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24.11.2016 | Originalien | Ausgabe 8/2016 Open Access

Notfall +  Rettungsmedizin 8/2016

Bewertung von Qualitätsindikatoren für die Notaufnahme

Erstmalige Anwendung eines modifizierten QUALIFY-Ansatzes mit nachfolgender interprofessioneller Expertendiskussion

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 8/2016
Autoren:
DESA Dr. M. Kulla, M. Goertler, R. Somasundaram, F. Walcher, F. Greiner, R. Lefering, C. Wrede, K. Rubak, A. Hörster, M. Baacke, B. Erdmann, H. Dormann, A. Harth, D. Brammen
Wichtige Hinweise

Redaktion

M. Baubin, Innsbruck
H. Dormann, Fürth
H. Marung, Kiel

Zusatzmaterial online

In der Online-Version dieses Beitrags (doi: 10.​1007/​s10049-016-0236-8) finden Sie eine Auflistung der Mitglieder des Expertenpanels und den Auszug aus dem Indikatorregister Notaufnahme sowie die voll umfängliche Tab. 2.
Beitrag und Zusatzmaterial stehen Ihnen im elektronischen Volltextarchiv auf http://​www.​springermedizin.​de/​notfall-und-rettungsmedizin zur Verfügung. Sie finden das Zusatzmaterial am Beitragsende unter „Supplementary Material“.
Diese Originalie ist Teil des Leitthemas.
Die Finanzierung des Beitrags für Open Access wurde von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI) übernommen.

Zusammenfassung

Hintergrund

In deutschen Notaufnahmen werden aktuell etwa 22 Mio. Patienten pro Jahr behandelt, ohne dass eine strukturierte Qualitätssicherung oder ein Qualitätsmanagement anhand nationaler Qualitätsindikatoren existiert. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Beschreibung der Ergebnisse einer erstmaligen standardisierten Bewertung von international etablierten Qualitätsindikatoren, welche potenziell in deutschen Notaufnahmen Anwendung finden könnten.

Material und Methoden

Ausgehend von einer Literaturrecherche wurde eine Auswahl von 35 potenziellen Qualitätsindikatoren zu verschiedenen Prozessen einer Notaufnahme zunächst standardisiert mittels QUALIFY bewertet und in einem zweiten Durchgang interprofessionell diskutiert. Hierzu wurde eine 14-köpfige Arbeitsgruppe gebildet. Die Auswertung und Ergebnisdarstellung erfolgte für beide Bewertungsmethoden mittels deskriptiver Statistik und Ergebniszusammenfassung. Der Vergleich beider Methoden wurde im Sinne einer Paralleltestübereinstimmung mittels Cronbach’s α ermittelt. Die Ergebnisse wurden zusätzlich in einem Indikatorregister angegeben.

Ergebnisse

Bei 20 von 35 Qualitätsindikatoren wurden überwiegend Stärken in den zu bewertenden QUALIFY-Kriterien gesehen. Bei 11 Qualitätsindikatoren sah die Arbeitsgruppe Schwächen im Rahmen der Anwendung in deutschen Notaufnahmen. Die Ergebnisse der anonymen QUALIFY-Methode und diejenigen der offenen Diskussion waren zu 89 % kongruent (Cronbach’s α = 0,865). Durch die offene Diskussion wurden 46 % (16/35) der betrachteten Qualitätsindikatoren zusätzlich präzisiert und 20 % (7/35) wesentlich modifiziert.

Schlussfolgerung

QUALIFY erlaubt eine schnelle und strukturierte Bewertung potenzieller Qualitätsindikatoren für Notaufnahmen aus publizierten Versorgungsleitlinien bzw. einer Literaturrecherche und vermeidet einen Bias durch Beeinflussung der Experten untereinander. Die offene Diskussion ist zwar zeitaufwändiger, liefert als Ergebnis jedoch klar definierte und ausformulierte Kennzahlen für ein Indikatorregister. Dabei zeigen beide Methoden einen hohen Grad an Übereinstimmung. Vor der Implementierung der bewerteten Qualitätsindikatoren in standardisierte Qualitätssicherungsprogramme steht ihre wissenschaftliche Evaluation anhand nationaler Daten aus Notaufnahmen aus.
Zusatzmaterial
ESM 1 Mitglieder der Arbeitsgruppe in alphabetischer Reihenfolge.
10049_2016_236_MOESM1_ESM.pdf
ESM 2 Auszug aus dem Indikatorregister Notaufnahme mit Darstellung der wichtigsten Kenngrößen der untersuchten Qualitätsindikatoren.
10049_2016_236_MOESM2_ESM.pdf
Zusammenfassung der Ergebnisse aus QUALIFY und der offenen DISKUSSION. Angegeben ist der Prozess, dem der Indikator in der Versorgung zugeordnet wurde sowie seine ursprüngliche ins Deutsche übersetzte Formulierung.
10049_2016_236_MOESM3_ESM.docx
Literatur
Über diesen Artikel

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