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Ressourcen aktivieren  Unterstützung für Angehörige von Menschen mit Demenz

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Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz sind oft hoch belastet. Ein von der Universität Jena geleitetes Forschungsprojekt soll jetzt ihre psychischen Ressourcen stärken. 

© Rido / stock.adobe.comDie Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz bringt Angehörige nicht selten an die Belastungsgrenze (Symbolbild) © Rido / stock.adobe.com

Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Demenz. Ihre Pflege und Betreuung übernehmen überwiegend Angehörige. Diese sind oft zusätzlich in Familie und Beruf gefordert. Die dauerhafte Verantwortung über Jahre führt nicht selten zu erheblichen psychischen Belastungen.

An dieser Stelle setzt das neue bundesweite Forschungsprojekt „AnDem-RoSe“ unter Leitung der Universität Jena an. Das Kürzel steht für „Ressourcenrealisierung und Selbsthilfe für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz“. Im Mittelpunkt steht ein präventives psychotherapeutisches Unterstützungsangebot für besonders belastete pflegende Angehörige. 
„Mit AnDem-RoSe wollen wir Strategien vermitteln, die Belastungen verringern und das Wohlbefinden der Angehörigen langfristig fördern“, erklärt Projektleiterin Gabriele Wilz vom Institut für Psychologie der Universität Jena. 

Psychotherapeutische Gespräche und ein Selbsthilfe-Tool

Laut Mitteilung der Uni Jena werden in den kommenden vier Jahren rund 350 pflegende Angehörige in die Studie aufgenommen. Ihnen werden zwölf psychotherapeutische Gespräche angeboten – per Telefon oder Videotelefonie. Dabei werden u. a. krankheitsbedingte Veränderungen bei Demenz, der Umgang mit Erschöpfung, Sorgen und Schuldgefühlen sowie Möglichkeiten der Selbstfürsorge im Alltag thematisiert.
Ein Online-Selbsthilfe-Tool ergänzt das Angebot. Dabei werden die Studienteilnehmenden zufällig einer Interventions- oder Kontrollgruppe zugeteilt. Nach sechs sowie nach zwölf Monaten wird ausgewertet, ob sich die psychischen Belastungen der Teilnehmenden reduziert haben.

„AnDem-RoSe“ wird vom Innovationsfonds des G-BA mit insgesamt rund drei Millionen Euro gefördert. Neben der Universität Jena sind weitere Konsortialpartner beteiligt. Auch Krankenkassen und regionale Alzheimer-Gesellschaften sind eingebunden, um belastete Angehörige gezielt zu erreichen. Langfristiges Ziel des Projektes sei es, innovative Unterstützungsangebote in die Versorgung pflegender Angehöriger zu integrieren. (ne)
 

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Ältere Frau erschöpft/© Rido / stock.adobe.com