Kongress Pflege 2026 Wenn KI in der Pflege „mit anpackt“
- 15.01.2026
- Digitalisierung
- Nachrichten
Immer mehr KI-Anwendungen finden den Weg in die Pflegepraxis – und der Bedarf wächst. Beim Kongress Pflege Ende Januar in Berlin diskutieren Expert*innen über Chancen und Stolperfallen beim Einsatz der neuen Technologien.
KI-basierte Sturzsensoren und Spracherkennung, KI-gestützte Dokumentation oder Dienstplanung: Der Bedarf an digitalen Hilfen und Künstlicher Intelligenz wächst in der chronisch überlasteten Pflegebranche, wie Umfragen zeigen.
Bevor Anwendungen zur Entlastung werden, gilt es jedoch, das eine oder andere Hindernis zu überwinden. „Die Einführung von KI ist anfangs aufwändig“, berichtet Jenny Wortha, Koordinatorin Pflegemanagement im Konzernbereich Pflege bei Asklepios. „Manche Mitarbeitenden brauchen Zeit, um sich damit anzufreunden.“ Sei diese Hürde genommen, könne KI aber schnell Entlastung für die professionelle Pflege bringen.
Pflegekräfte einbinden
Die Pflegemanagerin betont, wie wichtig es ist, Pflegefachpersonen bei Entwicklung und Einführung von Anwendungen mit einzubinden. Auch die Verantwortlichkeiten für die Datensicherheit müssten geklärt sein.
„Bei der Erforschung des sozialen Roboters Navel zum Beispiel sind die Pflegefachpersonen im engen Austausch mit den Entwicklern“, so Wortha, die auch Mitglied in der Fachkommission Digitalisierung beim Deutschen Pflegerat (DPR) ist. Als damalige Pflegedirektorin des Klinikums Frankfurt/Oder hat Wortha 2024 dafür gesorgt, dass Navel mit seinen freundlich klimpernden Augen auf der Geriatrie-Station mit den betagten Patientinnen und Patienten plaudert – Sprach- und Gesichtserkennung auf Basis von KI machen es möglich.
„Navel muss zwar noch begleitet werden, kann die Pflege aber schon konkret entlasten, etwa indem er im Aufenthaltsraum für Unterhaltung sorgt, während sich die Pflegefachkraft parallel der Dokumentation widmen kann“, berichtet Wortha.
Breite Einsatzmöglichkeiten von KI
KI-basierte Sturzsensoren sind an drei Standorten im Asklepios Konzernverbund angebracht. Bereits in der ersten pflegewissenschaftlichen Evaluation zeige sich, dass Stürze seltener vorkommen. Als „extrem hilfreich“ bezeichnet die Pflegemanagerin außerdem KI-basierte Dienstplantools, mit denen sich komplexe Dienstpläne in wenigen Minuten erstellen lassen. Das gelte aber auch für eine KI-basierte Dokumentation, die Gespräche nicht nur automatisch verschriftlicht, sondern die Informationen gleich ins richtige Dokument einträgt.
Um Pflegende gut auf die digitale Zukunft vorzubereiten, wünscht sich Wortha, dass Digitalisierung und KI feste Bestandteile von Aus- und Weiterbildung sowie im Pflegestudium werden. (red.)
Der Jahresstart für die professionelle Pflege |
"KI im Praxiseinsatz" ist eines von 26 Modulen auf dem Kongress Pflege 2026. Der von Springer Pflege veranstaltete Kongress findet zusammen mit dem 31. Deutschen Pflege-Recht-Tag am 30. und 31. Januar in Berlin statt. Zur Kongresseröffnung wird auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erwartet. |