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09.02.2021 | Originalien

„Feel confident and know what to do?“ Wissensstand und Handlungssicherheit von Rettungsdienstfachpersonal zur präklinischen Erwachsenenreanimation

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin
Autoren:
cand. B.Sc. Mara Mohr, M.A. Johannes Schillings, Jessica Mohren
Wichtige Hinweise
Die Autoren M. Mohr und J. Schillings teilen sich die Erstautorenschaft.
Zur besseren Lesbarkeit wurde auf die Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet und allein das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich gleichermaßen für beide Geschlechter.

Zusammenfassung

Hintergrund

Deutsches Rettungsdienstfachpersonal jeder Qualifikation erlernt die Erwachsenenreanimation im Rahmen der Ausbildung bzw. der Lehrgänge.

Ziel der Arbeit

Es soll ermittelt werden, ob sich Wissen und Handlungssicherheit zur Erwachsenenreanimation zwischen den Qualifikationen unterscheiden und ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Variablen gibt, sowie ob ein Unterschied zwischen Rettungsdienstfachpersonal besteht, das binnen der letzten 3 Jahre an einem Reanimationstraining teilgenommen hat, und Rettungsdienstfachpersonal, welches dies nicht getan hat.

Methoden

Es wurde der Wissensstand in den Bereichen Basic Life Support (BLS) und Advanced Life Support (ALS) ermittelt und die subjektive Handlungssicherheit der Teilnehmer erfragt.
Es wurden Zusammenhänge mittels Spearman-Rho und Unterschiede mittels Kruskal-Wallis-Test errechnet.

Ergebnisse

Die Angaben von 1548 Rettungsdienstfachkräften (m: 1165; w: 380; d: 3; Durchschnittsalter: 31,5 Jahre) konnten ausgewertet werden. Zwischen den Qualifikationen zeigten sich Unterschiede im Gesamtwissen (Chi-Quadrat = 428,55, p < 0,001, η2 = 0,275), wobei sich das ALS-Wissen (Chi-Quadrat = 487,93, p < 0,001, η2 = 0,314) stärker unterschied als das BLS-Wissen (Chi-Quadrat = 48,982, p < 0,001, η2 = 0,029). Auch in der Handlungssicherheit bestanden geringe Unterschiede (Chi-Quadrat = 83,371, p < 0,001, η2 = 0,051). Ein Zusammenhang zwischen Handlungssicherheit und Gesamtwissen konnte nachgewiesen werden (rs = 0,138, p < 0,01); ebenso zwischen Handlungssicherheit und ALS-Wissen (rs = 0,139, p < 0,001). Rettungsdienstfachkräfte, die binnen der vergangenen drei Jahre an einem Reanimationstraining teilgenommen hatten, wiesen ein höheres Gesamtwissen und eine höhere Handlungssicherheit (Z = 2,786, p = 0,005, r = 0,07) auf.

Diskussion

Anders als im BLS-Bereich, der über alle Qualifikationen hinweg durch einen hohen Wissensstand abgedeckt ist, existieren im ALS-Bereich erhebliche Wissensunterschiede. Notfallsanitäter und Notfallsanitäter in Ausbildung wiesen dabei in beiden Fällen den höchsten Wissensstand auf. Die Handlungssicherheit ist bei allen Qualifikationen hoch. Am höchsten ist sie bei Notfallsanitätern und Rettungsassistenten, was am ehesten mit vorhandener Berufserfahrung zu erklären sein könnte. Ein Zusammenhang zwischen Wissensstand und Handlungssicherheit ist vorhanden, aber gering. Die Unterschiede zwischen Personal mit und ohne Reanimationstraining binnen der vorausgegangenen 3 Jahre sind zwar gering, dennoch sei hiermit auf die Wichtigkeit regelmäßigen Reanimationstrainings hingewiesen.

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Literatur
Über diesen Artikel