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16.03.2021 | Fachkräftemangel | Nachrichten

Dringender Appell: Intensivpflege in Deutschland stärken

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Pflegende und Ärzte fordern gemeinsam bessere Arbeitsbedingungen in der Intensivpflege. In einer Stellungnahme wandten sich die Fachgesellschaften DGF und DIVI an den Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, und treffen bei Andreas Westerfellhaus auf offene Ohren.

Zahlreiche Pflegende tragen sich mit dem Gedanken, aufgrund der Arbeitsbedingungen aus ihrem Beruf auszusteigen. Käme es dazu, wären die Folgen für die Gesundheitsversorgung katastrophal. Entsprechend deutlich ist die Position der Fachgesellschaften: Die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) und die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sehen die Intensivpflege in Deutschland gefährdet. In ihrer „Stellungnahme zur Stärkung und Zukunft der Intensivpflege in Deutschland“ fordern sie bessere Rahmenbedingungen für Pflegefachpersonen.

Die Stellungnahme wurde dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, zugestellt – und findet Unterstützung: „Ich freue mich, dass Pflegekräfte und Ärzte sich zusammengetan haben und gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen in der Intensivpflege eintreten. Ich selbst habe bereits vor dem Beginn der Konzertierten Aktion Pflege viele Ideen für gerechtere Entlohnung und attraktive Arbeitsmodelle eingebracht und setze mich stark für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege ein.“

Die Forderungen zur Stärkung der Intensivpflege

DGF und DIVI fordern unter anderem:

  • ein am Pflegebedarf orientiertes Personalbemessungsinstrument
  • kreative und moderne Arbeitszeitmodelle
  • Unterstützungsangebote für Mitarbeitende mit Familie oder pflegebedürftigen Angehörigenpsychosoziale Unterstützungsangebote
  • die Optimierung der interprofessionellen Teamarbeit
  • die Entlohnung entsprechend der Qualifikation
  • die Erweiterung der Kompetenzen für fachweitergebildete Intensivpflegende
  • patienten- und pflegeferne Tätigkeiten sowie Bürokratie drastisch reduzieren

Westerfellhaus bekräftigt: „Die Forderungen der DGF und DIVI unterstütze ich vollends und werde diese in den politischen Raum tragen, damit der Umsetzung Nachdruck verliehen wird. Die in Tarifverträgen vereinbarten Arbeitsbedingungen und Arbeitszeitmodelle müssen vollständig von den Kostenträgern refinanziert werden. Nur so wird es gelingen, die Flucht aus dem Pflegeberuf zu stoppen!“

Nachhaltige Unterstützung der Pflegenden ist überfällig

Lothar Ullrich, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste sagt: „Bei dieser Forderung [nach besseren Arbeitsbedingungen, Red.] geht es um die Qualität der Versorgung und letztlich auch um die Patientensicherheit. Denn Intensivpatienten benötigen die Unterstützung durch hochqualifizierte Pflegende und sie profitieren unmittelbar davon. Auch brauchen wir ein deutliches Signal an die Pflegenden auf den Intensivstationen: dass sich eine Weiter-Qualifizierung lohnt, dass sie anerkannt wird und dass es dafür dann natürlich auch ein höheres Gehalt gibt.“

Prof. Gernot Marx, Präsident der DIVI und Klinikdirektor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care am Universitätsklinikum Aachen warnt: „Wir wollen und müssen die Arbeitsbedingungen der Pflegenden verbessern und die Attraktivität des Arbeitsfeldes erhöhen. In der laufenden zweiten Welle oder auch beginnenden dritten Welle der Covid-19- Pandemie halten die Pflegenden derzeit aus Pflichtgefühl noch durch – aber was kommt danach? Einer aktuellen Umfrage zufolge tragen sich 32 Prozent der Pflegenden derzeit mit dem Gedanken, aus dem Beruf auszusteigen. Das darf auf keinen Fall passieren. Die jetzt aber sehr positiven Signale aus der Politik, jetzt unmittelbar gemeinsam mit uns in die Umsetzung der konkret skizzierten Maßnahmen zu gehen, stimmen uns sehr hoffnungsvoll.“

Prof. Felix Walcher, Präsident elect der DIVI und Klinikdirektor der Unfallchirurgie der Uniklinik in Magdeburg betont die dringende Notwendigkeit, den Pflegenden auf den Intensivstationen endlich die nachhaltige Unterstützung zukommen zu lassen, die seit vielen Jahren überfällig sei: „[…] Die exzellenten MitarbeiterInnen der Intensiv- und Notfallmedizin machen eine sehr wertvolle Arbeit, die gelegentlich aber auch psychisch extrem belastend ist.“ Daher sei auch die psychosoziale Unterstützung der interprofessionellen Teams ein wichtiges und zentrales Anliegen der DIVI. (SK)



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