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20.09.2022 | Arbeitsfelder | Nachrichten

Community Health Nursing: Ein Beruf mit Perspektive

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Community Health Nurses spielen in Deutschland bisher noch eine untergeordnete Rolle. Gleichzeitig werden sie dringend benötigt. Welche Perspektiven bietet das (neue) Berufsbild? Darüber diskutierten Akteur*innen des Gesundheitswesens im Rahmen einer Online-Tagung.

Gesundheitswesen Community Health Nursing © elenabsl / stock.adobe.comBei einer Online-Tagung diskutierten zahlreiche Akteur*innen des Gesundheitswesens über die Zukunftsperspektiven von Community Health Nurses.

Public Health Nurses, Gesundheitskioske oder Community Health Nurses (CHN)? Der sich zuspitzende Fachkräftemangel, die Schließung von Krankenhäusern, die Versorgung von chronischen erkrankten Menschen auf dem Land oder die Begleitung von nicht-deutschsprachigen Patient*innen bei der Behandlung waren zentrale Themen bei der Online-Tagung der Universität Witten/Herdecke am 16. September 2022.  

„Sind Community Health Nurses ein Teil der Lösung für die mangelnde Versorgung?“, fragte Prof. Dr. Margareta Halek zu Beginn der Veranstaltung. In einen gemeinsamen Dialog traten hierzu verschiedene Akteur*innen aus Gesundheitswesen, Wissenschaft und Politik.

Über mögliche Einsatzfelder der CHN und die dafür notwendigen Änderungen in den Rahmenbedingungen referierte Prof. Dr. Oliver Herber, Leiter des Studiengangs Community Health Nursing an der Uni Witten/Herdecke. So könnten CHN zukünftig in Patientenorientierten Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung, sogenannte PORT-Zentren, oder in einem kommunalen Quartiersmanagement tätig sein. Zu den Kernaufgaben von CHN gehören unter anderem: Gesundheitsförderung, Gesundheitsschutz, Disease Management, Monitoring und Krankheitsprävention. Es sei hierzu notwendig, die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, Pflegekammern zu etablieren und Masterstudiengänge weiter auszubauen. Herber fordert deshalb, dass sich „alle Akteure gemeinsam an einen Tisch setzen, mit dem Ziel, die beste Versorgung für Patient*innen zu gewährleisten“.

Andere Länder gehen mit gutem Beispiel voran

Prof. Dr. Thomas Fischer von der Evangelischen Hochschule Dresden bot einen internationalen Überblick: So sind CHN in den USA, Finnland, Schweden, Kanada, Australien, Österreich oder im Vereinigten Königreich bereits in unterschiedlichen Spezialisierungen ein fester Bestandteil des Gesundheitssystems. Die internationale Praxis biete also zahlreiche Anregungen für Deutschland. Gleichzeitig gab Fischer zu bedenken, dass Modelle aus anderen Ländern nicht 1:1 auf  Deutschland übertragen werden können. Deshalb hält er hierzulande eine Differenzierung in der Rollenspezialisierung für notwendig. So könnte eine konzeptionelle Klarheit zwischen den generalistischen Rollen (Bachelor) und Spezialist*innen (APN/Master) geschaffen werden.

Die Rechtslage ist „nicht unkompliziert“

„Wir müssen uns vor Augen führen, dass wir vor einer dramatischen Situation stehen“, erklärte Kordula Schulz-Asche, pflegepolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, zu Beginn ihres Vortrags. Schulz-Asche hat vor 44 Jahren eine Pflegeausbildung absolviert und setzt sich für die Etablierung der CHN ein.

Sie verwies auf die gesetzlichen Hürden und notwendige rechtliche Anpassungen, um CHN flächendeckend etablieren zu können. Die Rechtslage sei „nicht unkompliziert und wir brauchen die Bundesregierung, um die Community-Health-Nurse-Ausbildung zu definieren“. Das Problem sei allerdings, dass Deutschland „ein außergewöhnliches arztzentrales System in der Gesundheitsversorgung hat“. Um akademisierten Pflegenden mehr ärztliche Aufgaben delegieren zu können, seien Anpassungen des Heilberufegesetzes, des SGB V, SGB IX, SGB XI und des Kommunal- sowie Verfassungsrechtes notwendig, so Schulz-Asche in ihren Ausführungen. Gleichzeitig betonte sie,, dass „die klassische Krankenschwester keine lebenslange Berufsperspektive mehr hat“. Schulz-Asche sieht CHN als „Schlüsselrolle und Managementzentrale“, die unterschiedliche Akteur*innen der Gesundheitsbranche zusammenbringen kann. Ihre Prognose: „In Zukunft sind bis zu 1.000 Community Health Nurses in Vollzeit notwendig, um den Bedarf zu decken“. (bb)
 

Quelle: 
Tagung „Vielfalt Pflegewissenschaft 2022 – Zukunftsperspektive Community Health Nursing“. 16. September 2022, online (Veranstalter: Universität Witten/Herdecke)


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