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17.01.2022 | Altenpflege | Nachrichten

Studie „Altenpflege im Fokus 2021“: Pflege jetzt stärken!

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Fast 70 Prozent der Pflegefachpersonen wollen sich beruflich verändern; so lautet ein Ergebnis der Online-Befragung in der stationären Langzeitpflege. Doch es gibt auch ermutigende Erkenntnisse. Welche Forderungen an die Politik daraus folgen, erläuterten DBfK und Vincentz Network in einer Pressekonferenz.

Es ist höchste Zeit, zu handeln, das verdeutlichen die Ergebnisse der vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und Vincentz Network durchgeführten Studie „Altenpflege im Fokus 2021“ einmal mehr. An der Online-Befragung nahmen rund 700 Pflegefachpersonen aus der stationären Langzeitpflege teil. Die Studie spiegelt die Folgen des Fachkräftemangels und den Stand der Digitalisierung wider, zeigt Chancen für die Zukunft und unterstreicht Forderungen an die Politik. Die Probleme liegen auf dem Tisch. Verstärkt werden sie durch die Pandemie, den demografischen Wandel und den steigenden Fachkräftemangel.

Eindringlicher Appell: Altenpflege gehört auf die Agenda der neuen Bundesregierung

Was jetzt geschehen muss und auch, was Mut macht, präsentierten der Fachverlag Vincentz Network, und der DBfK am 13. Januar 2022. Neben alarmierenden Ergebnissen wie einem drohenden Berufsausstieg vieler Pflegender und deren Überzeugung, dass die Politik die Lage der Pflege nicht verstanden habe, gibt es auch positive Ergebnisse. So wird der Wille der Pflegenden deutlich, sich zu entwickeln. Dafür fordert der Verband von der Politik die Rahmenbedingungen ein. Die Ziele: Die Pflege zu stärken, langfristig auf ein sicheres Fundament zu stellen und einen Sog-Effekt auszulösen, den Pflegeberuf wieder attraktiver zu machen.

Miriam von Bardeleben, Chefredakteurin der Fachmagazine Altenpflege und Aktivieren, stellte die Ergebnisse der Studie im Detail vor. Die Forderungen an die Politik und Lösungsansätze für eine zukunftsfähige stationäre Altenpflege erläuterten Dr. Bernadette Klapper, Geschäftsführerin DBfK und der Pflegewissenschaftler Prof. Hermann Brandenburg, Vincenz Palotti University in Vallendar. 

„Die Studie stellt der Gesundheits- und Pflegepolitik der letzten dreieinhalb Jahre kein gutes Zeugnis aus. Die überwältigende Mehrheit der Antwortenden - 96 Prozent! - glaubt nicht, dass ‚die Politik‘ die Lage verstanden hat und zuverlässig bemüht ist, sie zu verbessern“, sagte Miriam von Bardeleben. „Wo in der Altenpflege aktuell die größten Schmerzen liegen, und worauf sich ihre Wünsche und Hoffnungen richten, gehört ganz oben auf die Agenda der neuen Bundesregierung […]. Nie war die Chance größer als jetzt, mit mutigen und wirksamen Maßnahmen Pflegekräfte und Pflegemanagement in der Altenpflege zu binden und nachhaltig zu stärken!“

Mehr Tempo: Qualifizierung, schnellere Digitalisierung, bessere Personalausstattung

Dr. Bernadette Klapper erläuterte: „Wir sehen deutlich, dass die Kolleg*innen ihrem fachlichen Anspruch gerecht werden wollen. 58 Prozent sprechen sich für Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten aus und erwarten, dass die Digitalisierung schneller vorankommt. Das zeigt das große Potenzial, das in der Langzeitpflege vorhanden ist und das sich bei richtigen Rahmenbedingungen voll entfalten könnte. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse die langjährigen Forderungen des DBfK. Die Personalausstattung muss dringend besser werden, um die Kolleg*innen im Beruf halten zu können. Hier muss die neue Bundesregierung schnell handeln, um der Ernüchterung und Enttäuschung etwas entgegenzusetzen. Wir brauchen deshalb mehr Tempo und vor allem Verbindlichkeit bei der Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens.“ Die Forderungen des DBfK lauten: 

  • Die Gehälter angemessen anheben
  • Eine zügige Umsetzung der Personalbemessung
  • Eine finanziell angemessen ausgestattete Pflegeversicherung, um das Ausspielen der Interessen von Pflegepersonen und Bewohnern von Senioreneinrichtungen zu beenden
  • Kompetenz und Qualifizierung: Kompetenzzuerkennnung für die Pflegefachpersonen und massive Investitionen in die Berufsgruppe
  • Umfassendes Qualifizierungskonzept für eine gute Pflegeassistenzausbildung. Ziel: Ein Konzept für alle Bundesländer statt des aktuellen Wildwuchses
  • Eine hochschulische Ausbildung


Perspektive: Altenpflege als Zentrum gesellschaftlicher Innovationen

Auch Prof. Hermann Brandenburg forderte eine zukunftsfähige Perspektive: „Die Altenpflege in Deutschland hat keine Vision. Vor allem die Heime stehen vor großen Herausforderungen. Es muss gelingen, aus dem technizistischen Klein-Klein herauszukommen und eine theoretische und praktisch umsetzbare Perspektive zu entwickeln. Lehrpflegeheime, die wir im Ausland bereits kennen, könnten ein Weg sein.“ Seine wichtigsten Themen: 

  • Wie können wir den gemeinwohlorientierten Aspekt der Langzeitpflege stärken? (Gemeinwohl statt Profitorientierung)
  • Innovationen durch deutlich mehr Kooperationen zwischen Hochschulen und Praxis. Die Altenpflege muss zum Zentrum gesellschaftlicher Innovationen werden.
  • Quartiersentwicklung: Die Menschen wollen in der Gemeinschaft leben. Die Einrichtungen sollten zum Mittelpunkt im Quartier werden.
  • Das Regulierungsregime zurückfahren: Die Autonomie in den Einrichtungen sollte gestärkt werden.
  • Akademisierung der Altenpflege
  • Eine Vision: In der Altenpflege haben wir es mit Alter, Demenz und Vulnerabilität zu tun. Diesen Themen steht die Politik ambivalent und ohne Vision gegenüber. Wir brauchen eine positive Erzählung für ein gutes Leben in stationären Einrichtungen!

(SK)

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