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Open Access 2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

20. DRG-Krankenhäuser im Vergleich

verfasst von : Jörg Friedrich

Erschienen in: Krankenhaus-Report 2019

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

Zusammenfassung

Das Directory deutscher Krankenhäuser bietet eine jährlich aktualisierte Übersicht stationärer Leistungserbringer. Die Darstellung umfasst unter anderem Informationen zur Struktur des vereinbarten Leistungsangebots, zum Grad der Spezialisierung, zur regionalen Marktpositionierung und Wettbewerbssituation sowie Informationen zur Ergebnisqualität nach dem Verfahren Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR). Insgesamt finden mehr als 1.300 Krankenhäuser Eingang, zu denen eine Budgetvereinbarung für das Jahr 2017 oder QSR-Behandlungsergebnisse vorliegen.
Hinweise
Elektronisches Zusatzmaterial Die elektronische Version dieses Kapitels enthält Zusatzmaterial, das den Nutzern zur Verfügung steht unter https://​doi.​org/​10.​1007/​978-3-662-58225-1_​20 und unter www.​springer.​com/​book/​9783662582244.
Zusammenfassung
Das Directory deutscher Krankenhäuser bietet eine jährlich aktualisierte Übersicht stationärer Leistungserbringer. Die Darstellung umfasst unter anderem Informationen zur Struktur des vereinbarten Leistungsangebots, zum Grad der Spezialisierung, zur regionalen Marktpositionierung und Wettbewerbssituation sowie Informationen zur Ergebnisqualität nach dem Verfahren Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR). Insgesamt finden mehr als 1.400 Krankenhäuser Eingang, zu denen eine Budgetvereinbarung für das Jahr 2017 oder QSR-Behandlungsergebnisse vorliegen.
The Directory of German Hospitals provides an annually updated overview of inpatient service providers. It includes information on the structure of the agreed range of services, the degree of specialisation, regional market positioning and competitive situation as well as information on the outcome quality according to QSR, a method of quality reporting based on routine data of health care funds. In total, more than 1,400 hospitals have been included for which a budget agreement for the year 2017 or QSR treatment outcomes are available.

20.1 Krankenhaus-Directory

Das jährliche Directory deutscher Krankenhäuser stellt Eckdaten aus den Aufstellungen der Entgelte und Budgetermittlung (AEB) gemäß Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) dar. Den Darstellungen liegen Vereinbarungsdaten und nicht die tatsächlich erbrachten Leistungen der jeweiligen Einrichtung zugrunde. Insgesamt finden mehr als 1.400 Krankenhäuser Eingang, zu denen eine Vereinbarung oder QSR-Behandlungsergebnisse vorliegen. Das Krankenhaus-Directory finden Sie unter www.​springer.​com/​book/​9783662582244.
Die einzelnen Spalten des Directories haben folgende Bedeutung:

Krankenhausname

Mit einem * gekennzeichnete Einrichtungen haben nach Abschluss der Vereinbarung 2017 mit einem anderen Krankenhaus fusioniert oder wurden geschlossen.

Betten

Jedes Krankenhaus wird nach seiner Bettenzahl klassifiziert und einer von sechs Kategorien zugeordnet. Die verwendeten Symbole bedeuten Folgendes:
< 50 = unter 50 Betten < 100 = 50 bis unter 100 Betten < 200 = 100 bis unter 200 Betten < 500 = 200 bis unter 500 Betten < 1.000 = 500 bis unter 1.000 Betten > 1.000 = über 1.000 Betten Die Angaben stammen überwiegend aus dem Jahr 2017, andernfalls aus den Vorjahren.

