Wenn Kinder nach Luft ringen Bei Krupphusten richtig reagieren
- 01.12.2025
- Eltern & Kind
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Wird es wieder kälter, häufen sich die Atemwegsinfekte. Besonders der Krupphusten bereitet vielen Eltern von kleinen Kindern Sorgen. Laut der Stiftung Kindergesundheit zählt die Virusinfektion zu den häufigsten Ursachen für nächtliche Atemnot im Kindesalter.
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Der Krupphusten (Laryngotracheitis) gehört zu den typischen Winterinfektionen im Kleinkindalter. Die Stiftung Kindergesundheit beschreibt, wie die Virusinfektion verläuft, welche Symptome Eltern kennen sollten und wie sie im Notfall richtig reagieren. Betroffen sind vor allem Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren, besonders häufig im zweiten Lebensjahr.
Typische Symptome treten vor allem nachts auf
Krupphusten beginnt meist wie eine gewöhnliche Erkältung: Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und wenig Appetit. Danach folgen die typischen Symptome: ein rauer, bellender Husten, nächtliche Hustenanfälle und ein lautes Atemgeräusch beim Einatmen (Stridor). Jungen infizieren sich häufiger als Mädchen, übergewichtige Kinder häufiger als normalgewichtige.
„Die Ursache ist meist eine Infektion mit Viren, die kleinen Kindern in der kalten Jahreszeit ohnehin schon das Leben schwermachen“, erläutert Kinder- und Jugendarzt Prof. Dr. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der in München beheimateten Stiftung Kindergesundheit. „Während diese Viren bei den meisten Kindern zu einer ‚normalen‘ Erkältung führen, lösen sie bei den dafür besonders Anfälligen den typischen Krupp-Anfall aus.“
Laut Koletzko klingt der Husten tief und rau mit „bellenden Tönen, die an das Bellen von Seehunden oder das Blöken von Schafen erinnern“. Manche Eltern beschreiben den Eindruck, ihr Kind huste „in einen Blecheimer“. Besonders nachts werden die Beschwerden stärker.
Eine Wetterlage mit Smog und hoher Schadstoffbelastung kann die Entstehung eines Krupp-Anfalls begünstigen, ist jedoch nicht der eigentliche Auslöser. Die Symptome entstehen dadurch, dass die Stimmbänder und die Schleimhäute an den darunter liegenden Abschnitten des Kehlkopfs und an der Luftröhre des Kindes entzündet und angeschwollen sind.
Verlauf meist gutartig – dennoch unberechenbar
Die Symptome wirken zwar dramatisch, doch die meisten Kruppanfälle verlaufen harmlos. Die Stiftung betont dennoch, dass die Erkrankung unberechenbar bleibt und einzelne Kinder eine deutlich eingeschränkte Atmung entwickeln können. Eine direkte Auslöserrolle spielen Smog oder schlechte Luftqualität zwar nicht, sie können Anfälle aber begünstigen. Auch wenn der Husten bedrohlich klingen kann, ist es entscheidend, dass die Eltern ruhig bleiben. Hustenmittel sind nicht hilfreich. Wichtig ist es, das Kind zu beruhigen.
Die Stiftung gibt konkrete Empfehlungen:
- Eine aufrechte Haltung hilft dem Kind beim Atmen.
- Das Kind sollte feuchtkalte Luft einatmen – etwa am offenen Fenster (Voraussetzung: wenig Smog in der Luft) oder in einem dampfgefüllten Badezimmer.
- Alternativ hilft auch das Einatmen kalter Luft aus dem Kühlschrank.
- Nach einem Anfall kann ein Glas kaltes Wasser den Hustenreiz lindern.
In schweren Situationen können Kinder heftig nach Luft ringen, zittern, weinen und blaue Hautverfärbungen entwickeln. Dies kann sich bis hin zu lebensbedrohlicher Atemnot steigern. Bei einer starken Beeinträchtigung sollten Eltern nicht zögern, den Notdienst zu rufen.
Wiederkehrende Anfälle sind möglich
Da verschiedene Viren Auslöser sein können, entsteht nach einer Erkrankung keine Immunität. Wiederkehrende Episoden sind deshalb besonders in der Winterzeit häufig. Gleichzeitig gibt die Stiftung Kindergesundheit Entwarnung: Mit zunehmendem Alter nimmt die Gefahr ab. Ab dem dritten Lebensjahr werden die Anfälle in der Regel milder und verschwinden nach dem sechsten Lebensjahr meist ganz, da sich durch das Wachstum die anatomischen Größenverhältnisse des Kehlkopfes verändern und die Gefahr einer Enge nachlässt. (jr)