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15.06.2018 | Leitthema

Blutungsmanagement: Tranexamsäure in der Präklinik. Pro und Kontra

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin
Autoren:
Dr. H. Lier, Professor Dr. M. Maegele
Wichtige Hinweise

Redaktion

M. Bernhard, Düsseldorf
H. Dormann, Fürth
C. Waydhas, Bochum
Dieser Beitrag beleuchtet die Pro- und Kontra-Aspekte zum Einsatz von Tranexamsäure beim Blutungsmanagement in der Präklinik. Die Kontra-Argumente sind im Beitragstext kursiv dargestellt.
H. Lier und M. Maegele teilen sich die Erstautorenschaft.

Zusammenfassung

Das Antifibrinolytikum Tranexamsäure (TXA) ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Gerinnungstherapie traumatisierter Patienten gekommen. Basierend auf den Ergebnissen der prospektiven, multizentrischen „Clinical Randomization of an Antifibrinolytic in Significant Hemorrhage-2 (CRASH-2)“-Studie an 20.211 Traumapatienten kam es in Europa sehr rasch zu hochgradigen Empfehlungen für TXA. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf moderne, hoch entwickelte Notarztsysteme wird jedoch zunehmend infrage gestellt und durch einige Studien bezweifelt. Auch lassen die fortschreitenden Kenntnisse der traumainduzierten Gerinnungsstörung mit unterschiedlichen Phänotypen eine universelle Anwendung von TXA bei jedem Trauma nicht sinnvoll erscheinen. TXA ist ein Medikament, als solches benötigt es eine Indikation, hat Wirkungen, aber auch Nebenwirkungen. Gerade bei schwerverletzen Patienten, der laut aktuellen Empfehlungen primären Zielgruppe, gibt es Hinweise auf eine reduzierte Sterblichkeit, aber zunehmend auch auf thromboembolische Effekte. Evidenzbasierte Aussagen zur prähospitalen Gabe von TXA werden erst durch die Auswertung aktuell laufender Studien möglich sein.

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