Skip to main content
main-content

18.02.2020 | Digitalisierung | Nachrichten

Pflege braucht digitale Kompetenz

Die Digitalisierung im Gesundheitswe­sen verändert pflegerische Tätigkeiten und schafft neue und spannende Berufsbilder. Doch es werden dafür auch neue Kompetenzen benötigt. Nur so können Pflegefachpersonen die Digitalisierung aktiv mitgestalten und di­gitale Werkzeuge sinnvoll einsetzen.

Beim Stichwort Digitalisierung in der Pflege werden häufig elektronische Pflegedokumentationssysteme genannt, welche bereits in vielen Gesundheitseinrichtungen im Einsatz sind. Der Mehrwert liegt nicht nur in einer strukturierteren Erfassung von pflegerelevanten Daten, sondern auch darin pflegerelevante Daten mit anderen Einrichtungen austauschen zu können.

Digitale Anwendungen

Über die elektronische Pflegedokumentation hinaus kommen Pflegepersonen heutzutage mit vielen weiteren digitalen Anwendungen in Berührung, berichtet Univ.-Prof. Dr. Elske Ammenwerth in der aktuellen Ausgabe von Pro Care. Die Medizininfomatikerin von der Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) in Hall/Tirol zählt dazu etwa Patientenverwaltungs- und Abrechnungssysteme, Intensivdokumentationssysteme, die „elektronische Fieberkurve“ zur interprofessionellen Kommunikation oder Dienstplanungssysteme, um nur einige zu nennen. Auch die Überwachung von Patienten könne besser erfolgen mithilfe der neuen technischen Möglichkeiten.

Insgesamt scheine es jedoch so, dass bei Digitalisierungsprojekten die Anforderungen der Pflegepersonen nicht immer ausreichend analysiert und erfüllt werden. „Pflegepersonen müssen einfordern, dass ihre Stimme bei allen sie betreffenden Digitalisierungsprojekten gehört wird“, macht Ammenwerth deutlich.

Auf Liste mit Kernkompetenzen geeinigt

Eine internationale Studie hat untersucht, welche Kernkompetenzen zur Digitalisierung Pflegepersonen besitzen sollten. Als Ergebnis wurde eine Liste an Kompetenzen entwickelt, die in der Grundausbildung von Pflegepersonen vermittelt werden sollten.

Die Empfehlungen weisen auch darauf hin, dass neben einer stärkeren Verankerung von Kernkompetenzen in der Pflegeausbildung eine Vertiefung im Rahmen von Weiterbildungen notwendig ist. (sts)