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01.02.2014 | Ausgabe 1/2014

HeilberufeScience 1/2014

Ernährungszustand von Kindern im Amppipal Hospital, Gokha, Nepal

Zeitschrift:
HeilberufeScience > Ausgabe 1/2014
Autoren:
Sylvia Janich, Susanne Dittrich, Babu Ram Giri, Sabine Hussack, Joachim Kugler

Zusammenfassung

Hintergrund

Malnutrition zählt zu den Haupteinflussfaktoren auf die Morbidität und Mortalität von Kindern. Pathologisch niedrige anthropometrische Messwerte eines Kindes im Rahmen klinischer Untersuchungen dienen als „red flag“ für Malnutrition.

Ziel der Arbeit

Die Untersuchung soll einen Überblick über die Häufigkeit von Malnutrition im pädiatrischen Patientengut des Amppipal Hospital ermöglichen und Anregungen zur Verbesserung der Versorgung dieser Patienten geben.

Methode

Die 2007/2008 durchgeführte Untersuchung wurde als epidemiologische Querschnittsstudie konzipiert. Die anthropometrischen Messwerte aller im Amppipal Hospital geborenen Kinder und ambulant vorgestellten Patienten zwischen 0 und 15,9 Lebensjahren wurden erhoben. Die Studienteilnahme war freiwillig.

Ergebnisse

Von den untersuchten 76 Neugeborenen wiesen 7,9 % ein Geburtsgewicht von weniger als 2500 g auf, 11,8 % wogen 2500 g (7,9 % „low birth weight“). 1310 Kinder zwischen 0 und 15,9 Lebensjahren wurden bei ihrer ersten ambulanten Vorstellung während des Erhebungszeitraumes im Amppipal Hospital vermessen. 25,5 % waren untergewichtig (28 % der Mädchen, 24 % der Jungen; 14 % mäßiges Untergewicht – „moderate underweight“, 11,5 % schweres Untergewicht – „severe underweight“). Von Minderwuchs („stunting“), d. h. einer Länge bzw. Größe < − 2 SD des geschlechtsspezifischen Altersgruppenmedians, waren 26,2 % der vorgestellten Kinder betroffen (27 % der Mädchen, 25,7 % der Jungen; 16,6 % mäßiger Minderwuchs – „moderate stunting“, 9,6 % schwerer Minderwuchs – „severe stunting“). Unterernährung im Sinne des „wasting“, d. h. einem Gewicht je Länge bzw. Höhe < − 2 SD des geschlechtsspezifischen Altersgruppenmedians, wurde bei 22,0 % der vorgestellten Kinder diagnostiziert (26,4 % der Mädchen, 19,4 % der Jungen; 13,8 % mäßige Unterernährung im Sinne von „moderate wasting“, 8,2 % schwere Unterernährung im Sinne von „severe wasting/severe acute malnutrition“). Ein mittlerer Oberarmumfang (MUAC) von weniger als 115 mm wurde bei 7,6 % aller vorgestellten Kinder im Alter zwischen 6 und 60 Lebensmonaten ermittelt. Schwere Unterernährung („severe wasting“) trat bei 7,1 % der Patienten dieser Altersgruppe auf. 21,3 % der vorgestellten Kinder litten an Abmagerung („thinnes“), d. h. einem BMI von < − 2 SD des geschlechtsspezifischen Altersgruppenmedians (16,5 % der Mädchen, 25,5 % der Jungen; 4,4 % schwere Abmagerung – „severe thinnes“). Übergewichtig („overweight“) waren 2,2 % der untersuchten Kinder der Altersgruppe 0 bis 5,9 Lebensjahre. Zwei Kinder zwischen 6 und 15,9 Lebensjahren (0,4 % dieser Altersgruppe) wiesen einen BMI von mehr als 95 % des Alters- und Geschlechtsnormwertes auf. Malnutrition trat bei den untersuchten Kindern mit mehreren Geschwistern und bei Kindern von Müttern ohne jegliche Schul- oder Berufsausbildung häufiger auf.

Schlussfolgerung

Malnutrition ist in der untersuchten Studienpopulation ein ernstzunehmendes Problem. Insbesondere Mädchen, Kinder aus kinderreichen Familien und von ungebildeten Müttern sind betroffen. Den betroffenen Kindern ist während einer Erkrankung und Rekonvaleszenz besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

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