Träger

In dieser Spalte wird die Trägerschaft des Krankenhauses mit folgenden Abkürzungen geschlüsselt:
ö für öffentlich fg für freigemeinnützig p für privat

Z-Bax (Zahlbasisfallwert)

Der Basisfallwert ist der Eurobetrag, der multipliziert mit der Bewertungsrelation den Preis einer DRG-Fallpauschale festlegt. Für die Vergütung der Krankenhausfälle einer laufenden Periode ist der Zahlbasisfallwert maßgeblich, der auch Transferzahlungen aus vergangenen Perioden, sogenannte Erlösausgleiche, berücksichtigt. Außerdem dient der Zahlbasisfallwert auch der sachgerechten Umsetzung unterjährig vereinbarter Gesamtjahreswerte. Der gemittelte Zahlbasisfallwert (Z-Bax) ist ein Indikator für das tatsächlich herrschende Preisniveau des Jahres für Krankenhausleistungen, die nach DRGs vergütet werden. 1 Der Z-Bax umfasst alle relevanten Zu- und Abschlagstatbestände. Deren Vergütung wird ebenfalls je Bewertungsrelation, also analog dem Basisfallwert ausgedruckt (Friedrich et al. 2010). 2
In der Spalte für den Basisfallwert ist ein „BE“ zu finden, wenn das gesamte Krankenhaus 2017 keine DRG-Entgelte vereinbart hat, z. B. auf Basis der Vereinbarung zur Bestimmung von Besonderen Einrichtungen 2017, und es somit als Ganzes von der Anwendung der DRG-Fallpauschalen ausgenommen ist.

Casemix

Der Casemix ist die Summe aller Bewertungsrelationen einer Einrichtung. Jedes Krankenhaus wird anhand des vereinbarten Casemix klassifiziert und einer von sechs Kategorien zugeordnet. Die verwendeten Symbole bedeuten Folgendes:
< 1.000 = unter 1.000 Bewertungsrelationen < 5.000 = 1.000 bis unter 5.000 Bewertungs- relationen < 10.000 = 5.000 bis unter 10.000 Bewertungs- relationen < 20.000 = 10.000 bis unter 20.000 Bewertungs- relationen < 50.000 = 20.000 bis unter 50.000 Bewertungs- relationen > 50.000 = über 50.000 Bewertungsrelationen

CMI (Casemix-Index)

Der Casemix-Index (CMI) beschreibt die mittlere Fallschwere eines Krankenhauses. Er berechnet sich aus dem Quotienten des Casemix (Summe aller Bewertungsrelationen eines Krankenhauses) und der Gesamtzahl der über DRGs abgerechneten Fälle eines Krankenhauses. Der hier ausgewiesene CMI enthält keine teilstationären DRGs.

Abw. CMI Land

Für jede Einrichtung wird der individuelle CMI mit dem entsprechenden Landeswert verglichen. Die Abweichungen sind mit folgenden Symbolen gekennzeichnet:
+++ = Abweichung vom Landeswert von über 20 % ++ = Abweichung vom Landeswert von 10 % bis unter 20 % + = Abweichung vom Landeswert von 0 % bis unter 10 % – = Abweichung vom Landeswert von 0 % bis über -10 % – – = Abweichung vom Landeswert von –10 % bis über –20 % – – – = Abweichung vom Landeswert von unter –20 %

Vereinbarter Spezialisierungsgrad im DRG-Bereich (Gini-Koeffizient)

