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24.07.2019 | Altenpflege | Nachrichten

Hitzewelle fordert Pflegeeinrichtungen heraus

Deutschland ächzt und schwitzt unter einer neuen Hitzewelle. Für pflegebedürftige Menschen und chronisch Kranke sind die hohen Temperaturen besonders belastend. Pflegeeinrichtungen sind angehalten, vorausschauend zu agieren.

Sonne © Xurzon / Getty Images / iStock

Angesichts der extremen Hitze mahnen Gesundheitsbehörden und -ministerien der Länder zur Umsicht. Besondere Vorsicht sei bei Pflegebedürftigen und chronisch Kranken geboten, für die hohe Temperaturen rasch gefährlich werden. Alten- und Pflegeeinrichtungen werden angehalten, entsprechende Vorkehrungen zu treffen und das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes zu nutzen.

Auch in Hessen appelliert Sozialminister Kai Klose an Pflegeeinrichtungen, verstärkt für den Schutz der Pflegebedürftigen zu sorgen. Sie sollten darauf achten, dass die Bewohner ausreichend trinken und die Temperatur in den Räumen erträglich bleibt. Pflegedienste und pflegende Angehörige ruft er ebenfalls dazu auf, bei der häuslichen Pflege auf die hohen Temperaturen zu reagieren.

Verstärkte Aufmerksamkeit in der ambulanten Pflege

Gerade weil Pflegedienste nur punktuell beim Klienten sind, sensibilisieren sie angesichts der Extremtemperaturen ihre Mitarbeiter. Auch Thomas Meißner, Geschäftsführer eines Pflegedienstes in Berlin, hat entsprechend vorgesorgt: „Alle Mitarbeiter halten bei diesem Wetter den Patienten bei jedem Besuch zum Trinken an, auch wenn sie zur Wundversorgung dort sind.“ Seine Mitarbeiter kontrollieren, ob genügend Getränke da sind und sorgen falls nötig für eine Verdunklung der Räume. Damit lässt sich tagsüber die größte Hitze abschirmen. Pflegebedürftige, die noch mobil sind, werden gebeten, möglichst nicht das Haus zu verlassen. Die Mitarbeiter nehmen aber auch Kontakt mit den Angehörigen auf und bitten sie, öfter beim Pflegebedürftigen vorbeizuschauen oder anzurufen, ob es ihm gut geht. „Mehr können wir unter den gegebenen Umständen nicht tun“, so Meißner, der sich bei Extremtemperaturen eine erhöhte Besuchsfrequenz bei den Klienten vorstellen kann. Doch ein flexibles Reagieren auf solche Hitzewellen ist im Vergütungssystem nicht vorgesehen. „Eine Beantragung der Kostenübernahme würde Wochen dauern“, so Meißner.  (ne).

Tipp: Der Deutsche Wetterdienst bietet für Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie andere interessierte Nutzer einen Hitzewarndienst an. Dieser informiert frühzeitig über zu erwartende starke (gefühlte Temperatur ab 32 Grad) beziehungsweise extreme Wärmebelastung (gefühlte Temperatur ab 38 Grad).
www.dwd.de


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