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08.03.2021 | Leitthema

Externe, nichtinvasive Beckenstabilisatoren – wann ist die Anlage indiziert?

Eine Empfehlung der Arbeitsgruppe Trauma des Deutschen Rats für Wiederbelebung

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin
Autoren:
DEAA, EDIC, FERC PD Dr. med. M. S. Roessler, PD Dr. med. C. Buschmann, FERC B. Gliwitzky, J. Hoedtke, DESA Prof. Dr. med. M. Kulla, Prof. Dr. med. T. Wurmb, PD Dr. med. C. Kleber, Arbeitsgruppe Trauma des Deutschen Rats für Wiederbelebung
Wichtige Hinweise

Redaktion

Dr. med. Benjamin Ondruschka
Dr. med. Florian T. Fischer
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Trauma des Deutschen Rats für Wiederbelebung werden am Beitragsende gelistet.

Zusammenfassung

Erleidet ein Traumapatient eine Beckenverletzung, bei der der Beckenring auseinanderklafft (Open-book-Fraktur), kann die Anlage eines kommerziell erhältlichen externen, nichtinvasiven Beckenstabilisators – umgangssprachlich auch Beckenschlinge genannt – indiziert sein. Durch die frühzeitige Anlage eines nichtinvasiven Beckenstabilisators am Einsatzort oder im Schockraum soll der Beckenring geschlossen werden, um den pelvinen Blutverlust zu reduzieren. Obgleich bei etwa einem Drittel aller Mehrfachverletzten eine Beckenfraktur nachweisbar ist, ist die Inzidenz mechanisch instabiler Beckenfrakturen, vor allem in Kombination mit einer pelvin bedingten hämodynamischen Instabilität, selten. Dadurch, dass in Rettungsmitteln externe, nichtinvasive Beckenstabilisatoren fast flächendeckend verfügbar sind und die Anwendung in Kursen der strukturierten Versorgung von Unfallverletzten zum Ausbildungsstandard gehört, werden immer mehr Verletzte mit angelegter Beckenschlinge in Kliniken eingeliefert. Die unkritische Anwendung eines externen, nichtinvasiven Beckenstabilisators kann jedoch Sekundärschäden verursachen, da die auf potenziell verletzte und frakturierte Strukturen übertragenen biomechanischen Kräfte erheblich sind. In diesem Beitrag werden die Ursachen und die Pathophysiologie mechanisch und hämodynamisch instabiler Beckenringfrakturen dargestellt sowie die Indikationen und Kontraindikationen für die Anlage externer, nichtinvasiver Beckenstabilisatoren diskutiert.

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Literatur
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