Die Werte beschreiben den Grad der Spezialisierung für DRG-Leistungen des jeweiligen Krankenhauses anhand des Gini-Koeffizienten. Die Ermittlung erfolgt auf der Ebene Basis-DRG (A-DRG). Der Gini-Koeffizient ist eine Maßzahl für die (Un)gleichverteilung innerhalb einer Grundgesamtheit. Sind die Leistungen eines Krankenhauses über alle Basis-DRGs gleich verteilt, liegt keine Spezialisierung vor. Verteilen sich die Fälle auf nur wenige Basis-DRGs und ist die Verteilung somit sehr ungleich, so kann das Krankenhaus als spezialisiert gelten. Ein Gini-Koeffizient von 1 resultierte aus einer maximalen Spezialisierung auf nur eine Leistung, ein Wert von 0 entspräche einer identischen Fallzahl in allen Basis-DRGs.
Aus dem Grad der Spezialisierung der Krankenhäuser lassen sich nur wenige Rückschlüsse auf die Zentralisierung der Leistungserbringung ziehen. Tab. 20.1 und Tab. 20.2 illustrieren die Verteilung der Fallzahlen je vollstationäre Basis-DRG (s. u.) der operativen bzw. der medizinischen Partition auf die vorliegenden Vereinbarungen. Die Darstellung erfolgt nach Fallzahlquintilen. Die Spalten zum ersten Quintil geben z. B. darüber Auskunft, welchen Anteil die 20 % der Krankenhäuser mit den größten Fallzahlen am Gesamtaufkommen haben. Die Spalten zum fünften Quintil geben u. a. Hinweise, in welchen Basis-DRGs die 20 % der Krankenhäuser mit den geringsten Fallzahlen die entsprechende Leistung nur sehr selten erbringen. Die Darstellung beschränkt sich auf die jeweils 25 fallzahlstärksten Basis-DRGs.
Tab. 20.1
Verteilung der vereinbarten Fallzahlen 2017 auf Fallzahl-Quintile für die 25 häufigsten vollstationären Basis-DRGs der operativen Partition
ADRG
Beschreibung
MDC
Partition
Fallzahl
Anzahl KH
Anteil KH in %
Durchschn. Fallzahl
1. Quintil
2. Quintil
3. Quintil
4. Quintil
5. Quintil
Durchschn. Fallzahl
Fallzahlanteil in %
Durchschn. Fallzahl
Fallzahlanteil in %
Durchschn. Fallzahl
Fallzahlanteil in %
Durchschn. Fallzahl
Fallzahlanteil in %
Durchschn. Fallzahl
Fallzahlanteil in %
O01
Sectio caesarea
14
O
192.994
574
47
336
737
44
398
24
252
15
182
11
110
7
I47
Revision oder Ersatz des Hüftgelenkes ohne komplizierende Diagnose, ohne Arthrodese, ohne äußerst schwere CC, Alter>15Jahre
8
O
168.099
882
72
191
471
50
209
22
142
15
92
10
37
4
G24
Eingriffe bei Bauchwandhernien, Nabelhernien u. and. Hernien, Alt.>0J. od. beidseit. Eingr. bei Leisten- und Schenkelhernien, Alt.>0J. u. <56J. oder Eingr. bei Leisten- u. Schenkelhernien, Alt.>55J.
6
O
158.423
881
72
180
360
40
212
24
159
18
113
13
53
6
L20
Transurethrale Eingriffe außer Prostataresektion und komplexe Ureterorenoskopien
11
O
145.305
496
40
293
667
46
412
28
272
19
101
7
8
1
I10
Andere Eingriffe an der Wirbelsäule
8
O
140.674
787
64
179
521
59
220
25
110
12
37
4
3
0
I13
