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04.10.2018 | Ausgabe 3-4/2018

HeilberufeScience 3-4/2018

Bedürfnisse von Patienten mit Migrationshintergrund am Lebensende

Ergebnisse einer Befragung von ostasiatischen Palliativ- und Hospizpatienten und ihren Angehörigen zu transkultureller Pflegeerfahrung in Berlin

Zeitschrift:
HeilberufeScience > Ausgabe 3-4/2018
Autoren:
Oliver Henke, Peter Thuss-Patience, Daniel Mauter, Asita Behzadi

Zusammenfassung

Hintergrund

Patienten mit Migrationshintergrund stellen eine wachsende Gruppe in deutschen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen dar. Dennoch sind sie in vieler Hinsicht unterversorgt. Geringe Sprachkenntnisse und Wissen um die Einrichtungen des Gesundheitssystems einerseits und mangelnde transkulturelle Kompetenz aufseiten der Versorger andererseits sind Gründe hierfür. In der Palliativ- und Hospizpflege ist über diese Thematik wenig bekannt. Die vorliegende Studie zielt daher auf eine genauere Beschreibung der Bedürfnisse ostasiatischer Hospizpatienten und ihrer Angehörigen ab.

Methodik

Anonymisierte Untersuchung mittels 35-Item-Fragebogen über 5 Themenkomplexe: kulturelle Herkunft, soziales Umfeld, medizinische und pflegerische Versorgung, Glauben und Spiritualität und Kommunikation. Die Auswertung erfolgte deskriptiv.

Ergebnisse

Es wurden 28 Patienten- und 26 Angehörigenfragebogen ausgewertet. Die hospizliche/palliative Versorgung erfolgte bei 63 % der Patienten ambulant. In allen Themenkomplexen zeigte sich eine hohe Übereinstimmung der Patientenantworten mit denen ihrer Angehörigen. Wichtige Themen für die Befragten waren: professionelle Pflege, Berührungen, Selbstbestimmung des Sterbeortes, muttersprachliche Begleitung, Familienkontakt, Einhaltung spiritueller/religiöser Rituale, adäquate Schmerzbehandlung und heimatliches Essen. Zufriedenheit fand sich in der Einschätzung der erlebten Pflege, weniger Zufriedenheit in der Möglichkeit des Auslebens der eigenen Spiritualität.

Schlussfolgerung

Die geäußerten Bedürfnisse entsprechen im Wesentlichen denen aller Patienten unabhängig vom Migrationsstatus: Schmerzfreiheit, Familienbindung, professionelle Pflege, verständliche Kommunikation, bedürfnisorientierte Versorgung. Der Wunsch von Patienten und Angehörigen nach Berücksichtigung der kulturellen Herkunft verweist auf den Zusammenhang von Anerkennung individueller Bedürfnisse, respektvollem Umgang sowie guter Kommunikation für eine positive Erfahrung mit der Hospiz‑/Palliativversorgung. Die Sensibilisierung der Pflegenden für das Thema „Interkulturalität“ bei gleichzeitigem Bewusstsein über die „Gleichheit“ der Patientenwünsche ist notwendig, um Patienten unabhängig von ihrer Herkunft bestmöglich zu versorgen.

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