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01.06.2013 | Leitthema | Ausgabe 4/2013

Notfall +  Rettungsmedizin 4/2013

„Feedback intervention and treatment times in ST-elevation myocardial infarction“

Multizentrisches Projekt zur Verbesserung der Herzinfarktversorgung

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 4/2013
Autor:
Prof. Dr. K.H. Scholz

Zusammenfassung

Hintergrund

Bei der Behandlung des akuten ST-Hebung-Myokardinfarkts („ST-elevation myocardial infarction“, STEMI) können die von den Leitlinien vorgegebenen Behandlungszeiten oft nicht eingehalten werden. In „Feedback intervention and treatment times in ST-elevation myocardial infarction“ (FITT-STEMI, ClinicalTrials.gov: NCT00794001) wird multizentrisch geprüft, ob die Ergebnisse durch standardisierte Datenerfassung mit systematischer Ergebnisrückkopplung verbessert werden können.

Methode

An Zentren mit 24-h-Bereitschaft für eine perkutane koronare Intervention („percutaneous coronary intervention“, PCI) werden bei allen STEMI-Patienten (Symptomdauer < 24 h) die Zeitintervalle der Akutbehandlung ab Erstkontakt mit dem Rettungsdienst prospektiv erfasst (standardisierter Webdokumentationsbogen). Im Anschluss an eine Basisdatenerfassung werden die Ergebnisse anhand prädefinierter Qualitätsindikatoren quartalsweise allen an der Rettungs- sowie Therapiekette beteiligten Gruppen und Personen in gemeinsamen Veranstaltungen präsentiert. Endpunkte im Studienteil sind „Contact-to-balloon“-(C2B)Zeit, klinischer Verlauf und Sterblichkeit; verglichen werden dabei jeweils die Daten in den Quartalen vor und nach der Feedback-Intervention. Im Anschluss an den überwachten Studienteil wird das Projekt an den Teilnahmekliniken optional in Form eines Registers unter Beibehaltung des Feedbacks fortgeführt.

Ergebnisse

In der Pilotphase (6 zentrale PCI-Kliniken mit 29 kooperierenden Krankenhäusern) konnte bei 1183 STEMI die C2B-Zeit signifikant von 165 min im 1. Quartal auf 125 min im 5. Quartal verkürzt werden (Median: von 129 auf 103 min). Im Quartalsvergleich fiel die Krankenhaussterblichkeit gleichzeitig von 11,1 auf 9,0 % und die Einjahressterblichkeit von 14,9 auf 12,5 % ab (1. Quartal vs. 5. Quartal). Der Anteil der nach einem Jahr beschwerdefrei überlebenden Patienten [Stadium I in der Klassifikation der New York Heart Association (NYHA)] stieg zeitgleich von 45,6 auf 51,5 % an. Inzwischen beteiligen sich in Deutschland 32 PCI-Klinik-Systeme mit weit mehr als 100 Kooperationskrankenhäusern am FITT-STEMI-Projekt; bisher wurden knapp 10.000 STEMI-Patienten prospektiv aufgenommen.

Schlussfolgerung

Die systematische Ergebnisrückkopplung führt zu einer Verkürzung der Behandlungszeiten bei STEMI. Das FITT-STEMI-Projekt soll weiterhin zeigen, welche Patienten prognostisch besonders profitieren und ob das Vorgehen für die STEMI-Versorgung dauerhaft notwendig und auch praktikabel ist.

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Literatur
Über diesen Artikel

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