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Erschienen in: Notfall + Rettungsmedizin 3/2022

09.02.2021 | Originalien

„Feel confident and know what to do?“ Wissensstand und Handlungssicherheit von Rettungsdienstfachpersonal zur präklinischen Erwachsenenreanimation

verfasst von: cand. B.Sc. Mara Mohr, M.A. Johannes Schillings, Jessica Mohren

Erschienen in: Notfall + Rettungsmedizin | Ausgabe 3/2022

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Zusammenfassung

Hintergrund

Deutsches Rettungsdienstfachpersonal jeder Qualifikation erlernt die Erwachsenenreanimation im Rahmen der Ausbildung bzw. der Lehrgänge.

Ziel der Arbeit

Es soll ermittelt werden, ob sich Wissen und Handlungssicherheit zur Erwachsenenreanimation zwischen den Qualifikationen unterscheiden und ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Variablen gibt, sowie ob ein Unterschied zwischen Rettungsdienstfachpersonal besteht, das binnen der letzten 3 Jahre an einem Reanimationstraining teilgenommen hat, und Rettungsdienstfachpersonal, welches dies nicht getan hat.

Methoden

Es wurde der Wissensstand in den Bereichen Basic Life Support (BLS) und Advanced Life Support (ALS) ermittelt und die subjektive Handlungssicherheit der Teilnehmer erfragt.
Es wurden Zusammenhänge mittels Spearman-Rho und Unterschiede mittels Kruskal-Wallis-Test errechnet.

Ergebnisse

Die Angaben von 1548 Rettungsdienstfachkräften (m: 1165; w: 380; d: 3; Durchschnittsalter: 31,5 Jahre) konnten ausgewertet werden. Zwischen den Qualifikationen zeigten sich Unterschiede im Gesamtwissen (Chi-Quadrat = 428,55, p < 0,001, η2 = 0,275), wobei sich das ALS-Wissen (Chi-Quadrat = 487,93, p < 0,001, η2 = 0,314) stärker unterschied als das BLS-Wissen (Chi-Quadrat = 48,982, p < 0,001, η2 = 0,029). Auch in der Handlungssicherheit bestanden geringe Unterschiede (Chi-Quadrat = 83,371, p < 0,001, η2 = 0,051). Ein Zusammenhang zwischen Handlungssicherheit und Gesamtwissen konnte nachgewiesen werden (rs = 0,138, p < 0,01); ebenso zwischen Handlungssicherheit und ALS-Wissen (rs = 0,139, p < 0,001). Rettungsdienstfachkräfte, die binnen der vergangenen drei Jahre an einem Reanimationstraining teilgenommen hatten, wiesen ein höheres Gesamtwissen und eine höhere Handlungssicherheit (Z = 2,786, p = 0,005, r = 0,07) auf.

Diskussion

Anders als im BLS-Bereich, der über alle Qualifikationen hinweg durch einen hohen Wissensstand abgedeckt ist, existieren im ALS-Bereich erhebliche Wissensunterschiede. Notfallsanitäter und Notfallsanitäter in Ausbildung wiesen dabei in beiden Fällen den höchsten Wissensstand auf. Die Handlungssicherheit ist bei allen Qualifikationen hoch. Am höchsten ist sie bei Notfallsanitätern und Rettungsassistenten, was am ehesten mit vorhandener Berufserfahrung zu erklären sein könnte. Ein Zusammenhang zwischen Wissensstand und Handlungssicherheit ist vorhanden, aber gering. Die Unterschiede zwischen Personal mit und ohne Reanimationstraining binnen der vorausgegangenen 3 Jahre sind zwar gering, dennoch sei hiermit auf die Wichtigkeit regelmäßigen Reanimationstrainings hingewiesen.
Literatur
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Metadaten
Titel
„Feel confident and know what to do?“ Wissensstand und Handlungssicherheit von Rettungsdienstfachpersonal zur präklinischen Erwachsenenreanimation
verfasst von
cand. B.Sc. Mara Mohr
M.A. Johannes Schillings
Jessica Mohren
Publikationsdatum
09.02.2021
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Notfall + Rettungsmedizin / Ausgabe 3/2022
Print ISSN: 1434-6222
Elektronische ISSN: 1436-0578
DOI
https://doi.org/10.1007/s10049-021-00841-9