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01.06.2013 | Originalien | Ausgabe 4/2013

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 4/2013

Entwicklung und Validierung des Bedürfnisinventars bei Gedächtnisstörungen (BIG-65)

Krankheitskorrelierte Bedürfnisse bei Menschen mit Hirnleistungsstörungen und Demenz

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie > Ausgabe 4/2013
Autoren:
R. Schmid, A. Eschen, B. Rüegger-Frey, M. Martin

Zusammenfassung

Hintergrund

Der Bedarf an einer systematischen Erfassung krankheitskorrelierter Patientenbedürfnisse bei Hirnleistungsstörungen und Demenz zur Auswahl optimaler Behandlungsoptionen steigt zunehmend. Es fehlt jedoch an validen Messinstrumenten, die zur Erfassung krankheitskorrelierter Bedürfnisse auch bei Menschen mit Demenz eingesetzt werden können.

Methode

Die Studie umfasst die Konstruktion und Validierung des Bedürfnisinventars bei Gedächtnisstörungen (BIG-65) zur Erfassung krankheitskorrelierter Bedürfnisse. Der BIG-65 wurde theoriegeleitet entwickelt und basiert auf einer systematischen Literaturrecherche. Er wurde in einer Abklärungsstation, nach umfassender Untersuchung und Diagnosestellung, hinsichtlich seiner psychometrischen Eigenschaften an einer Gelegenheitsstichprobe (n = 83) validiert.

Ergebnisse

Der BIG-65 hat 66 Items und bietet neben einer breiten Auswahl an biopsychosozialen und umweltbezogenen Bedürfnissen eine geeignete Struktur zur Erfassung krankheitskorrelierter Bedürfnisse bei Menschen mit Hirnleistungsstörungen. Er verfügt über eine besonders hohe Augenscheinvalidität und eine sehr hohe Test-Retest-Reliabilität (rtt = 0,916). Im Mittel wurden 3,5 (SD = 3,7) unabgedeckte Bedürfnisse angegeben. Am häufigsten genannt wurden: „weniger vergessen“ (50%), „bessere Konzentration“ (23,2%), „Informationen zur Krankheit“ (20,7%), „Informationen über Behandlungen“ (17,1%) sowie „sich weniger Sorgen machen“, „weniger gereizt sein“, „Verbesserung der Stimmung“, „Verbesserung der Orientierung“ (alle 13,4%). Bedürfnisprofile unterscheiden sich zwischen verschiedenen Patientengruppen mit präklinischen (subjektive und milde kognitive Beeinträchtigung) und klinischen (Demenz) Hirnleistungsstörungen.

Schlussfolgerungen

Krankheitskorrelierte Bedürfnisse können mit dem BIG-65 bis zu einer mittelschweren Demenz reliabel erfasst werden. Mit zunehmendem Demenzschweregrad oder einem Mini-Mental-Status <20 Punkten sollte die Erfassung, z. B. mit zusätzlichen Beobachtungsmethoden des emotionalen Ausdrucks, ergänzt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit Hirnleistungsstörungen individuelle Strategien zur Stabilisierung von Lebensqualität verfolgen. Neben einem objektiven Assessment von Krankheitssymptomen kann die Priorisierung optimaler Behandlungsmaßnahmen von der systematischen Erfassung krankheitskorrelierter Patientenbedürfnisse profitieren.

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