Bestimmte Eingriffe an Humerus, Tibia, Fibula und Sprunggelenk
8
O
139.097
919
75
151
341
45
181
24
124
16
79
10
32
4
I44
Endoprothese oder andere Endoprothesenimplantation/ -revision am Kniegelenk
8
O
138.443
814
66
170
418
49
197
23
123
14
78
9
34
4
H08
Laparoskopische Cholezystektomie
7
O
134.135
848
69
158
303
38
191
24
144
18
104
13
47
6
F59
Gefäßeingriffe ohne komplizierende Konstellation
5
O
133.676
698
57
192
521
55
262
27
131
14
38
4
3
0
D30
Tonsillektomie außer bei bösartiger Neubildung oder verschiedene Eingriffe an Ohr, Nase, Mund und Hals ohne äußerst schwere CC
3
O
111.556
581
47
192
667
70
198
21
68
7
21
2
3
0
F58
Perkutane Koronarangioplastie
5
O
106.612
575
47
185
459
49
227
24
143
15
84
9
15
2
I08
Andere Eingriffe an Hüftgelenk und Femur
8
O
97.562
909
74
107
245
46
129
24
85
16
56
10
21
4
I20
Eingriffe am Fuß
8
O
92.549
933
76
99
272
55
106
21
63
13
38
8
17
3
J11
Andere Eingriffe an Haut, Unterhaut und Mamma
9
O
90.473
980
80
92
272
59
95
21
56
12
31
7
8
2
G26
Andere Eingriffe am Anus
6
O
88.215
873
71
101
242
48
114
23
78
16
49
10
20
4
I21
Lokale Exzision und Entfernung von Osteosynthesematerial an Hüftgelenk, Femur und Wirbelsäule oder komplexe Eingriffe an Ellenbogengelenk und Unterarm oder bestimmte Eingriffe an der Klavikula
8
O
85.483
920
75
93
203
44
115
25
79
17
51
11
17
4
F52
Perkutane Koronarangioplastie mit komplexer Diagnose
5
O
83.387
585
48
143
323
45
187
26
125
18
69
10
9
1
G23
Appendektomie oder laparoskopische Adhäsiolyse außer bei Peritonitis, ohne äußerst schwere oder schwere CC
6
O
82.386
864
70
95
197
41
115
24
85
18
57
12
22
5
D06
Eingriffe an Nasennebenhöhlen, Mastoid, komplexe Eingriffe am Mittelohr und andere Eingriffe an den Speicheldrüsen
3
O
81.251
527
43
154
487
64
180
24
69
9
27
3
4
1
I09
Bestimmte Eingriffe an der Wirbelsäule
8
O
77.668
778
63
100
282
57
120
24
60
12
28
6
8
2
I29
Komplexe Eingriffe am Schultergelenk oder bestimmte Osteosynthesen an der Klavikula
8
O
71.975
891
73
81
227
56
85
21
51
13
29
7
12
3
I32
Eingriffe an Handgelenk und Hand
8
O
69.890
898
73
78
266
68
73
19
32
8
14
4
4
1
F12
Implantation eines Herzschrittmachers
5
O
69.108
774
63
89
209
47
116
26
72
16
38
8
12
3
C08
Extrakapsuläre Extraktion der Linse (ECCE)
2
O
65.374
214
17
305
842
55
392
26
215
14
64
4
7
0
F50
Ablative Maßnahmen bei Tachyarrhythmie
5
O
63.572
319
26
199
572
58
233
23
123
12
52
5
13
1
n = 1.228 Vereinbarungen des Jahres 2018
Krankenhaus-Report 2019
Tab. 20.2
Verteilung der vereinbarten Fallzahlen 2017 auf Fallzahl-Quintile für die 25 häufigsten vollstationären Basis-DRGs der medizinischen Partition
ADRG
Beschreibung
MDC
Partition
Fallzahl
Anzahl KH
Anteil KH in %
Durchschn. Fallzahl
1. Quintil
2. Quintil
3. Quintil
4. Quintil
5. Quintil
Durchschn. Fallzahl
Fallzahlanteil in %
