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Sucht im Alter – Maßnahmen und Konzepte für die Pflege

Über dieses Buch

Praxiserprobte Maßnahmen für die Pflege älterer Suchtkranker.

Schädlicher Substanzmittelkonsum oder eine Abhängigkeit werden bei älteren Menschen häufig nicht oder erst sehr spät bemerkt. Unerkannt können sie zu einem frühzeitigen Verlust der Selbständigkeit führen.

Das Praxisbuch vereint die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen für eine qualifizierte Versorgung bei substanzbezogenen Störungen im Alter. Mitarbeiter der ambulanten und stationären Altenpflege werden unterstützt, Suchtprobleme zu erkennen und gezielt Maßnahmen einzuleiten. Die vorgestellten Praxiskonzepte fördern das sichere Handeln im Umgang mit Suchtproblemen im Pflegealltag und haben das Ziel die Lebensqualität der ihnen anvertrauten älteren Menschen zu verbessern.

Aus dem Inhalt

Praxiserprobte Handlungsempfehlungen und -strategien für die Pflege bei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit im AlterPflegekonzepte im Umgang mit Suchterkrankungen im Alter

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. 1. Sucht im Alter – Grundlagen

    Tanja Hoff, Michael Isfort, Ulrike Kuhn, Silke Kuhn
    Zusammenfassung
    Vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung infolge der komplexen Veränderung der Bevölkerungsstruktur und des tiefgreifenden Wandels des Sozial- und Gesundheitssystems, gewinnt das Thema Gesundheit im Alter heute und auch zukünftig immer stärker an Bedeutung. Dies führt dazu, dass auch immer mehr ältere Menschen von Missbrauch und Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten, illegalen Substanzen und Tabak betroffen sind. Dabei geht es um älter gewordene und werdende Suchterkrankte, ebenso um Menschen mit Substanzkonsumstörungen, die erst im höheren Lebensalter eine Sucht entwickeln.
  3. 2. Alkohol-, Nikotin- und Medikamentenabhängigkeit im Alter – Weiterentwicklungen von Handlungsempfehlungen für Pflegesituationen in ambulanten, teilstationären und stationären Settings

    Tanja Hoff, Michael Isfort, Silke Kuhn, Karsten Keller
    Zusammenfassung
    Im vorliegenden Beitrag wird auf die Notwendigkeit, Entwicklung und Modifikation von Handlungsempfehlungen im Umgang mit Alkohol-, Nikotin- und Medikamentenabhängigkeit bei älteren Pflegebedürftigen eingegangen. Die Lebensqualität der in Kap. 1 beschriebenen Zielgruppen soll auch dadurch verbessert werden, dass pflegerische Konzepte bei Substanzkonsum älterer Pflegebedürftiger, dessen negative konsumbegleitende Symptomatiken sowie etwaige Folgeerkrankungen zukünftig optimiert werden – und zwar aus unserer Sicht durch den verstärkten Einsatz expertengeleiteter Pflegehandlungsempfehlungen.
  4. 3. Medikamentenabhängigkeit im Alter – Handlungsleitlinien zum pflegerischen Umgang

    Rüdiger Holzbach
    Zusammenfassung
    Pflegekräften kommt beim Thema Medikamenten-Langzeitgebrauch im Alter eine zentrale Rolle zu. Am Anfang stehen dabei die sorgfältige Krankenbeobachtung und die Zuordnung unterschiedlicher Auffälligkeiten zum Störungsbild. Ein schwieriger Schritt kann dann die Ansprache des Arztes sein, der die Medikation in der bisherigen Form verordnet hat. Je nach Interaktionsstil des Arztes können entsprechende Hinweise dankbar oder ablehnend aufgenommen werden. Die Begleitung im Entzug erfordert das Wissen um die Entzugssymptome sowie Zeit und Einfühlungsvermögen. Auch das Thema Schmerzmittel darf dabei nicht außen vor bleiben.
  5. 4. Erkennen und Handeln bei riskantem bis abhängigem Alkohol- und Medikamentengebrauch in der ambulanten Altenpflege

    Thomas Hodel, Christine Hodel
    Zusammenfassung
    Von 2013 bis 2015 beteiligten sich die Suchtberatung Freiburg und die Kirchliche Sozialstation Dreisamtal am Projekt „SANOPSA“ der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Köln, und entwickelten in diesem Rahmen gemeinsam ein Konzept zur Erkennung und Intervention bei riskantem bis abhängigem Alkohol- und Medikamentengebrauch in der ambulanten Altenpflege.
  6. 5. Ältere Abhängige illegaler Drogen in einer Krankenwohnung

