Skip to main content
main-content

05.10.2020 | Angehörige | Nachrichten

Euro Carers Day: Schritte zu einer pflegefreundlichen Gesellschaft

Am 6. Oktober findet der erste „Euro Carers Day“ statt. Gewürdigt werden die Leistungen all der Menschen, die nahestehende Personen pflegen oder betreuen. Im Fokus steht aber auch der Unterstützungsbedarf dieser besonders belasteten Gruppe.

Pflegende Angehörige und andere informell Pflegende leisten laut aktueller Studien quer durch ganz Europa mehr als 80 % der Pflegearbeit. Darauf verweist die Organisation Euro Carers, die den ersten Euro Carers Day initiiert hat. Der größte Anteil – etwa zwei Drittel – wird dabei von Frauen erbracht. Auch in Deutschland stellen geschätzt 4-5 Millionen pflegende Angehörige und andere informelle Pflegepersonen den „größten Pflegedienst der Nation“.  

Dieser „unschätzbare Beitrag“ für die Gesellschaft bringt für die Pflegenden selbst zahlreiche soziale, berufliche und gesundheitliche Probleme und finanzielle Nachteile mit sich, betont Euro Carers. So sind viele Pflegende völlig überlastet, müssen wegen der häuslichen Pflege beruflich zurückstecken oder ihren Beruf ganz aufgeben. Auch soziale Kontakte sind aufgrund  der Pflege häufig kaum mehr möglich. Verschärft wird die Situation aktuell auch durch die Corona-Pandemie, weil viele Entlastungsangebote wegbrechen.  

Schritte zu einer pflegefreundlichen Gesellschaft

Um das Leben von informell Pflegenden zu verbessern, fordert Euro Carers mehr Unterstützung und Schritte hin zu einer pflegefreundlichen Gesellschaft. Mit einer 10-Schritte-Strategie wendet sich die Organisation an Politik und andere Entscheidungsträger.

Dabei gehe es zunächst darum, zu erfassen, wie viele und welche Menschen Pflegearbeit leisten. Gängige Einteilungen greifen nach Ansicht der Organisation oft zu kurz. Darüber hinaus müssten die Bedürfnisse der Pflegenden ermittelt werden. Welche Skills liegen vor, wo ist Beratung und Unterstützung notwendig? Neben dem Zugang zu theoretischen und praktischen Schulungsangeboten seien auch integrierte und gemeinde-orientierte Pflegeangebote zu schaffen, um die Pflegenden zu entlasten. Einer Verarmung der informell Pflegenden gelte es vorzubeugen und ihnen auch weiterhin ein aktives Bildungs- und Berufsleben zu ermöglichen. Nicht zuletzt fordert Euro Carers, die Perspektive der informellen Pflege bei allen relevanten politischen Entscheidungen zu berücksichtigen.  

„Auch wenn einige Fortschritte erzielt wurden, reicht das nicht aus oder geschieht nicht schnell genug, um die informell Pflegenden über alle Gesundheitssysteme und sozialen Strukturen hinweg ausreichend zu unterstützen“, betont Stecy Yghemonos von Euro Carers. (ne)

Das könnte Sie auch interessieren

Bildnachweise