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15.02.2018 | Arzneimittelgabe | Nachrichten

Pflege betont ihre Rolle bei Arzneitherapie

Vertreter der Pflegeberufe haben sich für eine bessere institutionalisierte Zusammenarbeit mit Apothekern und eine Einbeziehung in die Digitalisierung ausgesprochen, um eine kontinuierliche Arzneiversorgung Pflegebedürftiger zu sichern.

PTA mit Rezept und Arzneimittel © wildworx / FotoliaPTA mit Rezept und Arzneimittel (Symbolbild)

Die Rolle ambulanter Pflegedienste werde dabei weder von der Politik noch von den Berufsorganisationen der Apotheker bisher kaum systematisch beachtet, kritisiert Thomas Meißner, Vorstand des Anbieterverbandes qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen in Berlin. Es sei wünschenswert, dass beispielsweise die Apothekerkammern für die Zusammenarbeit mit der ambulanten Pflege Leitplanken schaffen.

In der Praxis habe sich bereits eine enge Kooperation zwischen Pflegediensten und Apotheken herausgebildet, ohne dass es dafür eine gesetzliche Grundlage gebe. Wichtige Kriterien aus der Sicht der Pflege seien dabei die Qualifikation des Apothekenpersonals, die Erfüllung individueller Bedürfnisse von Pflegebedürftigen wie etwa die Herstellung von Rezepturarzneimitteln, Rücknahme nicht mehr benötigter Medikamente und dabei auch von Betäubungsmitteln sowie die schnelle Bereitstellung dringend benötigter Arzneien wie Insulin oder Schmerzmittel nach der Entlassung aus dem Krankenhaus.

Die Rolle der Apotheke vor Ort

Aus praktischer Sicht beurteilt Anke Saß, leitende Mitarbeiterin eines großen ambulanten psychiatrischen Pflegedienstes, der in Ostniedersachsen 800 Pflegebedürftige betreut, die Rolle der Apotheke vor Ort und ihre gute Zusammenarbeit mit der Pflege: Habe ein Patient einen Apotheker seines Vertrauens, der die gesamte Medikation überblicke, so könne dieser im Kontakt mit den Ärzten das Medikationsmanagement positiv beeinflussen. Vor allem bei suizidgefährdeten Patienten müsse die Bedarfsmedikation rasch in kleinen Mengen verfügbar sein – Apotheken vor Ort könnten dies am besten leisten.

Vor dem Hintergrund politischer Forderungen nach besserer intersektoraler Zusammenarbeit fordert Andreas Westerfellhaus, Mitglied der Gründungskonferenz für eine Bundespflegekammer, auch die Pflegeberufe systematisch in die Digitalisierung der Versorgung einzubinden. Keine andere Berufsgruppe sei so direkt und kontinuierlich an der Versorgung multimorbider Patienten beteiligt wie die Pflege. Dies gelte auch für die Arzneitherapie, ihre Kontinuität, die Beobachtung von Risiken und die Adhärenz der Patienten. (HL)

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