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22.05.2017 | Beiträge zum Themenschwerpunkt | Ausgabe 4/2017

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 4/2017

Einwilligungsfähigkeit bei Demenz

Interdisziplinäre Perspektiven

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie > Ausgabe 4/2017
Autoren:
PD Dr. Julia Haberstroh, Dr. Tanja Müller

Zusammenfassung

Hintergrund

In Deutschland existieren bislang keine konkreten Verfahrensvorgaben zur adäquaten Prüfung der Einwilligungsfähigkeit in medizinische Maßnahmen. Hierin liegt begründet, dass von den Beurteilenden (v. a. Juristen und Mediziner) jeweils individuelle Heuristiken als Entscheidungsgrundlage herangezogen werden, die sowohl inter- als auch intradisziplinär z. T. stark voneinander abweichen. Der Mangel an standardisierten, validierten und interdisziplinär gleichermaßen anerkannten Verfahren zur Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit führt zu einer Handlungs- und Entscheidungsunsicherheit in der rechtlichen und in der medizinischen Praxis. Eine besondere Herausforderung stellt die dramatische Zunahme demenziell erkrankter, multimorbider Patienten dar, die in mannigfaltige medizinische Maßnahmen einwilligen müssen, obgleich ihre Einwilligungsfähigkeit aufgrund der kognitiven Einbußen infrage steht.

Ziel der Arbeit

Die vorzustellende Studie verfolgt die Fragestellung, wie Einwilligungsfähigkeit von Experten unterschiedlicher Disziplinen (Juristen, Mediziner und Medizinethiker) beurteilt wird.

Material und Methoden

In 41 Briefbefragungen wurden die Einwilligungsfähigkeitsurteile und Beurteilungskriterien von Experten der Einwilligungsfähigkeit unterschiedlicher Disziplinen ermittelt und ausgewertet.

Ergebnisse

Die Ergebnisse verweisen darauf, dass die Experten unterschiedlicher Disziplinen die Einwilligungsfähigkeit ein und desselben Patienten mit Demenz hochgradig divergierend, teilweise gar konträr beurteilen.

Schlussfolgerung

Aus diesem Befund wird der dringende Bedarf an einem interdisziplinären Leitfaden-Assessment gemäß internationalem Vorbild abgeleitet, sowie der Bedarf an interdisziplinärer Fortbildung und an stärkerem interdisziplinären Austausch im Prozess der Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit.

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