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01.10.2013 | Originalien | Ausgabe 6/2013

Notfall +  Rettungsmedizin 6/2013

Aktive Tetanusimmunisierung im Verletzungsfall – machen wir es richtig?

Ergebnisse einer Stichprobe zur Praxis in deutschen Notaufnahmen

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 6/2013
Autoren:
Dr. T. Lindner, R. Doyscher, S. Tsitsilonis, C. Kleber, W. Weber, F. Wichlas, M. Möckel

Zusammenfassung

Hintergrund

Das Personal der Notaufnahmen von Krankenhäusern aller Versorgungsstufen wird täglich mehrfach mit der Frage der Tetanusprophylaxe im Verletzungsfall konfrontiert.

Ziel

Es sollen Informationen zur Praxis der aktiven Tetanusprophylaxe im Verletzungsfall in deutschen Krankenhäusern gewonnen sowie das Verständnis und die Einhaltung bestehender Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) erfragt werden.

Material und Methode

Über den E-Mail-Verteiler der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin e. V. (DGINA) wurden 14 Fragen zum Thema an 450 Mitglieder versendet.

Ergebnisse

70 Fragebögen konnten ausgewertet werden. Laut mehrheitlicher Einschätzung kann jeder 2. Verletzte über die Aktualität seines Impfstatus Auskunft geben, die Hälfte dieser wiederum kann einen Impfpass vorweisen. Über 90 % der Antwortenden verstehen unter der Empfehlung der STIKO „unverzüglich“ zu impfen, dass dies innerhalb von 24 h zu erfolgen habe (ca. 50 % von diesen sogar „sofort“). Es ist folglich davon ausgehen, dass aufgrund von Informationsdefizit zum Impfstatus auf der einen Seite und zeitlicher Dringlichkeit der Impfung auf der anderen Seite häufiger überflüssig immunisiert wird. Die STIKO empfiehlt, zur aktiven Impfung Erwachsener einen Kombinationsimpfstoff zu verwenden. Da knapp 70 % der Befragten grundsätzlich nur reinen Tetanustoxoidimpfstoff einsetzen, dürfte diese Empfehlung kaum regelhaft befolgt werden.

Schlussfolgerung

Die Praxis der aktiven Tetanusprophylaxe im Verletzungsfall in den deutschen Notaufnahmen erscheint schlecht standardisiert. Durch eine Befolgung der Empfehlungen der STIKO könnte die Qualität der Versorgung optimiert werden. Überflüssige Impfungen würden durch eine verbesserte Informationslage zum Impfstatus vermieden werden.

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Literatur
Über diesen Artikel

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