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09.07.2024 | Bildung | Nachrichten

Bildungsarchitektur der Pflege

DPR stellt Empfehlungen für Pflegebildung vor

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Weg vom „Alle machen Alles"-Denken – der Deutsche Pflegerat (DPR) und die Uni Kiel haben Vorschläge für die Weiterentwicklung der Bildungslandschaft in der Pflege vorgelegt. 

Farbiges Puzzle © fox17 / stock.adobe.comDas BAPID-Konzept weist Pflegenden unterschiedliche Kompetenzbereiche und Handlungsspielräume zu. 

Schon lange fordern Pflegeverbände eine einheitliche Bildungsarchitektur für die Pflege in Deutschland. Ziel eines vom DPR in Auftrag gegebenen Projekts ist es, nach der Pflegeberufe-Reform ein abgestimmtes Gesamtbild der Bildungslandschaft zu entwickeln. Dabei gilt es, bisherige Bildungskonzepte und künftige Anforderungen gleichermaßen zu berücksichtigen. 

Mit der Vorabpublikation des Projekts „BAPID – Bildungsarchitektur der Pflege in Deutschland" haben am vergangenen Donnerstag der DPR und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) einen ersten Aufschlag gemacht. Sie sehen die Pflege damit gut auf das Pflegekompetenzgesetz vorbereitet.  

Weg vom „Alle-machen-Alles“-Denken

Die Publikation beschränkt sich zunächst auf die Beschreibung des entwickelten Bildungskonzepts. Die Ergebnisse der zugrunde liegenden wissenschaftlichen Studie sollen im September vorliegen. 

Laut DPR definiert die vorliegende BAPID-Matrix „klare Zuständigkeiten, um Überlastung und das ,Alle machen Alles-Denken´ in der Pflege zu vermeiden. Durch die Sichtbarmachung von Karriereverläufen und Entwicklungsmöglichkeiten sieht der DPR gleichzeitig die Attraktivität der Pflegeberufe gestärkt.

„Das BAPID-Konzept fördert die Durchlässigkeit innerhalb der Pflegeberufe und bietet einen Orientierungsrahmen für die Karriereplanung“, heißt es. Es beurteile alle beruflich Pflegenden als gleich bedeutsam und als zugehörig zum Pflegebildungsraum. Gleichzeitig weise das Konzept Pflegenden unterschiedliche Kompetenzbereiche und Handlungsspielräume zu.

Unterschiedliche Kompetenzen, unterschiedliche Rollen

Wie der DPR mitteilt, basiert das Bildungskonzept auf drei zentralen Domänen: Allgemeine Bildung, Allgemeine Pflegebildung und Spezielle Pflegebildung. Es definiert vier grundsätzliche Pflegetypen (BAPID II-V) für beruflich Pflegende sowie eine ergänzende Typik (BAPID VI), die unterschiedliche Rollen im Pflegeteam einnehmen:

•    Typ II: Pflegefachassistenz, wirkt an Pflegeprozessen mit
•    Typ III: Pflegefachberuf, gestaltet komplexe Pflegeprozesse
•    Typ IV: Bachelor Pflege, gestaltet hochkomplexe Pflegeprozesse
•    Typ V und VI: Pflegende mit Masterabschluss (APN), leiten Pflegeprozesse auf fachwissenschaftlicher Basis und haben die fachliche Letztverantwortung im Pflegeteam und eines pflegerischen Arbeitsfeldes inne

BAPID Typ I wird dem informellen Pflegebereich zugerechnet und verfügt über keinen Berufsabschluss in der Pflegebildung.

Die BAPID-Kompetenzmatrix unterscheidet damit vertikal zwischen formeller berufsschulischer und akademischer sowie informeller Pflegebildung. Durch die BAPID-Matrix lassen sich klare Zuständigkeiten definieren.

Durchlässig und modern

„Mit diesem Konzept schaffen wir eine durchlässige und moderne Bildungsstruktur, die die Attraktivität, Identität und Professionalität der Pflegeberufe nachhaltig stärkt. Es enthält klare Empfehlungen zu notwendigen gesetzlichen und bildungspolitischen Anpassungen. Gleichzeitig sind wir damit sehr gut auf das Pflegekompetenzgesetz vorbereitet“, lobte DPR-Präsidentin Christine Vogler das Projekt. Dieses liefere „entscheidende Impulse“ für die Weiterentwicklung der Pflegebildung in Deutschland. 

Auf dem Kongress Pflege hatte Ratspräsidentin Vogler im Januar die Entwicklung einer Bildungsperspektive für die Pflege in Deutschland als eines von vier wichtigen pflegepolitischen Zielen für 2024 bezeichnet. Auch die chaotische und ungesteuerte Fort- und Weiterbildungsstruktur in der Pflege müsse ein Ende haben. (ne)

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