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16.03.2021 | Online-Artikel

Geburtseinleitung nach 41 Wochen: Welche Frauen davon profitieren

verfasst von: Joana Schmidt

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Eine Weheninduktion in der 41. Schwangerschaftswoche scheint im Vergleich zu einem abwartenden Management die Prognose der Neugeborenen zu verbessern. Das gilt einer aktuellen Studie zufolge zumindest für Erstgebärende.

Das Risiko, dass ein Kind vor, während oder kurz nach der Geburt stirbt oder schwer erkrankt, ist in Deutschland relativ gering. Trotzdem steigt die Wahrscheinlichkeit für perinatalen Tod und schwere Morbidität etwas an, je länger eine Schwangerschaft nach der 40. Woche dauert. Eine neue Metaanalyse liefert jetzt Hinweise darauf, dass Erstgebärende und ihre Kinder davon profitieren, wenn die Geburt in der 41. Woche eingeleitet wird, statt bis zur 42. Woche abzuwarten.

Dafür wertete ein internationales Forscherteam drei Studien aus Schweden, den Niederlanden und der Türkei aus. Alle Teilnehmerinnen waren zum Untersuchungszeitpunkt gesund und in der 41. Woche schwanger. Von fast 4.600 Frauen wollten knapp 2.300 zu diesem Zeitpunkt eine Weheninduktion. Bei 80% davon erfolgte sie wie geplant, bei den anderen begann die Geburt spontan. In einer zweiten Gruppe von rund 2.300 Schwangeren wurde bis zur 42. Schwangerschaftswoche abgewartet. Bei 30% dieser Frauen musste die Geburt anschließend eingeleitet werden, während die Wehen bei den übrigen von allein einsetzten.

Geburtseinleitung zeigt Vorteile

Vom kombinierten Endpunkt aus perinatalem Tod und schwerer Morbidität, definiert als Krankheit, Trauma oder andere Verletzung, waren zehn Neugeborene (0,4%) in der 41-Wochen-Gruppe und 23 Kinder (1,0%) in der 42-Wochen-Gruppe betroffen. Perinatale Todesfälle traten bei einer (< 0,1%) gegenüber acht (0,4%) Schwangerschaften auf. Die Aufnahme eines Kindes in einer Neugeborenenstation für mehr als vier Tage erfolgte in 24 (1,1%) vs. 46 (1,9%) Fällen.

Die Unterschiede waren signifikant, galten aber nur für Erstgebärende. Bei Frauen, die nicht zum ersten Mal schwanger gewesen waren, war die Anzahl der unerwünschten Ereignisse zu gering, um einen Effekt nachzuweisen. Der Gesundheitszustand der Mütter nach der Geburt war in Interventions- und Kontrollgruppe ähnlich, genauso wie der Anteil an Sectio- und Zangenentbindungen sowie Vakuumextraktionen. In einer Subgruppenanalyse mit Frauen über und unter 35 Jahren zeigten sich keine Unterschiede und auch auf den BMI schien es nicht anzukommen.

Über Möglichkeiten informieren

„Die Analyse zeigt, dass eine Geburtseinleitung nach 41 Wochen verglichen mit einem abwartenden Management die Prognose der Neugeborenen verbessert, ohne die Sectio-Rate zu erhöhen“, fassen die Forscher um Dr. Mårten Alkmark von der Universität Göteborg zusammen. „Frauen, deren Schwangerschaft 41 Wochen dauert, sollten über die paritätsabhängigen Risiken informiert werden, sodass sie eine fundierte Entscheidung für oder gegen eine Weheninduktion treffen können.“

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