Durchschn. Fallzahl
Fallzahlanteil in %
Durchschn. Fallzahl
Fallzahlanteil in %
Durchschn. Fallzahl
Fallzahlanteil in %
Durchschn. Fallzahl
Fallzahlanteil in %
G67
Ösophagitis, Gastroenteritis, gastrointestinale Blutung, Ulkuserkrankung und verschiedene Erkrankungen der Verdauungsorgane
6
M
699.972
1.034
84
677
1.488
44
895
26
609
18
357
11
33
1
P67
Neugeborener Einling, Aufnahmegewicht >2499g
15
M
599.250
606
49
989
2.102
43
1.216
25
782
16
554
11
281
6
O60
Vaginale Entbindung
14
M
404.569
577
47
701
1.453
42
845
24
567
16
403
11
230
7
I68
Nicht operativ behandelte Erkrankungen und Verletzungen im Wirbelsäulenbereich
8
M
352.898
1.099
89
321
825
51
392
24
236
15
127
8
24
2
F62
Herzinsuffizienz und Schock
5
M
306.195
990
81
309
655
42
391
25
268
17
181
12
52
3
L90
Niereninsuffizienz, teilstationär, Alter >14Jahre ohne Peritonealdialyse
11
M
271.139
132
11
2.054
6.899
69
2.673
27
299
3
149
1
40
0
E79
Infektionen und Entzündungen der Atmungsorgane
4
M
255.739
1.001
82
255
576
45
321
25
214
17
130
10
33
3
F71
Nicht schwere kardiale Arrhythmie und Erregungsleitungsstörungen
5
M
250.004
988
80
253
604
48
329
26
203
16
109
9
19
1
B70
Apoplexie
1
M
199.812
995
81
201
666
66
240
24
64
6
27
3
7
1
F67
Hypertonie
5
M
198.644
979
80
203
440
43
256
25
178
18
115
11
24
2
B80
Andere Kopfverletzungen
1
M
195.681
912
74
215
572
54
263
25
143
13
77
7
15
1
O65
Andere vorgeburtliche stationäre Aufnahme
14
M
193.919
701
57
277
658
48
361
26
233
17
119
9
11
1
E65
Chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung
4
M
182.063
979
80
186
438
47
223
24
150
16
93
10
26
3
E69
Bronchitis und Asthma bronchiale
4
M
176.173
1.000
81
176
422
48
228
26
135
15
77
9
19
2
L64
Harnsteine und Harnwegsobstruktion
11
M
160.480
933
76
172
517
60
219
26
77
9
35
4
9
1
F73
Synkope und Kollaps
5
M
155.346
1.005
82
155
344
45
200
26
132
17
79
10
18
2
K62
Verschiedene Stoffwechselerkrankungen
10
M
148.387
1.019
83
146
310
43
189
26
133
18
80
11
16
2
L63
Infektionen der Harnorgane
11
M
148.130
981
80
151
349
46
200
26
122
16
68
9
16
2
E71
Neubildungen der Atmungsorgane
4
M
142.127
957
78
149
544
73
120
16
49
7
23
3
6
1
J65
Verletzung der Haut, Unterhaut und Mamma
9
M
136.962
960
78
143
367
51
175
25
104
15
58
8
10
1
D61
Gleichgewichtsstörung, Hörverlust oder Tinnitus
3
M
125.489
992
81
127
345
55
151
24
81
13
43
7
11
2
B76
Anfälle
1
M
121.417
969
79
125
407
65
156
25
47
7
13
2
3
1
K60
Diabetes mellitus
10
M
119.970
995
81
121
328
54
132
22
82
14
50
8
12
2
G72
Andere leichte bismoderate Erkrankungen der Verdauungsorgane
6
M
117.867
937
76
126
288
46
163
26
102
16
60
9
15
2
J64
Infektion/Entzündung der Haut und Unterhaut oder Hautulkus
9
M
117.770
1.050
86
112
271
48
138
25
91
16
52
9
8
1
n = 1.228 Vereinbarungen des Jahres 2017
Krankenhaus-Report 2019