    Peter Schiffer
    Zusammenfassung
    Die Krankheits- und Pflegebedürftigkeitssituationen älterer, wohnungsloser und von illegalen Drogen abhängiger Menschen sind vielschichtig (Multiproblemlagen) und von verschiedensten Faktoren geprägt, die in der Regel für nichtabhängige Menschen mit festem Wohnsitz nicht zutreffen. Obdachlose Abhängige illegaler Drogen müssen täglich neu die existenziellen Dinge ihres Überlebens organisieren. Hierzu zählt unter anderem, einen geschützten Schlafplatz zu finden sowie Essen zu organisieren und Waschmöglichkeiten aufzusuchen. Aber auch die Organisation von Geld für den Erwerb der Suchtmittel, die Organisation des Suchtmittels selbst und dessen Konsum sind täglich neu und variabel zu organisieren. Hinzu kommt, dass die Inanspruchnahme möglicher Versorgungsangebote (z. B. Arzt, Ämter, Suchtambulanz, Tafel etc.), die häufig nur Teilbereiche abdecken und dezentral sowie zeitlich terminiert sind, eine hohe Mobilität erfordern. Mit diesen Lebenserfahrungen treffen die Personen auf unsere Einrichtungen der Sucht-, Alten- und Gesundheitshilfe.
  7. 6. Sucht im Alter – Modellprojekt in Essen

    Klaus Sander, Susanne Gössling
    Zusammenfassung
    Im Laufe der Jahre zeigte uns die Praxis, dass die Krankheit „Sucht“ zunehmend auch in unseren Facheinrichtungen für Gerontopsychiatrie ein ernstzunehmendes Thema wurde. Sie wurde sowohl als Primär- wie auch als Sekundärdiagnose gestellt und hat alle Beteiligten vor neue Herausforderungen gestellt. Durch die räumliche Nähe zu einer renommierten Suchtklinik gab es schon länger die Möglichkeit, Bewohner aus unserer Einrichtung in Behandlung zu begleiten.
  8. 7. Zum Wohl! pflegebedürftiger Menschen – Schulung und Qualifizierung von Mitarbeitenden im Bereich der Sucht- und Altenhilfe am Beispiel des Projekts „WATCH“

    Sabine Jakob, Falk Zimmermann
    Zusammenfassung
    Sowohl in den Einrichtungen der stationären Altenhilfe des Diakonischen Werks Löbau-Zittau als auch in der Arbeit der Sozialtherapeutischen Wohnstätte des „come back“ e. V. in Zittau zeigte sich in den letzten Jahren, dass der Pflege- und Betreuungsbedarf älterer Suchtkranker ansteigt. Zudem wurde die wachsende Unsicherheit mit der Problematik „Sucht im Alter“ deutlich. In der stationären Altenhilfe zeichnete sich aufgrund des fehlenden Fachwissens eine fehlende Handlungsorientierung im Umgang mit älteren Suchtkranken ab. Pflegefachkräfte können Suchtpotenzialen und Suchterkrankungen in vielen Fällen nicht professionell begegnen und sind überfordert. Eine ähnliche Situation erwuchs in der Arbeit des „come back“ e. V.: Der Anteil pflegebedürftiger suchtkranker Menschen bzw. Hilfesuchender, die bereits ein hohes Alter erreicht haben, steigt weiter an.
  9. 8. SANOPSA-Pflegekonzept: Betreuung von Konsumenten illegaler Drogen in der stationären Altenpflege

    Ulrike Kuhn, Tanja Hoff, Michael Isfort, Stefanie Monke, Karsten Keller
    Zusammenfassung
    Die Integration älterer Drogenabhängiger in „übliche“ Strukturen medizinischer Versorgung ist als problematisch anzusehen und stellt die Versorgungssysteme, insbesondere die Alten- und Pflegehilfe, durch den veränderten Hilfebedarf vor enorme Herausforderungen. Es ergibt sich die Notwendigkeit zielgruppenadäquater Veränderungen/Anpassungen von Konzepten für alt gewordene Suchtkranke und suchtmittelkonsumierende Heimbewohner, vor allem im Bereich der (stationären) Altenhilfe. Die Versorgung älterer Konsumenten illegaler Drogen erfordert zudem eine enge Zusammenarbeit von Suchthilfe, Altenpflege, Gerontopsychiatrie/-psychotherapie und Altersmedizin. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts ein umfassendes Konzept für pflegebedürftige Ältere in der stationären Altenpflege mit aktuellem oder früherem Konsum illegaler Drogen entwickelt. Es integriert Vorgehensweisen im Umgang mit Substanzkonsum und Pflegeinterventionen speziell für diese Zielgruppe in den Pflegealltag.
  10. Backmatter

Titel
Sucht im Alter – Maßnahmen und Konzepte für die Pflege
Herausgegeben von
Tanja Hoff
Ulrike Kuhn
Silke Kuhn
Michael Isfort
Copyright-Jahr
2017
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-53214-0
Print ISBN
978-3-662-53213-3
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-53214-0

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