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Herz-Kreislauf-Stillstand Reanimation im Krankenhaus: Geschultes Pflegepersonal entscheidend

In deutschen Krankenhäusern erhalten Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillständen rasch Hilfe. Gut geschultes Pflegepersonal übernimmt dabei eine Schlüsselrolle.

© Syda Productions / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. © Syda Productions / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)

Erleidet ein Patient im Krankenhaus einen Herzkreislauf-Stillstand, starten fast immer Pflegefachpersonen die Behandlungskette. Das geht aus dem achten Jahresbericht zur innerklinischen Reanimation des Deutschen Reanimationsregisters hervor. Träger der Datenbank ist die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. (DGAI). Trotz rascher Reanimation, bleiben die Überlebenschancen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand im Krankenhaus weiter gering.

Wie die Auswertung für das Jahr 2024 zeigt, beginnt die Reanimationskette in den Krankenhäusern in den allermeisten Fällen zügig: In 91,6 Prozent der Fälle startete sie, bevor das innerklinische Notfallteam eintraf. Dabei waren es fast immer Pflegekräfte (87,7 %), die die Reanimation einleiteten.

Jan Wnent, Sprecher der Sektion Notfallmedizin der DGAI und Mitautor des Berichts, sieht darin das Ergebnis gezielter, berufsgruppenübergreifender Fortbildungen. „Unser Ziel ist es, diesen Anteil weiter zu steigern – denn nur wenn sofort gehandelt wird, haben Patientinnen und Patienten eine Chance.“

Frühzeitiges Handeln essenziell

Dennoch konnten im vergangenen Jahr bei insgesamt 5.810 dokumentierten Reanimationen in 179 Kliniken nur 17,4 Prozent der Patientinnen und Patienten lebend entlassen werden. Davon befanden sich lediglich 12,6 Prozent in einem guten neurologischen Zustand. 

„Die Daten verdeutlichen: Frühzeitiges Handeln ist essenziell – doch gleichzeitig müssen Qualität und Geschwindigkeit der Versorgung kontinuierlich verbessert werden“, betont Jan-Thorsten Gräsner vom Organisationskomitee des Reanimationsregisters.

Herz-Kreislauf-Stillstand - am häufigsten auf Normalstationen

Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, traten Herz-Kreislauf-Stillstände mit knapp 60 Prozent vor allem auf Normalstationen auf. Damit muss dort rasch reagiert werden, wo Patienten und Patienten in der Regel nicht kontinuierlich überwacht werden. Weitere 20,5 Prozent der Fälle wurden in der Notaufnahme dokumentiert, 16,5 Prozent auf Intensiv- oder Überwachungsstationen. „Das erklärt, warum geschultes und aufmerksames Pflegepersonal eine so entscheidende Rolle spielt“, betont Gräsner.

Besonders auffällig ist laut DGAI die Altersstruktur: So betrug das Durchschnittsalter der Betroffenen 73,1 Jahre, mehr als ein Drittel war über 80 Jahre alt. Damit stelle die Reanimation im Krankenhaus in einer alternden Gesellschaft eine zunehmende Herausforderung dar, heißt es.

Für den „Jahresbericht Innerklinische Reanimation 2024“ wurden 5.810 Datensätze aus 179 Kliniken in Deutschland ausgewertet. Die DGAI betont die große Bedeutung der Analyse. Sie bilde die Grundlage zur Überprüfung von Behandlungsketten und zur Verbesserung von Trainingsprogrammen. (ne)
 

Bildnachweise
Notfallversorgung im Krankenhaus/© Syda Productions / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)