Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

12.07.2021 | Medizinrecht

Abrechnung im niedergelassenen Bereich im Vergleich zur ambulanten Notfallbehandlung in der Notaufnahme unter besonderer Betrachtung von Laborleistungen

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin
Autoren:
Dr. med. Ingmar Gröning, Mathias Friebe, Michael Reindl, Dirk Rothstein, Michael Bernhard
Wichtige Hinweise
QR-Code scannen & Beitrag online lesen

Zusammenfassung

Die Versorgung ambulanter Notfälle ist in Deutschland nach § 75 Abs. 1b SGB V durch die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) zu gewährleisten und umfasst auch die Abrechnung. Der Patient hat aufgrund seines Rechts zur freien Arztwahl im Notfall die Möglichkeit, neben der KV-Notdienstpraxis auch das Krankenhaus aufzusuchen (§ 76 Abs. 1 Satz 2 SGB V). Auch der KV-Notdienst kann den Patienten an das Krankenhaus verweisen. Die für die Krankenhäuser damit verbundenen Kosten als Leistungserbringer sind jedoch ausschließlich durch die KVen zu erstatten. Somit hängt für die Krankenhäuser die Kostendeckung von der Genehmigung durch die KV ab, was insbesondere bei Laborleistungen immer wieder zu Diskussionen zwischen den Vertretern der Krankenhäuser und denjenigen der KV führt. In den zugrunde liegenden gesetzlichen Bestimmungen geht es bei der Notfallbehandlung um die Beseitigung einer akuten Vitalgefährdung, die Therapie unzumutbarer Schmerzen und die Abklärung einer stationären Behandlungspflicht. Da dem Arzt im Krankenhaus die abschließende Klärung der Notwendigkeit einer stationären Aufnahme obliegt, muss er sich nicht selten einer Differenzialdiagnostik bedienen, die über das Leistungsspektrum des KV-Notdiensts hinausgeht. Denn Ärzte im KV-Notdienst können die Frage nach Notwendigkeit stationärer Therapie nur mit der Verordnung von Krankenhausbehandlung beantworten. Dies muss auch bei der Erstattung von Laborleistungen berücksichtigt werden. Zukünftig sollte deshalb für die Erstversorgung ambulanter Notfallpatienten im Krankenhaus leitsymptombezogene Labordiagnostik definiert werden, die durch Dokumentation des Leitsymptoms sogleich die Begründung für den Aufwand rechtfertigt.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Literatur
Über diesen Artikel