kühlen Kopf bewahren. Sie können Wunden versorgen, psychologische Betreuung leisten und so eine wichtige Rolle als erste Ansprechpartner*innen übernehmen. Dadurch könnten sich Rettungskräfte auf schwerwiegendere Fälle konzentrieren. Bereits jetzt arbeiten Hebammen häufig schon eng mit Rettungskräften zusammen – diese bereits erprobte Kooperation könnte auch in Krisenzeiten von Vorteil sein.

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Dieser Beitrag basiert auf dem Artikel „Krisen, Katastrophen und Konflikte“ von Prof. Dr. phil. Barbara Fillenberg und Prof. Dr. phil. Markus Bresinsky, die ausführen, wie die Versorgung der Bevölkerung im Katastrophenfall funktioniert. Dabei zeigen sie, wie Hebammen zur Sicherung des Gesundheitssystem beitragen könnten – und warum sie endlich mitgedacht werden müssen.
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Bildnachweise
Rettungssanitäter tragen eine werdende Mutter auf Trage aus dem Fahrzeug./© xavierarnau / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodellen)