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21.07.2020 | Altenpflege | Nachrichten

Präventive Hausbesuche bei Senioren gefordert

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege fordert, aufsuchende Hilfsangebote für alte Menschen flächendeckend zu etablieren. Die COVID-19-Pandemie zeige, wie notwendig das sei.

Symbolbild © Robert Kneschke/stock.adobe.comDer Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege fordert für Senioren einen gesetzlichen Anspruch auf präventive Hausbesuche.

Vertreter der Altenpflege haben einen gesetzlichen Anspruch auf präventive Hausbesuche im Seniorenalter gefordert.

„Die derzeit erkennbaren Folgen der COVID-19-Pandemie für alte und alleinlebende Menschen unterstreichen die Notwendigkeit deutlich, niedrigschwellige Hilfeangebote zu Beginn des Rentenalters gesetzlich zu etablieren“, sagte der Vorstandschef des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), Dr. Bodo de Vries, am Montag.

Risikofaktoren vorbeugen

Bereits im dritten Altenbericht von 2003 seien präventive Hausbesuch bei alten Menschen als geeignete Methode beschrieben worden, um Risikofaktoren für Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und ihnen wie auch möglicher Pflegebedürftigkeit vorzubeugen, betonte de Vries.

In ihrem Koalitionsvertrag 2018 hätten sich Union und SPD für die Einführung des präventiven Hausbesuchs durch Mittel des Präventionsgesetzes ausgesprochen. Dennoch seien präventive Hausbesuche bis heute kaum in kommunalen Hilfestrukturen verankert worden. Auch die Einführung des Präventionsgesetzes 2015 habe daran wenig geändert.

Leistungsrechtlich verankern!

Der DEVAP habe daher ein Positionspapier erarbeitet. Darin fordere er, die gemeinwesenorientierte Altenarbeit in den Kommunen weiter zu entwickeln und den präventiven Hausbesuch leistungsrechtlich abzusichern, so de Vries.

In einigen Ländern Europas – etwa in Skandinavien – gibt es bereits präventive Hausbesuche im Alter. In Deutschland sind mehrere Modellprojekte aufgelegt worden. Speziell geschulte Pflegekräfte besuchen dabei ältere Menschen und beraten sie – etwa zu Fragen der Sturzprophylaxe in den eigenen vier Wänden.

Gros der Senioren lebt zu Hause

Im DEVAP-Positionspapier wird hervorgehoben, dass das Gros der Senioren in Deutschland nicht in Pflegeheimen, sondern im eigenen Haus oder der eigenen Mietwohnung lebt.

Zugleich seien die Möglichkeiten, als alter Mensch gesundheitsfördernde Angebote aufsuchen zu können, stark von „geografischen und infrastrukturellen Bedingungen“ beeinflusst. Daher brauche es mehr und vor allem bundesweit abgesicherte Angebote, um aufsuchende Präventionsarbeit im Alter zu ermöglichen. (hom)

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