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12.10.2020 | Demenz | Nachrichten

Bayern will weniger Sedativa in Heimen

Der Einsatz von sedierenden Psychopharmaka bei Menschen mit Demenz ist weit verbreitet. In Bayern sollen Heimbewohner künftig seltener solche Medikamente erhalten. Dafür wirbt Gesundheitsministerin Melanie Huml.

„Bei 40 Prozent der Heimbewohner mit Demenz werden sedierende Psychopharmaka verordnet. Diese Medikamente haben viele Nebenwirkungen und müssen daher besonders zurückhaltend eingesetzt werden“, erklärte Huml am Sonntag. Daher will die Ministerin den Einsatz sedierender Pharmaka bei dementen Bewohnern in bayrischen Heimen und ambulanten Wohngemeinschaften reduzieren.

Erreichen will Huml das über eine Studie, die ihr Ministerium mit rund 260.000 Euro unterstützt. Das DECIDE-Projekt des Klinikums Rechts der Isar in München soll Ärzte, Pflegekräfte und die Öffentlichkeit für die Problematik sensibilisieren. Geplant sind  u.a. Fortbildungen, Informationsveranstaltungen sowie ein Fachtag.

Unterstützung für Pflegeeinrichtungen

Zudem soll in 60 Heimen und Wohngemeinschaften eine Arzneimittelüberprüfung bei allen Bewohnern mit Demenz stattfinden. Im Fokus stehen dabei mögliche Wechselwirkungen und individuelle Optimierungsempfehlungen, die den Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Huml: „Mir ist bewusst, dass sedierende Medikamente bei einer Reihe von Erkrankungen notwendig sind, um die Beschwerden von Patienten zu lindern. Allerdings möchten wir für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Sedativa werben.“ (ne)

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