5. Die soziale Resilienz von Unternehmen und die Gesundheit der Beschäftigten
Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter Erwerbstätigen zu gesundheitlichen Beschwerden während der COVID-19-Pandemie
- 2021
- OriginalPaper
- Buchkapitel
- Verfasst von
- Andrea Waltersbacher
- Julia Klein
- Helmut Schröder
- Erschienen in
- Fehlzeiten-Report 2021
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
Zusammenfassung
Zusammenfassung
Für die Bewältigung von disruptiven Ereignissen wie der aktuellen COVID-19-Pandemie ist es von Bedeutung, wie resilient die sozialen Komponenten eines Unternehmens sind. Soziale Resilienz bedeutet, es findet ein gelingender Anpassungs- und Krisenbewältigungsprozess sowohl auf der Ebene der einzelnen Mitarbeitenden als auch bei der Zusammenarbeit unter den Mitarbeitenden und zwischen den Führungskräften und den Mitarbeitern statt. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob sich in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden ein Unterschied zwischen den Erwerbstätigen in Abhängigkeit ihrer Beurteilung des eigenen Resilienzverhaltens sowie des sozialen Resilienzverhaltens des Unternehmens, in dem sie arbeiten, feststellen lässt.
In einer deutschlandweiten telefonischen repräsentativen Erhebung wurden Erwerbstätige zwischen 20 und 65 Jahren zu verschiedenen Aspekten von Resilienz befragt. Dabei wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Bewertung der Resilienz einerseits und dem psychischen Wohlbefinden andererseits sowie der Gesundheit und den Fehlzeiten gefunden. So zeigen Extremgruppenvergleiche, dass Befragte mit niedriger individueller Resilienz signifikant häufiger unter Lustlosigkeit und dem Gefühl, wie „ausgebrannt“ zu sein, sowie unter Erschöpfung und Schlafstörungen leiden. Besonders stark ist der negative Einfluss einer schlechteren Stressregulation. Achtet das Unternehmen hingegen nach Einschätzung der Beschäftigten darauf, dass die Arbeitsbelastung nicht zu groß wird, so wirkt sich dies positiv auf die Gesundheit der Beschäftigten aus. Die Führungskraft stellt dabei sowohl für die emotionalen als auch für die psychosomatischen Beschwerden den zweitstärksten Einflussfaktor der sozialen Resilienz des Unternehmens dar. Damit ist sowohl die Ansprechbarkeit und die Unterstützung bei Problemen mit der Arbeit als auch die Wertschätzung der Arbeit der Befragten gemeint.
Soziale Resilienz ist eine Ressource, die zukünftig immer wichtiger für Unternehmen wird, weil die Geschwindigkeit des Wandels und die globale Verflechtung der Wirtschaft insgesamt zunehmen. Die soziale Resilienz im Unternehmen zu fördern trägt mit dazu bei, die wichtigste Ressource des Unternehmens – die Innovationskraft, Anpassungskapazität und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter:innen – auch in pandemiefreien Zeiten zu erhalten.
Anzeige
- Titel
- Die soziale Resilienz von Unternehmen und die Gesundheit der Beschäftigten
- Verfasst von
-
Andrea Waltersbacher
Julia Klein
Helmut Schröder
- Copyright-Jahr
- 2021
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Buch
-
Fehlzeiten-Report 2021
Print ISBN: 978-3-662-63721-0
Electronic ISBN: 978-3-662-63722-7
Copyright-Jahr: 2021
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-662-63722-7_5
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.