Leistungsdichte Basis-DRGs

Es wird jeweils angegeben, mit wie vielen Basis-DRGs (A-DRGs) jeweils 25 %, 50 % und 75 % aller Leistungen eines Hauses erreicht werden. Basis-DRGs stellen eine Obergruppe für eine oder mehrere DRGs dar, die durch die gleichen Diagnosen- und/oder Prozedurencodes definiert sind. DRGs innerhalb einer Basis-DRG unterscheiden sich in ihrem Ressourcenverbrauch bzw. ihres Schweregrads. In der G-DRG Version 2017 gibt es 558 Basis-DRGs, davon zwei nicht bewertete Fehler-DRGs und eine teilstationäre DRG.

TOP 3 MDC

In einer weiteren Annäherung an das DRG-Leistungsspektrum eines Hauses werden die fünf jeweils stärksten Hauptdiagnosegruppen (MDCs; Major Diagnostic Category) mit ihrer Nummer sowie dem jeweiligen Prozentanteil an sämtlichen DRG-Leistungen dokumentiert. Die Nummern der MDCs bedeuten Folgendes:
–1 Pre-MDC
1.
Krankheiten und Störungen des Nervensystems
 
2.
Krankheiten und Störungen des Auges
 
3.
Krankheiten und Störungen im HNO-Bereich
 
4.
Krankheiten und Störungen der Atmungsorgane
 
5.
Krankheiten und Störungen des Kreislaufsystems
 
6.
Krankheiten und Störungen der Verdauungsorgane
 
7.
Krankheiten und Störungen am hepatobiliären System und Pankreas
 
8.
Krankheiten und Störungen am Muskel-Skelett-System und Bindegewebe
 
9.
Krankheiten und Störungen an Haut, Unterhaut und Mamma
 
10.
Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten
 
11.
Krankheiten und Störungen der Harnorgane
 
12.
Krankheiten und Störungen der männlichen Geschlechtsorgane
 
13.
Krankheiten und Störungen der weiblichen Geschlechtsorgane
 
14.
Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
 
15.
Neugeborene
 
16.
Krankheiten des Blutes, der blutbildenden Organe und des Immunsystems
 
17.
Hämatologische und solide Neubildungen
 
18.
Infektiöse und parasitäre Krankheiten
 
19.
Psychiatrische Krankheiten und Störungen
 
20.
Alkohol- und Drogengebrauch und alkohol- und drogeninduzierte psychische Störungen
 
21.
Verletzungen, Vergiftungen und toxische Nebenwirkungen von Drogen und Medikamenten
 
22.
Verbrennungen
 
23.
Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und andere Inanspruchnahmen des Gesundheitswesens
 
24.
Sonstige DRGs
 

Partitionen in % (Verteilung über die Partitionen)

Eine MDC kann in drei Partitionen aufgeteilt sein:
  • DRGs liegen in der chirurgischen Partition, wenn sie eine Prozedur beinhalten, für die ein OP-Saal erforderlich ist.
  • DRGs der anderen Partition beinhalten Prozeduren, die in der Regel diagnostische Maßnahmen abbilden und für die kein OP-Saal erforderlich ist.
  • DRGs der medizinischen Partition beinhalten keine relevanten Prozeduren.
Die Abkürzungen der Partitionen bedeuten Folgendes:
o = operativ a = andere m = medizinisch

Budget-Anteile ZE/SE

Für Leistungen, die mit DRGs noch nicht sachgerecht vergütet werden, können die Vertragspartner individuelle Leistungskomplexe und Entgelte vereinbaren. Dazu gehören im Jahr 2017 u. a. 45 DRGs (davon drei teilstationäre), zu denen keine sachgerechte Bewertungsrelation durch das InEK ermittelt werden konnte, aber auch Leistungen in besonderen Einrichtungen und teilstationäre Behandlung. 3 Die Spalte Budgetanteil SE beschreibt den Anteil solcher tages- oder fallbezogenen Leistungen am Gesamtbudget aus DRGs, Zusatzentgelten und sonstigen Entgelten. Dieser Budgetanteil ist von der Vergütung nach DRGs sowie der Budgetkonvergenz ausgenommen.
Zusatzentgelte können neben DRG-Fallpauschalen sowie tages- und fallbezogenen sonstigen Entgelten zusätzlich abgerechnet werden. Über die 94 vom InEK kalkulierten und bundeseinheitlich vergüteten hinaus können weitere hausindividuelle Zusatzentgelte vereinbart werden.

Bes. Leist. (B/N/H/P)

In mit einem „B“ gekennzeichneten Häusern sind Leistungsbereiche vereinbart, die nach der Vereinbarung zur Bestimmung von Besonderen Einrichtungen – VBE 2017 – von der Abrechnung nach DRG-Fallpauschalen und der Budgetkonvergenz ausgenommen sind. „N“ markiert Einrichtungen, in denen 2017 Entgelte für neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden nach § 6 Abs. 2 des Krankenhausentgeltgesetzes (NUB) vereinbart wurden. „H“ kennzeichnet Krankenhäuser, in denen Zusatzentgelte für hochspezialisierte Leistungen nach § 6 Abs. 2a des Krankenhausentgeltgesetzes vereinbart wurden. „P“ markiert Krankenhäuser mit einer psychiatrischen Fachabteilung.

