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17.02.2022 | Brustkrebs | Online-Artikel

Armstrumpf unterstützt Frauen nach Lymphknotenentfernung

verfasst von: Dr. Nicola Zink

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Die Behandlung von postoperativen Lymphödemen stellt für Brustkrebspatientinnen eine Belastung dar, wirksame Präventionsstrategien sind erforderlich. Ein Armstrumpf hat sich nun in einer aktuellen Studie als erfolgreich erwiesen.

Bisher konnten weder die manuelle Lymphdrainage noch Sport die Entwicklung eines brustkrebsbedingten Lymphödems zufriedenstellend verhindern. Deshalb hat ein Team von Wissenschaftlern aus Australien und Indien den Nutzen von Kompressionsärmeln an 301 Brustkrebspatientinnen untersucht. Bei allen Patientinnen war eine axilläre Lymphknotendissektion durchgeführt worden. Die Hälfte der Teilnehmerinnen, die nach dem Zufallsprinzip der Kompressionsgruppe zugeteilt wurden, erhielten zwei Armstrümpfe (SIGVARIS Advance Arm sleeve, 20–25 mmHg) und wurden angewiesen, diese vom ersten postoperativen Tag bis drei Monate nach Abschluss der adjuvanten Behandlungen (mit Ausnahme der Hormonbehandlungen) zu tragen. Sie sollten den Kompressionsärmel tagsüber für mindestens acht Stunden anziehen. Alle Studienteilnehmerinnen konnten bei Bedarf Physiotherapie in Anspruch nehmen und sollten sich wenn möglich körperlich betätigen.

Die Frauen in der Kompressionsgruppe waren weniger häufig und auch später von einer Schwellung des Arms betroffen als die Brustkrebspatientinnen der Kontrollgruppe, festgestellt durch die Bioimpedanzspektroskopie. Die geschätzte kumulative Inzidenz der Schwellungen nach einem Jahr betrug 42% in der Gruppe mit Kompressionsärmel im Vergleich zu 52% in der Kontrollgruppe.

Das Tragen der Armstrümpfe hatte laut den Angaben der Teilnehmerinnen keine negativen Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand, die körperliche Funktionsfähigkeit und die Arm- oder Brustsymptome.

Schulung zur Selbstdiagnose eines Lymphödems

Die prophylaktische Verwendung von Kompressionsärmeln sei möglicherweise besser als regelmäßige Untersuchungen mit anschließender Intervention, um ein Lymphödem bei gefährdeten Frauen zu verhindern, schreiben die Wissenschaftler um Vincent S. Paramanandam von der Universität Sydney. Einige Frauen würden zwar auch mit prophylaktischen Kompressionen sekundäre Lymphödeme entwickeln, räumen die Autoren ein. Deshalb sollte ein Programm zur Vorbeugung ein Screeningprotokoll enthalten, das neben der Verwendung von Armstrümpfen auch die frühzeitige Diagnostik von Armschwellungen beinhalte.

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Literatur

Paramanandam VS et al. Prophylactic Use of Compression Sleeves Reduces the Incidence of Arm Swelling in Women at High Risk of Breast Cancer–Related Lymphedema: A Randomized Controlled Trial. J Clin Oncol 2022; https://doi.org/10.1200/JCO.21.02567