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04.07.2019 | Berufsverbände | Nachrichten

Arbeitsschutz in der Pflege duldet keinen Aufschub

Pflegen macht krank: Die Ergebnisse des TK-Gesundheitsreports sind alarmierend. Die Pflegeverbände fordern daher rasche und nachhaltige Gegenmaßnahmen.

© sudok1 / FotoliaÜberlastung und Stress wirken sich nachhaltig auf die Gesundheit von Pflegekräften aus.

Pflegekräfte weisen deutlich höhere krankheitsbedingte Fehlzeiten auf als der Durchschnitt anderer Branchen, so eine letzte Woche veröffentlichte Studie der Techniker Krankenkasse (TK). "Die Ergebnisse des Reports zeigen deutlich, wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Deutschlands Pflege braucht sofort mehr Kolleginnen und Kollegen, die für Entlastung sorgen“, erklärte dazu DPR-Vize-Präsidentin Irene Maier. Auch die Arbeit im Pflege- und Gesundheitswesen müsse besser verteilt werden. Maier mahnte präventive Maßnahmen an, die dafür sorgen, dass Pflegende gar nicht erst krank werden. Vorschläge dazu kamen Anfang Juni von der Konzertierten Aktion Pflege (KAP). Die vorgesehenen Maßnahmen im Hinblick auf Personalmanagement, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung seien umgehend umzusetzen, so die DPR-Vize-Präsidentin. Eine Sommerpause dürfe es dafür nicht geben.

Bettenstilllegung zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern

Wenig überrascht von den Ergebnissen des Gesundheitsreports zeigt sich der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK). Dieser reihe sich ein in die Liste vorangegangener Untersuchungen mit ähnlichen Ergebnissen. „Wir brauchen wirklich nicht noch mehr Erkenntnisse darüber, was die seit langem anhaltende Überlastung mit den Menschen in den Pflegeberufen macht“, betonte DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel. Kritisch sieht Knüppel „Gesundheitsförderprojekte hier und da“, die nicht an den wirklichen Ursachen rühren.  Sie forderte „echte und nachhaltige Gesundheitsförderung für Pflegende“. Diese müsse ein Gleichgewicht herstellen zwischen Arbeitsaufkommen und verfügbarer Personalkapazität. „Die Stilllegung von Klinikbetten oder Bewohnerplätzen mag unpopulär sein, ist aber vor allem eine Maßnahme zum Schutz von pflegebedürftigen Menschen und der Personen, die sie betreuen“, so Knüppel.

Der TK-Gesundheitsreport 2019 nahm die Gesundheit von professionell Pflegenden unter die Lupe. Das Ergebnis zeigt deutlich: Die Belastung in der Branche ist hoch. Fehltage in den Pflegeberufen gehen vor allem auf das Konto von psychischen Störungen und Krankheiten des Bewegungsapparats. (ne)

 

 

 

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