Notfall

In dieser Spalte findet sich ein „N“, sofern für das Krankenhaus im Jahr 2017 ein Abschlag für die Nichtteilnahme an der Notfallversorgung vereinbart wurde.

AOK-Patientenwege (PKW-km) (Med/oQ)

Für jede Einrichtung wird auf Basis der AOK-Krankenhausfälle mit Abrechnung nach Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) die maximale PKW-Strecke in km für die 50 % (in der Spalte Med für Median) bzw. 75 % (in der Spalte oQ für oberes Quartil) der AOK-Versicherten mit der kürzesten Fahrtstrecke dargestellt. Als Startpunkt des Patientenwegs gilt der geografische Mittelpunkt des 5-stelligen PLZ-Gebiets des Patientenwohnorts, als Endpunkt die vollständige Adresse des Krankenhauses.

Vereinbarte regionale DRG-Marktanteile und -konzentration im Umkreis von 10, 20 und 30 km (Marktanteil/HHI)

Die Spalten beschreiben die regionale Markt- und Wettbewerbssituation des jeweiligen Krankenhauses für DRG-Leistungen im Luftlinienumkreis von 10, 20 und 30 km anhand der Kennzahlen Marktanteil und dem Herfindahl-Hirschman-Index (HHI).
Der ausgewiesene regionale Marktanteil eines Krankenhauses basiert auf den dort konkret vereinbarten Leistungen. Eine Einrichtung in einer Region mit hoher Krankenhausdichte kann also auch einen relativ hohen Marktanteil aufweisen, sofern es Leistungen erbringt, die in der Region ansonsten selten bzw. in geringem Umfang vereinbart sind.
Der Herfindahl-Hirschman-Index ist eine Kennzahl zur Konzentrationsmessung in einem Markt bzw. in einer Marktregion und spiegelt so die Wettbewerbsintensität wider. Er ist als Summe der quadrierten Markanteile aller Teilnehmer in einer Region definiert und kann die Werte zwischen 0 und 1 annehmen, wobei der Wert 1 als Synonym für eine Monopolstellung keinem Wettbewerb entspricht. Verteilen sich in einer Wettbewerbsregion die Leistungen gleichmäßig auf zwei Anbieter, so haben beide einen Marktanteil von 50 %, der quadrierte Marktanteil beträgt jeweils 0,25 und der HHI als Summe der quadrierten Marktanteile ist 0,50. Verteilen sich die Leistungen aber nicht gleichmäßig auf die zwei Anbieter, sondern im Verhältnis 99 % zu 1 %, so nimmt der HHI einen Wert in der Nähe von 1 ein und spiegelt so die monopolistische Angebotsstruktur wider.
Um unerwünschte Effekte aus noch nicht geschlossenen Vereinbarungen zu minimieren, basieren die Marktdaten abweichend von den übrigen Werten in der Tabelle aus der Vorjahres-Budgetrunde.

Infozeile Bundesland

Die Darstellung ist sortiert nach Bundesländern und dem Namen des Standortes. Für jedes Bundesland werden in einer Zeile die gewichteten Mittelwerte CMI, Anteile der Partitionen an Gesamtfällen, Leistungsdichte Basis-DRG, Top MDC, Budgetanteile von Zusatzentgelten und sonstigen Entgelten sowie die Anzahl der Krankenhäuser mit vereinbarten besonderen Leistungen dargestellt.

