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18.11.2019 | Originalien

Auswirkungen von Sonderrechtsfahrten auf Fahrzeiten: Aktuelle Situation in einer städtischen Umgebung

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin
Autoren:
Dr. med. T. G. Strapatsas, J. Roderick, J. Hammer, B. Jeschke

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Verwendung von Sonderrechten (SR) soll Anfahrts- und Transportzeiten verkürzen. Allerdings bleibt unklar, ob die oft geringe Zeitersparnis, die ältere Studien oder solche in urbanen Umgebungen zeigen konnten, auf die aktuelle Situation in einer städtischen Umgebung übertragbar ist. Daher wird kontrovers diskutiert, ob die oft kurze Zeitersparnis das zusätzliche Unfallrisiko rechtfertigt.

Ziel der Arbeit

Ziel der Arbeit war es, die Indikation für die Verwendung von Sonderrechten und deren Auswirkung auf die Fahrzeiten zum Einsatzort sowie die Transportdauern zu untersuchen.

Material und Methoden

Es handelt sich um eine retrospektive Analyse, bei der 13.685 Einsatzprotokolle ausgewertet wurden. Fahrzeiten zum Einsatzort sowie die Transportdauern wurden erfasst. Die Auswirkungen von Tageszeit, Wochentag sowie Sonderrechten auf die Zeiten wurden analysiert. Die Häufigkeit, mit der Sonderrechte verwendet wurden, wurden in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung, ausgedrückt durch den National-Advisory-Committee-for-Aeronautics(NACA)-Score, dargestellt.

Ergebnisse

74 % der Anfahrten und 27 % der Transporte erfolgten unter der Verwendung von Sonderrechten. Hierunter waren die Anfahrtszeiten während der Hauptzeiten um 225 s (498 vs. 273 s) kürzer und während der Nebenzeiten um 151 s (442 vs. 291 s) kürzer.
Die Transportzeiten waren unter Sonderrechten zu den Hauptzeiten um 137 s (680 auf 543 s) und zu den Nebenzeiten um 67 s (580 auf 513 s) verkürzt.

Diskussion

Unter Sonderrechten wurden geringere Anfahrts- und Transportzeiten beobachtet, wobei der Unterschied in Bezug auf die Anfahrtszeiten höher ausfiel als in Bezug auf die Transportzeiten. Der Transport war unter SR nur geringfügig kürzer, sodass die Fahrzeugbesatzungen zu einer restriktiveren Handhabung angehalten werden sollten, die SR auf zeitkritische Einsätze mit vital bedrohten Patienten beschränkt.

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Literatur
Über diesen Artikel