QSR-Behandlungsergebnisse

Das QSR-Verfahren der AOK ist ein Verfahren zur Qualitätsmessung von Krankenhausbehandlungen. Die Abkürzung QSR steht für „Qualitätssicherung mit Routinedaten“. Im QSR-Verfahren kann durch die konsequente Analyse der Behandlung und des Überlebensstatus bis zu einem Jahr nach der Erstoperation auch die langfristige Behandlungsqualität gemessen werden. Zur Berechnung der Qualitätsindikatoren werden Abrechnungs- bzw. Routinedaten verwendet. Diese werden den Krankenkassen automatisch vom Krankenhaus übermittelt, um die Behandlung eines Patienten in Rechnung zu stellen, oder liegen der Krankenkasse bereits in den Versichertenstammdaten vor.
Im Krankenhaus-Directory stehen die krankenhausbezogenen Ergebnisse für folgende Leistungsbereiche zur Verfügung: Einsetzen einer Endoprothese oder osteosynthetische Versorgung nach einem hüftgelenknahen Oberschenkelbruch, Einsetzen einer Hüftendoprothese bei Coxarthrose (Hüft-EP), Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks bei Gonarthrose (Knie-EP), Gallenblasenentfernung bei Gallensteinen, Blinddarmentfernung, Operation bei gutartiger Prostatavergrößerung, Prostataentfernung bei Prostatakrebs und therapeutische Herzkatheter (PCI) bei Patienten ohne Herzinfarkt. Das aktuelle Verfahrensjahr 2017 umfasst den Berichtszeitraum 2014 bis 2016 mit 2017 zur Nachbeobachtung der Patienten.
Die klinikbezogenen QSR-Ergebnisse werden auch im AOK-Krankenhausnavigator auf Basis der Weißen Liste frei zugänglich veröffentlicht. 4
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Anhänge

Elektronisches Zusatzmaterial

Fußnoten
1
Der bundesweite Z-Bax steht wochenaktuell unter www.​wido.​de als Download zur Verfügung.
 
2
Alle fallbezogenen Zuschläge werden bei Anrechnung im Z-Bax durch den vereinbarten CMI des Hauses dividiert. Der tagesbezogene Investitionszuschlag wird näherungsweise über die mittlere Verweildauer der vereinbarten DRGs ermittelt. Die berücksichtigten Zuschläge im Z-Bax lauten z. Zt.: Zuschlag Abschaffung des Arztes im Praktikum (AiP), Zuschlag Finanzierung von Arbeitszeitverbesserungen (AZV), Zuschlag Ausbildungsfinanzierung, Investitionszuschlag, Zuschlag Qualitätssicherungszuschlag, Sicherstellungszuschlag, Zuschlag Zentren und Schwerpunkte, Zuschlag Vorhaltekosten Besonderer Einrichtungen, Abschlag Tariferhöhung, Abschlag für Anschubfinanzierung Integrierter Versorgung, Abschlag für vereinbarte Mehrleistungen, Fixkostendegressionsabschlag, Abschlag Nichtteilnahme am Datenträgeraustausch, Abschlag Nichtteilnahme an Notfallversorgung, Sanierungsabschlag, Ausgleiche, Kappung, Versorgungszuschlag, Konvergenzverlängerung, Zuschlag für Mehrkosten aus GBA-Richtlinien und Konvergenz Besondere Einrichtungen.
 
3
Die Regelungen finden sich im Detail in § 6 Abs. 1 des Krankenhausentgeltgesetzes.
 
Literatur
Zurück zum Zitat Friedrich J, Leber WD, Wolff J (2010) Basisfallwerte – zur Preis- und Produktivitätsentwicklung stationärer Leistungen. In: Klauber J, Geraedts M, Friedrich J (Hrsg) Krankenhaus-Report 2010. Schattauer, Stuttgart, S 122–147 Friedrich J, Leber WD, Wolff J (2010) Basisfallwerte – zur Preis- und Produktivitätsentwicklung stationärer Leistungen. In: Klauber J, Geraedts M, Friedrich J (Hrsg) Krankenhaus-Report 2010. Schattauer, Stuttgart, S 122–147
Metadaten
Titel
DRG-Krankenhäuser im Vergleich
verfasst von
Jörg Friedrich
Copyright-Jahr
2019
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-58225-1_20